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Hilferuf aus dem Liberecer Theater

Geplante Baumaßnahmen wurden abgesagt, obwohl Geld von der EU vorhanden war.

Von Katja Zimmermann

Liberec. Das Liberecer (Reichenberger) F.X. Šaldy-Theater befindet sich im 130. Jahr seines Bestehens in einem Havarie-Zustand. Das sagte dessen Leiter Martin Otava dem Nachrichtenportal idnes.cz. Was das technische Umfeld betrifft, kenne er in Böhmen und Mähren kein Theater, das in schlechterem Zustand sei. „Die Bedingungen, unter denen die Künstler arbeiten, sind nicht gut“, wird der Stellvertreter der Oberbürgermeisterin, Kamil Jan Svoboda, zitiert. Es tue ihm leid, dass bereits geplante und genehmigte EU-geförderte Baumaßnahmen im letzten Moment abgesagt werden mussten, weil Liberec als zweiter Geldgeber abspringen musste.

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In beinahe desolatem Zustand seien die mit Holzpfeilern abgestützten Decken in den Damen- und Herren-Umkleiden des Ensembles. Das Orchester habe nur improvisierte Garderoben unter der Bühne ohne jegliche Ausstattung. Auch auf der Bühne fehle es an besserer Technik – zum Beispiel eine Drehbühne und ausziehbare Tische – die einen schnelleren Kulissenumbau und einen besseren visuellen Eindruck bei den Zuschauern ermögliche.

Noch vor wenigen Monaten habe es so ausgesehen, dass Arbeiten im Kellergeschoss für mehr als 100 Millionen Kronen (etwa vier Millionen Euro) angegangen werden sollten; was auch schon in den vergangenen Sommerferien geplant war. Die Stadt habe jedoch den nötigen Eigenanteil von 15 Millionen Kronen (rund 600 000 Euro) nicht bestreiten können und sei von dem Projekt zurückgetreten. Wie lange das Theater unter den jetzigen Bedingungen weiter funktionieren kann, wissen laut idnes.cz weder der Theaterchef noch der stellvertretende OB. Sie wollen aber versuchen, die geforderten Normen hinsichtlich Sicherheit und Hygiene einzuhalten. Svoboda hofft, dass ein erneuter Anlauf auf ein EU-gefördertes Projekt erfolgreich ist. Dann wolle er sich wegen des Eigenanteils an den Liberecer Bezirk wenden, heißt es.

Nächstes Jahr will sich die Stadt um den schlechten Zustand des Personen- und Lastenaufzugs des Šaldovo-Theaters kümmern. Die Kosten liegen bei mehr als 2,5 Millionen Kronen, also etwa 100 000 Euro.