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Hilfe für arme Menschen in Jerusalem

Prischwitz. Ein jüdisches Ehepaar berichtet über seinen Glauben, sein Leben und seine soziale Arbeit in Israel. Gäste sind dazu willkommen.

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Von Madeleine Siegl-Mickisch

„Es war immer mein Traum, Israel zu besuchen“, sagt Rico Gläsner. 1999 war es so weit: Die Hochzeitsreise führte ihn und seine Frau in das gelobte Land. „Die Rundreise war schön, aber ich wollte gern noch mehr kennenlernen“, blickt der 35-Jährige, der in der Kirchgemeinde Göda als Diakon arbeitet, zurück. Lange blieb es bei dem Wunsch, dann stieß er auf eine Reisereportage in einem christlichen Magazin. „Das hat mich neugierig gemacht.“ Gläsner versuchte, Kontakt aufzunehmen und bekam daraufhin eines Tages im Juni vorigen Jahres einen Anruf und eine Einladung von Gabrielah Even-Pinah. Vier Monate später lernte Rico Gläsner sie und ihren Mann Yeriel kennen – und war beeindruckt. Zunächst mit etwas Beklemmung von den Sicherheitsvorkehrungen, ohne die ein Leben in Israel offensichtlich nicht möglich ist. „Die Siedlung, in der Gabrielah und Yeriel leben, wird rund um die Uhr von drei Soldaten bewacht. Der Kindergarten wird zusätzlich bewacht, und auch die Schulbusse werden von Soldaten begleitet.“

Beeindruckt war Rico Gläsner aber auch davon, wie die beiden in Israel leben und arbeiten. „Sie haben beide eine soziale Ader.“ Die kam bei Gabrielah, die jüdischer Abstammung und in Deutschland aufgewachsen ist, bereits in Alaska zum Tragen, wo sie in einer Suppenküche für 60 Leute kochte. In den hohen Norden Amerikas war sie mit ihrem Mann, der ebenfalls jüdischer Abstammung und Amerikaner ist und in Deutschland bei der Luftwaffe stationiert war, gegangen. Dort fanden sie zu Jesus und auch zu ihren jüdischen Wurzeln zurück, die zuvor keine besondere Rolle in ihrem Leben gespielt hatten. Als sie 1990 eine Reportage über rumänische Kinderheime sahen, gaben sie spontan alles auf, um dorthin zu gehen und zu helfen.

Seit 1996 leben Yeriel und Gabrielah Even-Pinah in Israel nahe der Hauptstadt Jerusalem. In der Nähe der Klagemauer stießen sie auf eine Suppenküche, wo sie zu helfen begannen. Inzwischen hat sich ihre soziale Arbeit ausgedehnt, sie kümmern sich um warme Mahlzeiten für alte und kranke Menschen, um Lebensmittelpakete für bedürftige Familien, um Kinder, die arm sind und oft Mutter oder Vater bei einem der so häufigen Terroranschläge verloren haben. „Ihnen liegt aber auch Versöhnungsarbeit am Herzen. So helfen sie auch palästinensischen Straßenkindern“, erzählt Rico Gläsner. Seit kurzem ist er Vorsitzender des Chessed Israel e.V., der 1999 in Deutschland gegründet wurde, um die Arbeit von hier aus zu unterstützen, und dem inzwischen bundesweit 130 Familien angehören.

Zurzeit reisen Yeriel und Gabrielah Even-Pinah durch Deutschland. Ab heute sind sie zu Gast bei Rico Gläsner, wo sie über ihr Leben, die jüdischen Feste, ihre Arbeit und die aktuelle Lage in Israel informieren. Wer mehr dazu erfahren will, ist herzlich willkommen.

Themenabende heute und am Freitag jeweils 19.30 Uhr bei Familie Gläsner, Prisch witz Nr. 8. Weitere Informationen bekommt man unter 0174/8 12 08 15.