merken
PLUS

Hirschfelder haben wieder eine eigene Sparkasse

Am Mittwoch wurde die neue Filiale eröffnet – früher als erwartet.

© SZ Thomas Eichler

Von Jan Lange

Neuneinhalb Monate haben die Hirschfelder ohne eigene Sparkassen-Filiale auskommen müssen. Seit Mittwoch gibt es wieder eine Geschäftsstelle im größten Zittauer Ortsteil. Zittaus Bürgermeister Michael Hiltscher (CDU), selbst Hirschfelder und Kunde der Sparkasse, hätte sie gern eher gehabt, wie er Sparkassen-Chef Michael Bräuer bei der Begrüßung erklärte. Für Bräuer war das eine gelungene Vorlage, denn er wies Hiltscher sofort darauf hin, dass die Bauarbeiten früher abgeschlossen werden konnten als geplant. „Wenn das bei allen Baumaßnahmen der Stadt so wäre“, fügt der Sparkassen-Chef hinzu.

Anzeige
Wer wird Juniormeister im Handwerk?
Wer wird Juniormeister im Handwerk?

Mehr als ein Praktikum: Im Projekt Juniormeister können Schüler ihr Wunschhandwerk hautnah kennenlernen und sich ausprobieren.

© SZ Thomas Eichler

Die Eröffnung der neuen Hirschfelder Filiale war eigentlich erst Anfang Juli angedacht. Doch der Bau machte so rasche Fortschritte, dass die Geschäftsstelle einen Monat früher eröffnet werden konnte. Dabei war ein Umzug vom Markt an die Komturgasse anfangs gar nicht vorgesehen. Die alte Filiale sollte lediglich saniert werden. „Wir haben gehofft, noch lange in dem Haus am Markt bleiben zu können“, sagt Bräuer. Doch die Folgeschäden durch das Hochwasser 2010 waren so massiv, dass eine Sanierung nicht mehr möglich gewesen sei und das Gebäude nur noch abgerissen werden konnte. Das Ausmaß der Schäden sei im Vorfeld nicht absehbar gewesen.

Die Sparkasse stand dadurch vor der Frage, eine neue Filiale zu bauen oder in ein anderes Gebäude umzuziehen. „Ein Neubau hätte länger gedauert, dann hätten wir die Filiale jetzt noch nicht wiedereröffnen können“, erklärt Bräuer. Laut Sparkassen-Chef seien mehrere alternative Standorte geprüft worden – vor allem auch hinsichtlich Statik und Sicherheit. Letztlich entschied sich das Geldinstitut für das Wohn- und Geschäftshaus gegenüber der evangelischen Kirche. Für das Objekt sprach vor allem seine Lage: Die neue Filiale in der Komturgasse 1a liegt ebenfalls im Ortszentrum, nur wenige Hundert Meter vom alten Standort entfernt.

Die Räume in dem Objekt, die von der Sparkasse genutzt werden, standen seit der Errichtung des Gebäudes Mitte der 1990er Jahre leer. Pläne, dort eine Gaststätte unterzubringen, wurden nie umgesetzt, wie Hirschfeldes Ortsbürgermeister Bernd Müller berichtet, der selbst an dem Bau des Hauses beteiligt war.

Müller hatte schon kurz nachdem bekannt wurde, dass die Sparkassen-Filiale am Markt abgerissen werden muss, das Wohn- und Geschäftshaus an der Komturgasse als alternativen Standort ins Spiel gebracht. Zwischenzeitlich sei auch darüber nachgedacht worden, die ehemalige Gaststätte „Hirsch“ am Markt abzureißen und auf der Fläche einen Pavillon wie auf dem Löbauer Platz hinzustellen. „Diese Variante wäre mir auch entgegengekommen“, gibt der Ortsbürgermeister zu. Die jetzige Lösung findet Müller aber sympathischer.

Viele Hirschfelder hatten nach der Schließung der alten Filiale befürchtet, dass sich die Sparkasse ganz aus ihrem Ort zurückziehen könnte. Sie sammelten deshalb Hunderte Unterschriften für den Erhalt der Sparkassen-Filiale. Die Ängste seien unberechtigt gewesen, betont Bräuer. Die Sparkasse habe immer wieder erklärt, dass sie weiterhin in Hirschfelde bleiben wird. „Wenn wir etwas versprochen haben, dann stehen wir auch zu unserem Wort“, so der Sparkassen-Chef.

Als erste Kundin konnte Bräuer am Mittwoch Gisela Krohe aus Wittgendorf begrüßen. In den vergangenen Monaten musste sie bis zur Filiale auf der Ziegelstraße in Zittau, erzählt die 81-Jährige. „Für uns ist es viele günstiger, wenn es eine Sparkasse in Hirschfelde gibt“, sagt Frau Krohe. Dem kann Ruth Mühlichen aus Schlegel nur zustimmen: „Es ist einfacher, als bis auf den Löbauer Platz oder auf die Frauenstraße zu fahren“, findet die Rentnerin.

Unter die Freude über die Filialeröffnung mischen sich aber auch mahnende Worte. Bernd Müller hofft, dass nach dem Abriss des alten Sparkassengebäudes die Fläche noch gestaltet wird. „Es darf keine Unkrautwiese werden, das würde das Erscheinungsbild im Ortszentrum noch mehr stören“, meint der 71-Jährige.