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Hilfe in der Warteschleife

Das Projekt „TineTom“ vom Verein Pro Jugend soll Schülern in Bannewitz helfen. Nun fehlt dafür das Geld.

Von Nane Krüger und Verena Weiß

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Großer Badespaß in Freitals Freibädern 

Nach vielen Renovierungsarbeiten ist die Badesaison in den Freibädern "Windi" und "Zacke" in vollem Gange. 

Wo liegen meine Stärken? Und wie kann ich sie besser nutzen? Fragen, die sich die Schüler bisher nicht gestellt haben. Anders an diesem Tag in der Oberschule „Am Marienschacht“ in Bannewitz. Max, Noah und Anja sprechen mit Desiree Wagner über ihre Fähigkeiten.

Eine Situation, die Teil eines Projektes ist. Unter dem etwas sperrigen Namen „TineTom – Kompetenzentwicklung für Schüler“ sucht die Sozialpädagogin vom Verein Pro Jugend Kontakt zu den Jugendlichen, die Probleme haben, sich im Unterricht zu konzentrieren oder das Lernen schwerer fällt als ihren Mitschülern. Manche von ihnen brauchen auch nur einen kleinen Schubs für das eigene Selbstbewusstsein, weiß Desiree Wagner aus Erfahrung. Genau das will das Projekt schaffen – oder wollte? Denn „TineTom“ muss pausieren.

Auch in Geising Projekt aufgegeben

Nachdem die Gelder noch zum Oktober vergangenen Jahres bewilligt wurden und das neue Schuljahr mit dem Projekt beginnen konnte, ist jetzt schon wieder Schluss. Die Förderung endete im Dezember, für die folgenden Monate zahlen die Europäischen Sozialfonds nicht. Es ist damit bereits die zweite Schule, an der das Projekt „TineTom“ aufgegeben werden muss. Vorigen Sommer endete es bereits an der Oberschule in Geising. Die dortige Schulleitung habe kein Interesse mehr an der Fortführung gezeigt und hielt Nachhilfe für die Schüler für ähnlich zielführend.

In Bannewitz aber ist die Lage anders. Schulleiter Gert Winter berichtet ausschließlich positiv über das Projekt und die Wirkung auf die Kinder: „Sobald das Projekt erst einmal etabliert und bekannt wurde, waren die meisten Eltern sehr angetan“, sagt er. Er habe viele positive Rückmeldungen über die Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Jugend erhalten. Wohl auch, weil das Programm für die betreffenden Schüler sehr vielfältig gestaltet war. „Wir waren an mehreren Tagen der Woche in der Schule, standen für die Schüler als Ansprechpartner zur Verfügung und unterstützten die Schulleitung als Vermittler bei Problemen“, erläutert Desiree Wagner die Aufgaben, die sie bisher im Rahmen des Projektes wahrgenommen hat. Neben Einzelgesprächen arbeiteten die Jugendlichen auch in Gruppen zusammen und konnten an außerschulischen erlebnis- und freizeitpädagogischen Aktivitäten teilnehmen, wie zum Beispiel an dem gemeinsamen Besuch der Technischen Sammlungen in Dresden oder einem Ausflug in die Kletterhalle. Die Eltern dagegen hatten vermutlich eher Freude an Notenverbesserungen ihrer Sprösslinge und warfen schon mal einen deutlich unbesorgteren Blick gen Schulabschluss. Denn das Projekt des Vereins will nicht nur auf den wichtigen Schulabschluss, sondern auch auf die Ansprüche, die später im Berufsleben gestellt werden, vorbereiten. „So hoffen wir, dass wir TineTom im zweiten Schulhalbjahr zurück an die Oberschule Bannewitz bringen können“, erklärt Desiree Wagner. Es wäre den insgesamt 15 Teilnehmern zu wünschen, dass ihnen diese Förderung erneut zugute kommt. Denn Unterstützung können viele Schüler gebrauchen, nicht nur in Bannewitz. Wer einen Blick in ein Klassenzimmer wirft, wird meist folgendes Bild vorfinden: Eine Klassenstärke von deutlich über 20 Schülern und vor ihnen ein Lehrer, der versucht, den Unterricht bestmöglich zu gestalten. Nicht alle Schüler sind der Belastung und dem Pensum des Lehrstoffes auf Anhieb gewachsen.

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