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Dippoldiswalde

Baugebiet führt nicht zu höheren Gebühren

In der Debatte um neues Bauland in Hirschbach gibt es den nächsten offenen Brief. Darin wirbt der Ortschef um Zustimmung.

Auf diesen Freiflächen an der Hermsdorfer Straße in Hirschbach könnten Einfamilienhäuser entstehen.
Auf diesen Freiflächen an der Hermsdorfer Straße in Hirschbach könnten Einfamilienhäuser entstehen. © Karl-Ludwig Oberthuer

In der Debatte um das potenzielle Baugebiet im Glashütter Ortsteil Hirschbach hat sich Ortsvorsteher Jörg Paulusch (CDU) zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief legt er dar, weshalb sich der Ortschaftsrat für dieses Vorhaben eingesetzt hat. Grundsätzlich wolle der Ortschaftsrat nur das Beste für Hirschbach. Und das heißt, dass man nicht nur das Vorhandene verwalten, sondern auch etwas gestalten wolle. 

Dazu gehört auch das Schaffen von Bauland. Damit wolle man neue Einwohner  gewinnen. Paulusch erinnerte daran, dass die Einwohnerzahlen im heutigen Glashütter Stadtgebiet von 8.000 im Jahr 1990 auf aktuell 6.700 gesunken ist. "Weniger Einwohner heißt weniger Nachfrage beim Einzelhandel, weniger Arbeitskräfte, weniger Mitglieder in Vereinen und Feuerwehren. Nicht zuletzt sorgen weniger Einwohner auf für geringe Einnahmen bei der Stadt und beim Eigenbetrieb."

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Paulusch geht auch auf die Bedenken der Kritiker ein, die befürchten, zu wenig Mitsprache bei dem in die Wege geleiteten Verfahren zu haben. Das sogenannte beschleunigte Verfahren sehe eine öffentliche Auslegung vor. Behörden, Verbände und Einwohner können hier ihre Stellungnahme abgeben. Die Stadt als Planungsträger ist auch bei diesem Verfahren verpflichtet, "alle Stellungnahmen zu prüfen und abzuwägen." Letztendlich obliege es am Ende dem Stadtrat, die Planung unter Beachtung der vorgetragenen Einwände zu prüfen und dann zu beschließen oder nicht zu beschließen. Aus diesem Grund hatte auch der Ortschaftsrat keine Bedenken gegen das Verfahren. In den Vorgesprächen konnte man auf die Grundzüge des Planes Einfluss nehmen. "Hier haben wir uns unter anderem dafür eingesetzt, dass sich das Baugebiet in unseren Ort einfügt. So wurde eine Mindestgrundstücksgröße von 750 Quadratmetern als Ziel vereinbart", so Paulusch. Rechts und links der Hermsdorfer Straße werden demnach jeweils circa 15 Baugrundstücke entstehen. Zudem könne die Stadt im Planungsprozess Vorgaben machen. Dem Stadtrat obliege es laut Paulusch letztendlich, am Ende des Prozesses die vorgelegte Planung unter Beachtung der vorgetragenen Einwände zu prüfen und dann zu beschließen oder nicht zu beschließen.

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Die Fragen, die Kritiker des Baugebietes vor wenigen Tagen in einem offenen Brief formuliert haben, wolle man bei einer Einwohnerversammlung beantworten, so Paulusch. Diese soll dann stattfinden, "wenn der Investor nach Ablauf der Bedenkzeit, um die er nach der Debatte gebeten hat, signalisiert, dass er an der Projektidee festhält." Eine Sorge will der Ortschef den Mitbürgern bereits jetzt schon nehmen: Das Baugebiet werde zu keinen finanziellen Belastungen führen. Die Abwassergebühren werden nicht steigen. "Es ist grundsätzlich eher davon auszugehen, dass sich zusätzliche Kunden positiv auf die Finanzierung der Abwasseranlagen und damit die Abwassergebühren auswirken." Mit dem Baugebiet werde es auch wahrscheinlicher, dass Fördermittel für die notwendige Erneuerung der Kläranlage bereitgestellt werden. Und da ein Investor das Gebiet erschließen wolle, trägt dieser das gesamte wirtschaftliche Risiko des Verfahrens und der Vermarktung. "Dies schützt die Stadt und damit die Steuerzahler vor nicht unerheblichen finanziellen Risiken."

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