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Historische Wegesäule wird wieder repariert

Ein Unbekannter hatte die restaurierte Markierung umgefahren. Auf dem Schaden bleibt die Ortschaft sitzen.

© Jörn Haufe

Von Lars Kühl

Jens Kleinschmidt schüttelt den Kopf. Der Ortsvorsteher (Freie Wähler) von Oberwartha ärgert sich über einen Vorfall im Februar. Auf dem Himmelreichweg an der Kreuzung zur Unkersdorfer Straße fehlt deshalb eine alte Wegesäule. Genaues ist nicht bekannt, aber Kleinschmidt geht davon aus, dass ein Lkw die historische Säule beim Wenden umgefahren hat. Sie zersprang dabei in mehrere Teile. Der Sachschaden ist erheblich, rechnet Kleinschmidt vor.

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Die Ortschaft hat den Vorfall bei der Polizei angezeigt und sucht Zeugen. Gemeldet hat sich bislang niemand. Trotzdem wird Oberwartha die Säule wieder aufstellen. Der Ortschaftsrat hat dafür in seiner jüngsten Sitzung eine entsprechende Summe genehmigt. Kleinschmidt geht von einem Material- und Arbeitsaufwand von insgesamt rund 1 000 Euro aus.

Glücklicherweise sei es gelungen, die Reste der Säule zu bergen. Die Originalteile sollen in den nächsten Wochen restauriert werden. Spezialisten verbinden sie dann mit Dübeln und kleben sie zusammen. „Bis zum Sommer steht die Säule auf jeden Fall wieder“, ist sich Kleinschmidt sicher. Auf den Kosten wird die Ortschaft allerdings sitzen bleiben. Deswegen sei der Vorfall auch so ärgerlich. Überhaupt wäre eine schnelle Finanzierung für die Sanierung nur möglich, weil Oberwartha ein eigenes Budget hat, sagt der Ortschef. Wenn die städtischen Ämter eingeschaltet werden müssten, würde eine Genehmigung viel länger auf sich warten lassen.

Es gibt aber noch einen anderen Grund, wieso die Zerstörung für Verärgerung in Oberwartha sorgt. Erst vor einigen Jahren wurden sechs Wegesäulen wieder aufgestellt: eine in Cossebaude an der Gohliser Straße, drei in Niederwartha an der Weistropper/Tännichtgrundstraße, an der Weistropper/alte Straße nach Wildberg und an der Tännichtgrundstraße/Abzweig nach Oberwartha sowie in Oberwartha am Friedensplatz und eben an der Unkersdorfer Straße/Himmelreichweg.

Die historischen Markierungen sind die ältesten Verkehrszeichen der Umgebung und dienten früher als Orientierung, erklärt Klaus Fuchs vom Freundeskreis Heimatkunde Oberwartha. Die Entfernungsangaben in Stunden würden einer bestimmten Länge entsprechen, eine halbe Stunde beispielsweise 2 265,5 Metern. Die kaputte Wegesäule stammt aus dem Jahr 1854 und wurde wie die anderen restauriert oder gar rekonstruiert. Bürger aus Ober- und Niederwartha haben die Arbeiten organisiert. Die drei Ortschaften und die Stadt hatten die Finanzierung übernommen. Die Restaurierung erfolgte durch die Friedrichstädter Firma Alexander Sieg.