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Landwirte retten Karpfen

Agrarfirmen halfen mit, dass die Fische in Hirschbach die Hitzewelle überleben. Und das mitten in der stressigen Erntezeit.

Mit Hilfe von Agrarunternehmen konnten die Karpfen im Hirschbacher Oberteich gerettet werden.
Mit Hilfe von Agrarunternehmen konnten die Karpfen im Hirschbacher Oberteich gerettet werden. © Ortswehr Hirschbach

Nur knapp konnten die Hirschbacher eine mittlere Katastrophe verhindern. Der Anstoß kam von einem aufmerksamen Mitbürger. Dem war aufgefallen, dass die Karpfen im Oberteich wie Blauwale aus dem Wasser springen. Er meldet das Gesehene Ortsvorsteher Jörg Paulusch (CDU), der zugleich auch Ortswehrleiter ist. Dem wurde sofort klar, warum die Tiere so handeln. Das Wasser im Teich führt zu wenig Sauerstoff. 

Dafür gibt es mehrere Ursachen, so Paulusch. Zum einen gib es keinen Bach, der in den Oberteich mündet. Zum anderen hatte es in den letzten Tagen nicht geregnet, damit floss auch kein Regenwasser in den Teich. Dazu kommt, dass eine Menge Wasser aufgrund der Hitze verdunstete. Und dann gibt es da noch eine kleine undichte Stelle im Oberteich, die die Hirschbacher noch nicht entdeckt haben. Das alles führte dazu, dass der Teich Wasser verliert. Das Wasser, welches noch drin ist, hat sich durch die Sonneneinstrahlung immer weiter erwärmt.  Und das führte dazu, dass es immer weniger Sauerstoff enthält.

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Denn Tieren musste schnell geholfen werden, sagt Paulusch. Doch wer kann an einem späten Sonntagnachmittag - gemeldet wurde der Vorfall am 5. August - Wasser in ausreichender Menge liefern? Paulusch fragte bei der Agrargesellschaft Reinhardtsgrimma an. Er bat den zuständigen Mitarbeiter, ein Anhänger mit Wasserfass zur Verfügung zu stellen. "Er sagte den zu", so Paulusch. Auch einige Kameraden von der Ortswehr wollten bei der Rettungsaktion mithelfen. Gemeinsam organisierten sie 6.000 Liter Wasser, das sie wenig später in den Teich einspeisen konnten. "Das erzeugte erst einmal genügend Sauerstoff, um den Karpfen das Atmen wieder zu erleichtern", so Paulusch. Den Helfern wurde aber auch klar, dass mehr Wasser her muss. Denn die Prognosen vom Wetterbericht waren eindeutig: Die Natur werde ihnen in den nächsten Tagen nicht helfen.

Paulusch klingelte den Geschäftsführer der Firma Reinholdshainer Agrar-Service GmbH an. Auch er sicherte schnelle Hilfe zu. Er stellte den Hirschbacher nicht nur einen Anhänger mit einem 10.000 Liter-Wasser-Tank zur Verfügung, sondern auch Wasser. "Wir  brauchten nur noch einen Traktor, welcher stark genug ist, den Anhänger ziehen zu können", so Paulusch. Dieser stellte die Firma Landtechnik Nürnberger GmbH aus Reinholdshain bereit. Den Hirschbachern war es damit möglich, zweimal 10.000 Liter Wasser in den Teich einzuspeisen. Damit konnten die Karpfen gerettet werden.

Ortswehrleiter Paulusch: "Ich bin den Agrarunternehmen sehr dankbar für die schnelle und unkomplizierte Hilfe." Diese stellten ihre Technik mitten in der Erntezeit zur Verfügung. "Umso mehr zollen wir dieser Hilfe sehr großen Respekt. Wenn die Karpfen reden könnten, würden sie auch 'Dankeschön!' sagen."

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Im Oberteich befinden sich derzeit um die 35 Karpfen. Diese erhielt die Ortsfeuerwehr Hirschbach Ende 2019 von einem Fischhändler, der diese vor Silvester nicht mehr als Fischbraten verkaufen konnte. Die Unkosten übernahm eine Hirschbacher Familie, so Paulusch. Die Karpfen sollen unter anderem dazu beitragen, dass der sanierte Teich nicht wieder mit Wasserpflanzen zuwächst und dadurch weiterhin als Löschteich genutzt werden kann. 

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