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Hinterhaus am Markt 17 wird abgerissen

Die Stadt hat das Gebäude erworben. Der Abbruch erfolgt noch dieses Jahr. Dann wird das Gelände erschlossen.

Von Tina Soltysiak

Von der Marktseite aus sieht das Haus Nummer 17 einladend aus. Ein Blick hinter die Kulissen von der Oberlanggasse aus offenbart jedoch ein wesentlich unansehnlicheres Bild: eingeschlagene Fenster, fehlende Türen, ein baufälliges, löchriges Dach. „Noch in diesem Jahr soll das Hinterhaus abgerissen werden“, so Bauamtsleiter Thomas Schröder. Rund 85 000 Euro werde das kosten. Die Stadt hat das Gebäude gekauft. Die Weichen dafür hat der Rat gestellt. „Vor zweieinhalb Jahren hatten wir schon einmal den Anlauf genommen, der Kauf ist dann aber an den inakzeptablen Vorstellungen des Eigentümers gescheitert“, sagte Tomas Schulze vom Amt für Liegenschaften der Stadt Leisnig. Der Besitzer hatte gefordert, ein Mitspracherecht bei der Nachnutzung des Gebäudes zu haben und einen Kaufpreis von 250 000 Euro angesetzt. Laut einem Gutachten sind 53 000 Euro eine gerechtfertigte Summe. „Es bestehen seitens der Stadt noch offene Forderungen gegenüber dem Eigentümer, die vom Kaufpreis abgezogen werden, sodass wir unter dem Strich wohl mit einer Null rausgehen werden“, so Schulze.

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Die Immobilie, zu der auch das Vorderhaus gehört, das erhalten wird, soll aber möglichst nicht in kommunaler Hand bleiben. Es gäbe bereits Interessenten, die sich als Investoren ins Gespräch gebracht hätten. „Es wäre schön, wenn sich eine Herberge mit gehobenen Standard ansiedeln würde. Der Bedarf ist vorhanden“, sagte Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU).

Dort, wo jetzt noch das marode Gebäude steht, seien Parkplätze denkbar. „Wenn der Abriss fertig ist, soll das Gelände erschlossen werden“, sagte Bauamtschef Schröder. Dann werden auch die Restarbeiten an der Oberlanggasse abgeschlossen. „Wir haben den Bereich vor dem Hinterhaus bewusst nicht gepflastert, da die Baufahrzeuge drüberfahren. Die Stellfläche wird hergerichtet, wenn die Abbrucharbeiten beendet sind“, ergänzte er.

Tobias Goth bezeichnete das größte Grundstück gleichsam als das bedeutendste im sogenannten Quartier 11. Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt, um die Wohnqualität in der Altstadt zu verbessern. Bereits im vergangenen Jahr sind deshalb an der Turnerstraße / Kreuzung Oberlanggasse Eckhäuser dem Erdboden gleichgemacht worden. Die Gebäude waren zu marode. Sie zu retten, wäre nicht wirtschaftlich gewesen. Gefördert wurde der Abriss in Leisnigs Altstadt zu zwei Dritteln aus dem Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“. Zur Verbesserung der Wohnsituation im Bereich Westseite des Marktes sollen insgesamt 16 Gebäude zurückgebaut werden. Damit wird auch dem Überangebot an Wohnungen in der Stadt entgegengewirkt. Das Statistische Landesamt Sachsen wagte 2007 die Prognose, dass die Stadt Leisnig, ohne die umliegenden Ortschaften der Altgemeinde Bockelwitz, im Jahr 2020 nur noch etwas mehr als 5 000 Einwohner haben wird. Zum Zeitpunkt der Erhebung hatte Leisnig 6 626 Einwohner.

Das Quartier 11, für das Pläne für die Umgestaltung seit 2008 existieren, erstreckt sich zwischen Markt und Oberlanggasse sowie Turnerstraße und Niedermarktgasse.