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Hirsche fürs Taschenbergpalais

Nobelhotels kaufen ihr Wild frisch im Umland – auch in Welxande.

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Von Birgit Ulbricht

Die Kaltenbacher Hirsche haben es auf die Speisekarte des Kempinski geschafft. „Deer from Kaltenbach“ mit Petersilie, Tramezzini, Sellerie und Hokkaido. Japaner, Briten und Spanier lieben es.

Längst holen sich Nobelhotels und Gaststätten der Landeshauptstadt ihre Waren frisch aus dem Umland. Auch der Theaterkahn „Kahnaletto“ und das Hotel Bellevue werden vom Hofgut am Kaltenbach beliefert. Was den Gästen an Dam- und Rotwild aufgetischt wird, wächst auch in den Wildgattern in Lötzschen heran. „Natürlich kaufen wir auch von kleineren Wildhaltern zu“, sagt Jörg Noack. Schließlich muss der Wildbestand erhalten und gepflegt werden.

Etwa 100 Damwild-Tiere werden das ganze Jahr geschlachtet und an die besten Küchen geliefert. Jetzt, kurz vor Weihnachten allein um die 40 Hirsche, die als Festtagsgerichte in den verschiedensten Häusern serviert werden. Das Umland versorgt die Landeshauptstadt, ganz wie zu August’s Zeiten. Die Zeiten, in denen die Küchenchefs Fleisch, Obst oder Backwaren nur von überregionalen Anbietern ankauften, sind endgültig vorbei. Heute werben die Hoteliers mit heimischer Küche, mit frischen Produkten und made in Saxony. Um den enormen Bedarf kontinuierlich zu sichern, müssen die Wildbestände gesund und stabil bleiben. Etwa 300Stück Kaltenbacher Damwild bleiben deshalb jedes Jahr über den Winter im Gehege stehen. Althirsche und Kühe und 110 Jungtiere, die in diesem Jahr geboren wurden. Damit die Touristen auch nächstes Jahr vom sächsischen Wildbret schwärmen.

Wildweihnacht in Kreyern

Nächster dick angestrichener Termin ist der morgige Sonnabend. Da wird im Forsthaus Kreyern wieder Wildbret aus der Region angeboten. Auf die größere Nachfrage nach Wild hat jetzt auch der Landesjagdverband reagiert. Er hat das erste sächsische Wild-Kochbuch herausgebracht.

Für die Regionale Vermarktung lohnen sich auch die kleineren Gehege. Im Großenhainer Land gibt es insgesamt vier: in Welxande, Liega, Strauch und Schönborn. Bei Damwildhalter Gerd Schurig in Strauch wurden etwa 60 Kälber geboren. Er vermarktet sein Wild aber ausschließlich im eigenen Hofladen. Auch Martin Steinborn aus Schönfeld vermarktet sein Wild privat. Andreas Zühlke aus Liega gehört mit 15 Tieren ebenfalls zu den Klein-Haltern.