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Radebeul

Hilfe für gefährdete Wildpflanzen

Schüler, Kindergartenkinder und interessierte Bürger im Kreis Meißen können Paten für seltene Arten werden.

Die Skabiosen-Flockenblume, die Insekten magisch anzieht, wächst auf Trockenrasen oder trockenen Wiesen, in lichten Wäldern oder auf extensiv
genutzten Äckern. Sie wird auf der Roten Liste für Sachsen als gefährdet geführt.
Die Skabiosen-Flockenblume, die Insekten magisch anzieht, wächst auf Trockenrasen oder trockenen Wiesen, in lichten Wäldern oder auf extensiv genutzten Äckern. Sie wird auf der Roten Liste für Sachsen als gefährdet geführt. © A. Kühne

Dresden/Radebeul. Seit Langem ist ein steter Rückgang und vielmals sogar der Verlust von heimischen Tier- und Pflanzenarten zu verzeichnen. Auch in Sachsen verschwinden Lebensräume oder verändern sich ungünstig. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden in der Gärtnerei des Dresdner  Umweltzentrums Jungpflanzen angezogen, z. B. von seltenen oder gefährdeten Pflanzen wie Herzgespann, Betonie, Skabiosen-Flockenblume, Färberhundskamille, Zittergras und Großem Wiesenknopf.

Schüler, Kindergartenkinder und interessierte Bürger können im Rahmen des Projektes „Urbanität & Vielfalt" Paten für seltene Arten werden. Über die Sommermonate können sie die Pflänzchen hüten und großziehen. Vor allem bei Trockenheit, wie sie in den letzten beiden Jahren vorkam, ist die Pflege besonders wichtig. 

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Dabei bleiben viele der Pflanzen im Topf, denn im Spätsommer werden sie an das Umweltzentrum zurückgegeben. Sie sind für die Ausbringung an ihren ursprünglichen, natürlichen Standorten zur Bestandsstützung vorgesehen. 

In Abstimmung mit den Unteren Naturschutzbehörden werden die Flächen ausgewählt. So konnten in den letzten beiden Jahren beispielsweise fast 2.000 Pflanzen des Großen Wiesenknopfes in einem Schutzgebiet bei Bärnsdorf ausgepflanzt werden.

 Einige Arten, wie der Gute Heinrich oder die Färber-Hundskamille, können auch im Garten oder im Balkonkasten gepflanzt werden. Von diesen ernten die Pflanzenpaten später die reifen Samen und geben diese zurück.

In der Gärtnerei des Dresdner Umweltzentrums werden Jungpflanzen seltener und gefährdeter Arten angezogen und dann an Pflanzenpaten in Dresden und im Landkreis Meißen verteilt.
In der Gärtnerei des Dresdner Umweltzentrums werden Jungpflanzen seltener und gefährdeter Arten angezogen und dann an Pflanzenpaten in Dresden und im Landkreis Meißen verteilt. © A. Kühne

Schulen und Kindergärten, die die Projektpflanzen in einem Beet zu Anschauungszwecken präsentieren und Bienen, Schmetterlingen, Käfern und Schwebfliegen einen Anflugpunkt bieten, können die Patenpflanzen auch dauerhaft an ihrem neuen Standort belassen und z. B. mit den Kindern später die Samen ernten und zurückgeben.

Das Gebiet, in dem das Projekt „Urbanität & Vielfalt“ stattfindet, erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet Dresden und den Landkreis Meißen. Die jungen Pflänzchen werden demnächst in die Hände der Pflanzenpaten übergeben. 

Dabei wird, je nach individuellen Möglichkeiten der Teilnehmer und den Standortbedingungen, eine passende Auswahl an Pflanzen zusammengestellt. Auch Pflanzensteckbriefe und Kulturanleitungen werden mit ausgegeben, sodass auch der weniger versierte Naturfreund mitmachen kann.

Der Große Wiesenknopf liebt mäßig trockene bis feuchte Mager- und Frischwiesen, Feuchtwiesen und extensiv genutzte Weiden. Er gilt zwar derzeit als ungefährdet in Sachsen, aber seine natürlichen Lebensräume verinseln immer mehr, werden immer weniger oder
Der Große Wiesenknopf liebt mäßig trockene bis feuchte Mager- und Frischwiesen, Feuchtwiesen und extensiv genutzte Weiden. Er gilt zwar derzeit als ungefährdet in Sachsen, aber seine natürlichen Lebensräume verinseln immer mehr, werden immer weniger oder © A. Kühne

Um das Projekt vorzustellen, waren mehrere Veranstaltungen geplant, um auf die Pflanzenpatenschaft einzustimmen und über Details aller Projektpflanzen und deren Gefährdungsstatus zu informieren.

 Leider konnte aufgrund der Corona-Einschränkungen keiner der angekündigten Termine stattfinden. Stattdessen gibt es nun einen kleinen Leitfaden zum Projekt, in dem alle wichtigen Informationen enthalten sind. Wer sich kurzfristig noch beteiligen und einige Patenpflänzchen bei sich beherbergen möchte, bekommt den Leitfaden und einen kurzen Fragebogen zu seinem Standort im Garten oder auf dem Balkon per E-Mail zugesandt. 

Anfragen dazu sind bis zum 13. Mai unter der Telefonnummer 0351 4943521 oder per E-Mail an [email protected] möglich.

Die Ausgabe der Pflanzen für angemeldete Teilnehmer des Landkreises Meißen ist am 21. Mai und am 14. Juni 2020 geplant. Während der Zeit der Pflanzenpatenschaft gibt es verschiedene Angebote, wie zum Beispiel regelmäßige Sprechstunden in der Gärtnerei des Umweltzentrums oder thematische Nachmittage.

Informationen zum Projekt „Urbanität & Vielfalt" findet man auch online unter www.uzdresden.de und www.UundV.de (SZ/ul)

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