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Historiker berichtet von Hungersnöten und anderen Katastrophen

Der Faktorenhof startet eine neue Veranstaltungsreihe. Zum Einstieg geht es eher unerfreulich zu.

Ein historischer Vortrag bildet den Auftakt zu einer neuen Veranstaltungsreihe im Faktorenhof Eibau. Am 18. September berichtet Dr. Eberhard Hartstock zum Thema „Biblische Plagen in der Oberlausitz zwischen 1112 und 1869“. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr im Festsaal des Dreiseitenhofes.

Dazu gibt es allerhand Anhaltspunkte in der Geschichte der Region. Die in den 1950er Jahren von Martin Ebert geschriebene Chronik von Eibau zum Beispiel berichtet über Naturkatastrophen, Hungersnöte und besondere Naturerscheinungen in der Gegend. Immer wieder kam es demnach im Verlaufe der Geschichte zu Witterungsunbilden und Krankheitsepidemien. Oft wurden sie als Strafe Gottes angesehen. Extreme Wetterphänomene gab es offenbar auch schon, bevor die Menschheit mit der Klimaerwärmung konfrontiert wurde.

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So kann man in der Ebert-Chronik beispielsweise erfahren, dass 1565 ein sehr harter und strenger Winter war und bei dem vielen Schnee Hasen und Rehe verhungerten. Die strenge Kälte dauerte laut Chronik 114 Tage. 30 Jahre später, am 17. August 1595, gab es eine große Wasserflut, wobei neun Personen ertranken. „Zu Eybe hat es 9 Bauern ersäufet und theils bis gen Oderwitz geschwommen“, heißt es in Eberts Werk. Am 30. Mai 1695 kamen Heuschreckenschwärme, die den Himmel zwei Stunden verfinsterten. Ein schwerer Sturm hatte am 12. Februar 1715 in Neugersdorf an die 1 000 Bäume umgerissen, am Kottmar nahmen 200 Bäume Schaden. Im Januar und Februar 1744 stand ein Komet am nördlichen Himmel, der den Menschen Furcht und Schrecken einflößte. – Die Liste ließe sich fortsetzen. Immer wieder berichtet der Chronist von Krankheiten, von Kriegsereignissen, Missernten und Feuersbrünsten. Mehr als einmal sah sich die Bevölkerung im Laufe der Jahrhunderte mit Hochwassern konfrontiert.

Eberhard Hartstock greift das Thema auf und beleuchtet in seinem Vortrag einen Zeitraum von 750 Jahren. Dabei erinnert er an so manch interessantes wie auch nachdenkliches Ereignis. Zu dem Thema ist auch ein Buch in Arbeit, welches beim Lusatia-Verlag erscheinen wird. Karten für die Veranstaltung sind für drei Euro ab sofort in der Touristinformation „Spreequellland“ im Faktorenhof erhältlich, Restkarten gibt es auch an der Abendkasse. (SZ)

Kontakt:  03586 70 20 51