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Hilfe für Rumänien geht weiter

Lauterbach

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Der Verein „projekt LEBEN e.V.“ hält seit neun Jahren intensive Kontakte zur jungen Romakirche in Rumänien. Bereits vorher hatte die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Lauterbach Hilfe für Rumänien geleistet. Dabei wurden vorrangig Hilfstransporte für bedürftige Menschen in Rumänien organisiert.

Keine Transporte mehr

Der Verein organisiert keine Hilfstransporte mehr, sondern unterstützt die Eigeninitiative der Menschen vor Ort, wie Projektleiter Matthias Netwall erzählt. „Wir arbeiten mit den Leitern der jungen Romakirche in Rumänien zusammen. Dabei unterstützen wir Bildungsprojekte, entwickeln gemeinsam Projekte zur Existenzsicherung und helfen bei Katastrophen“, so Netwall.

Etwa zwanzig Frauen haben unlängst mit einer zweijährigen Ausbildung zur Gesundheitshelferin begonnen. Zu dieser Ausbildung gehört Wissen um Ernährung, Erziehung, Geburt, Hygiene, natürliche Familienplanung, Massagen sowie die Anwendung von Heilkräutern. Auch diese Ausbildung wird von den Lauterbachern unterstützt. So werden im Frühjahr wieder mehrere Freiwillige nach Rumänien reisen und konkretes Wissen vermitteln. Unter ihnen sind je eine Physiotherapeutin, eine Krankenschwester sowie eine Hebamme. „Durch die Ausbildung kann den Menschen vor Ort so geholfen werden, dass sie sich bald selbst helfen können“, so Netwall.

Hinzu komme, dass die meisten Roma keine Krankenversicherung haben. So müssen sie ihre Medikamente selbst finanzieren. Um behandelt zu werden, müssen sie also auch noch zusätzliches Geld aufbringen.

Erst im November dieses Jahres waren sechs Helfer, unter ihnen Projektleiter Matthias Netwall, in Sacele in der Region Siebenbürgen. Dort wird der Bau eines Hauses unterstützt, dessen Räume zukünftig als Internat genutzt werden sollen. Außerdem ist vorgesehen, in diesem Haus Frauenseminare und Weiterbildungen durchzuführen.

Elektrik erneuert

Ein deutscher Elektriker installierte während des Besuches die Elektrik des Hauses. „Durch unsere Reisen nach Rumänien wissen wir, wo Hilfe besonders nötig ist“, sagt Matthias Netwall. Denn gerade die Roma leben in Rumänien unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. „Wir sehen dort immer wieder Hütten aus Wellblech, in denen ganze Familien auf engstem Raum hausen, weder fließend Wasser noch Strom haben.“ Deshalb ist der Verein immer wieder auf Spenden angewiesen, damit die Hilfe weitergegeben werden kann. So unterstützt der Verein auch Schüler und Studenten, die beispielsweise das Geld für die Busfahrt nicht oder nur schwer aufbringen können. „Dabei spielen die persönlichen Kontakte eine große Rolle“, sagt Matthias Netwall weiter. Es wird aber darauf geachtet, nicht sämtliche anfallende Kosten zu tragen, „damit die Eigeninitiative der Roma erhalten bleibt“, betont Netwall. So wird darauf geachtet, dass keine Abhängigkeiten, sondern Partnerschaften entstehen.