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Hilfe für bedürftige Senioren

Dank des Vereins „Arnsdorf hilft“ konnten sich 2018 zwei Arnsdorferinnen den Friseur und neue Möbel leisten.

Von Alexander Buchmann
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Alleinstehenden Senioren, die am Monatsende kaum noch Geld zur Verfügung haben, erhalten von einer Dresdner Stiftung finanzielle Unterstützung. Die Antragstellung übernimmt der Verein „Arnsdorf hilft“.
Alleinstehenden Senioren, die am Monatsende kaum noch Geld zur Verfügung haben, erhalten von einer Dresdner Stiftung finanzielle Unterstützung. Die Antragstellung übernimmt der Verein „Arnsdorf hilft“. © Symbolfoto: dpa

Arnsdorf. Sich nach einem Leben, in dem man immer für sich selbst gesorgt hat, einzugestehen, dass man Hilfe braucht, ist ein gewaltiger Schritt. Aber nur wer ihn geht, kann auch Unterstützung erhalten. Und die bietet der Verein „Arnsdorf hilft“, der in einem seiner Projekte bedürftigen Senioren hilft. Wie die SZ Anfang vorigen Jahres berichtete, konnte dieser einer älteren Dame aus Arnsdorf den Friseurbesuch ermöglichen. Die Frau bekommt monatlich nur ein bisschen mehr als 800 Euro Rente. Nach Abzug von Miete, Nebenkosten und Lebensmitteleinkäufen bleibt auf dem Konto der alleinlebenden Seniorin nicht mehr viel übrig.

Hier kam der Verein ins Spiel. „Über meine Arbeit in Dresden habe ich von der Ernst-Lindlau-Stiftung erfahren“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Daniel Skupin damals der SZ. Die unter dem Dach der Bürgerstiftung Dresden laufende Stiftung dient dem Zweck, alleinstehende Personen, die über 60 Jahre und bedürftig sind, finanziell zu unterstützen. 

„Leider kennt die Stiftung kaum jemand und dementsprechend sind die Fördertöpfe voll“, erklärt der Arnsdorfer Daniel Skupin. Die jeweiligen Anträge können allerdings keine Privatpersonen, sondern nur Sozialämter, Vereine, Wohlfahrtsverbände oder soziale Beratungsstellen für die Senioren stellen. Und diese Aufgabe möchte das Team um Daniel Skupin gern übernehmen.

Neues Schlafzimmer für ältere Dame

Vor Kurzem habe man nun eine weitere ältere Dame mit einem neuen Schlafzimmer ausstatten können, erzählt Skupin auf eine erneute Nachfrage der SZ. Und das sei dringend nötig gewesen, da die Matratze der Frau durchgelegen gewesen sei und die Möbel mit Klebeband zusammengehalten wurden, sagt er. Auch sie habe die Hemmschwelle überwunden und sich beim Verein gemeldet.

Diesen Schritt zu machen sei aber nach wie vor für viele Betroffene problematisch. In dieser Generation sei es nicht üblich, dass man etwas geschenkt bekommt, so Skupin. So war es auch bei der Dame, der der Friseurbesuch ermöglicht wird. „Das ist eigentlich nicht meine Art. Ich habe immer sparsam gelebt und meine Kinder allein groß gezogen“, berichtete sie damals der SZ. Sie sei immer allein klar gekommen.

Die Gelder aus der Stiftung beantragen zu lassen, war daher eine große Überwindung. Und auch viel Überredungskunst seitens der Vereinsmitglieder von „Arnsdorf hilft“. Doch vor einem Jahr haben Daniel Skupin und Überredungskünstlerin sowie Vorstandsmitglied Irmgard Angermann schließlich den Antrag gestellt und zu Jahresbeginn war das Geld auf dem Vereinskonto.

Stiftung arbeitet unkompliziert

„Das schöne an der Stiftung ist, dass sie völlig unkompliziert ist“, so Daniel Skupin. Die Antragsteller müssten nur ihre Bedürftigkeit nachweisen. Dazu reichte in diesem Fall bereits der Rentenbescheid. Die Stiftung bezahlte zwei Friseurbesuche, vier Termine bei der Fußpflege sowie eine neue Küchenuhr und einen Teppich. „Vor allem Friseur und Fußpflege dienen nicht nur dem eigenen Wohlbefinden, sondern auch der Gesundheit“, erklärt Daniel Skupin. Und darauf sollte niemand verzichten müssen, ist der Vorstandsvorsitzende überzeugt.

In diesem Jahr will der Verein seine Bemühungen verstärken, um noch mehr Senioren helfen zu können, kündigt Skupin an. Es gebe bereits Ideen, mit Pflegediensten und rechtlichen Betreuern ins Gespräch zu kommen. „Wir können vor allem so viele verschiedene Sachen beantragen. Vom kleinen Erholungsurlaub über Umzugshilfen bis hin zu Gesundheitsmitteln, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden. Die Liste ist wirklich lang“, betont Daniel Skupin.

Es bedarf nur einen kleinen Schritt der Überwindung seitens der Senioren. „Wer möchte, kann uns einfach einen Zettel in den Briefkasten stecken und uns eine Telefonnummer mit der Bitte um Rückruf hinterlassen“, so der Vorstandsvorsitzende. Im Anschluss könne man sich einen Termin vereinbaren und gemeinsam den Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen. Damit das Leben auch für die Senioren ein Stückchen einfacher und angenehmer wird.