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Gemtec will Belegschaft verdoppeln

Das Unternehmen aus Hainewalde entwickelt und baut mobile Überwachungstechnik für Polizei und Co. Nun muss auch die Firma investieren.

Geschäftsführer Silvio Leschke in der Produktionshalle von Gemtec in der Firma Vimtec in Hainewalde.
Geschäftsführer Silvio Leschke in der Produktionshalle von Gemtec in der Firma Vimtec in Hainewalde. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Unter strengster Geheimhaltung muss Silvio Leschke oftmals die Produkte seiner beiden Firmen Gemtec und Vimtec präsentieren. Zumindest sind sie, wie jüngst bei der Polizei-Messe, dann nur einem erlauchten Kreis von Behörden zugänglich. Auch am Sitz der Bundespolizei in Potsdam ist man längst auf die Hightech-Produkte aus Hainewalde aufmerksam geworden und hatte angefragt, sie dort vorzustellen. 

Gemtec entwickelt und baut mobile Überwachungs- und Übertragungseinheiten, die dann von der Vimtec vermarktet und vertrieben werden. Und die Nachfrage danach wächst. Denn die Videoüberwachung spielt eine immer größere Rolle bei der Kriminalitätsbekämpfung. 

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Die mobilen Überwachungseinheiten aus Hainewalde sind eine Alternative zu fest installierten Videokameras. Sie lässt sich je nach Einsatzort und Bedarf installieren. Selbst bei größter Dunkelheit können Personen erkennbar rangezoomt werden. 

Beim G-20-Gipfel in Hamburg bewährt

Und obwohl es ihre Technik noch nicht lange gibt, kann die Firma schon beste Referenzen vorweisen. Vier der großen mobilen Bewachungseinheiten von Gemtec sind beispielsweise beim G-20-Gipfel in Hamburg 2017 im Einsatz gewesen. Trotz der Randale dort überstanden alle Wagen unbeschadet den Einsatz.

Die Idee von solchen mobilen Überwachungseinheiten war bei den Konstrukteuren der Gemtec erst drei Jahre zuvor entstanden. "Das war lange Zeit unser Nachteil, weil wir von dieser neuen Technik noch keine Referenzen vorweisen konnten", schildert Silvio Leschke. Deshalb hatte die Vimtec bisher ihre Überwachungseinheiten auf Nachfrage der Polizei in verschiedenen Bundesländern ausgeliehen.  

Das ist jetzt anders. Die je nach Einsatzort abgestimmte Überwachungstechnik aus Hainewalde hat sich bewährt. Von der hessischen Polizei hat Vimtec gerade einen Rahmenvertrag bis 2021 für mehrere Fahrzeuge erhalten. 

Große Nachfrage bei Polizei, Gefängnissen und Firmen

In mehreren Bundesländern setzt die Polizei inzwischen auf die mobile Video-Technik von Vimtec. Sie kommt bereits bei verdeckten Ermittlungen, Fanmärschen, Weihnachtsmärkten und anderen Großveranstaltungen in Berlin, Hamburg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen zum Einsatz.

Die Einsatzgebiete sind aber noch wesentlich flexibler. So nutzen die Übertragungstechnik inzwischen auch Unternehmen, wie beispielsweise ein großer Energieversorger aus Baden-Württemberg, die Deutsche Bahn oder das DRK.  

Eine mobile Überwachungseinheit der Firmen Gemtec und Vimtec in Hainewalde. Das Teleskop kann bis zu acht Meter hoch ausgefahren werden. 
Eine mobile Überwachungseinheit der Firmen Gemtec und Vimtec in Hainewalde. Das Teleskop kann bis zu acht Meter hoch ausgefahren werden.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Auf die Hightech-Übertragungstechnik von Gemtec setzen auch Justizvollzugsanstalten (JVA), die Abschiebehaft in Dresden, das Schloss Moritzburg und die Forensische Psychiatrie im Sächsischen Krankenhaus Arnsdorf. Die Referenzliste wird immer länger und vielschichtiger.

Damit steigt auch die Nachfrage. "Wir stoßen nun aber an unsere Grenzen", berichtet Geschäftsführer Silvio Leschke. Beide Unternehmen sollen jetzt deshalb wesentlich erweitert werden. Die Produktionshalle von Gemtec in der Talstraße 84 ist allerdings viel zu klein für dieses Projekt. Deshalb soll eine neue und viel größere Produktionshalle gebaut werden.

Silvio Leschke hat sich dafür auch schon einen geeigneten Standort in einem Gewerbegebiet ausgesucht. Er will ihn aber noch nicht öffentlich machen, weil die Verhandlungen hierfür noch laufen. "Unser Verwaltungssitz bleibt aber in Hainewalde", sagt er.

Hier hatte sein Vater und Firmengründer und Mitgeschäftsführer Roland Leschke 1991 die Gemtec gegründet und seither Erfahrungen in der Sicherheitsbranche gesammelt. Nach der Wende sind von der Firma Sparkassen, Banken und andere Gebäude mit Überwachungskameras ausgerüstet worden. Die Technik von damals ist nicht mehr vergleichbar mit der von heute. Mittlerweile werden mit geschlossenen Systemen über speziell geschützte Daten- und Funkübertragungen Bilder in eine Zentrale gesendet. Schon 2015 ist bei Gemtec die Null-Serie für die neue Überwachungstechnik gebaut worden. Ende 2015 wurde dann für deren Vertrieb die Vimtec gegründet.  

Mitarbeiterzahl soll verdoppelt werden

Etwa 1.000 Quadratmeter soll die neue Halle groß sein. Rund 800 Quadratmeter sind darin als Produktionsfläche vorgesehen. Die alte Halle misst gerade einmal 300 Quadratmeter. Auf engstem Raum wird hier unter anderem gerade ein Fahrzeug für das Deutsche Rote Kreuz umgerüstet.

"In der neuen Halle können wir dann auch den Sonderfahrzeugbau ausbauen", schildert der Geschäftsführer. Derzeit sind bei der Gemtec 50 und bei der Vimtec sechs Mitarbeiter beschäftigt. Mit dem Neubau soll die Belegschaft in beiden Unternehmen in etwa verdoppelt werden. Wir brauchen Mitarbeiter in fast allen Gewerken - wie Kfz-Mechatroniker, IT-Techniker, Elektriker und Tischler", berichtet Silvio Leschke. Schließlich müssen die Fahrzeuge nach dem Einbau der Überwachungstechnik völlig neu verkleidet werden.

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