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Dresden

Hitze: 7 Dinge, die Sie beachten sollten

Die erste richtig heiße Woche des Jahres rollt an. Was Dresdner Ärzte raten, wie Schulen reagieren und wo Abkühlung verboten ist. 

In Dresdens Brunnen - wie hier am Albertplatz - gilt ein striktes Badeverbot.
In Dresdens Brunnen - wie hier am Albertplatz - gilt ein striktes Badeverbot. ©  dpa/Robert Michael

Seit Tagen wird spekuliert, ob diese Woche die 40-Grad-Marke erreicht werden könnte. Für Dresden rechnen die Meteorologen zwar nicht damit. Heiß wird es trotzdem, vor allem am Mittwoch. Auf wüstenähnliche 36 Grad soll das Thermometer klettern. In den Nächten wird es kaum noch kühl. Und Regen ist für die restliche Woche ebenfalls nicht zu erwarten. Das bedeutet Dürre und Hitze für Dresden:

Wochenmärkte schließen bereits am frühen Nachmittag

Wegen der Hitze lässt die Stadt die kommunalen Wochenmärkte früher schließen. „Qualität und Frische der angebotenen Produkte sind aufgrund der vorhergesagten hohen Temperaturen nur mit verkürzten Öffnungszeiten zu gewährleisten“, sagt Amtsleiter Robert Franke, der für die Märkte zuständig ist. Betroffen sind unter anderem die Märkte in Hellerau, auf der Lingnerallee und dem Alaunplatz. Sie schließen bereits um 14 Uhr.

Ärzte raten, sich auf die Hitze gut vorzubereiten

Schon gesunde Menschen haben mit den hohen Temperaturen zu kämpfen. Je wärmer es werde, desto mehr würde man schwitzen und so neben Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Natrium verlieren, sagt Axel Linke, der Direktor der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie des Dresdner Herzzentrums. Das könne den Elektrolythaushalt schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Die Folge seien Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und Erschöpfung. Umso vorsichtiger sollten vor allem Herzpatienten sein, so der Mediziner. Denn Schwitzen fordere das Herz sehr. Gleichzeitig dürften Menschen mit Herzschwäche nicht zu viel trinken. „Unter Umständen ist bei hohen Temperaturen eine Anpassung der Dosierung von Herzmedikamenten notwendig.“

Nicht nur für Herzpatienten, sondern auch für Gesunde gelte: Schatten aufsuchen, leichte, helle Kleidung und Kopfbedeckung tragen, Sonnenschutzmittel verwenden, Pausen einplanen und bei rotem Kopf, Übelkeit, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Muskelkrämpfen sofort aus der Sonne gehen und den Kopf mit feuchten Tüchern kühlen. Bei Fieber sollte sofort ein Arzt gerufen werden.

Die Elbe ist zu trocken, Dampfschiffe fahren aber noch

So wenig Wasser wie im vergangenen Sommer führt die Elbe zwar nicht. Damals reichte es gerade mal so für 45 Zentimeter – normal sind etwa 1,70 Meter. Mit einem Pegel von 81 Zentimetern führte der Fluss am Montag dennoch zu wenig Wasser. Angaben der Dampfschifffahrt zufolge können jedoch alle Ausflugsdampfer und Salonschiffe noch verkehren. Große Sprünge nach oben sind laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Allerdings soll der Pegel auch nicht dramatisch fallen.

Wälder sind extrem trocken, Brände drohen

Die Trockenheit macht nicht nur der Elbe zu schaffen. Auch in den Wäldern herrscht Dürre. Am Montag galt noch Waldbrandwarnstufe vier, Mitte der Woche muss wohl die höchste Stufe ausgerufen werden, wie aus Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hervorgeht. Der Staatsbetrieb Sachsenforst weist darauf hin, dass offene Feuer im Wald immer verboten sind. Rauchen, Grill und Lagerfeuer sind also tabu. Auch Autos und Motorräder dürfen nicht in den Wald fahren. Die trockene Bodenvegetation könne sich leicht entzünden und Waldbrände verursachen.

Erste Schulen verkürzen wegen der Hitze den Unterricht

28 Grad im Klassenzimmer und dann noch Mathematikaufgaben richtig lösen? Dass die Konzentration mit zunehmender Hitze nachlässt, wissen auch Dresdens Schulleiter und reagieren auf die Hitzewelle. So wird zum Beispiel am Pestalozzi-Gymnasium in Pieschen ab Dienstag der Unterricht verkürzt. Die Stunden dauern nur noch 30 Minuten, sodass die Schüler spätestens am frühen Nachmittag nach Hause gehen dürfen. Am Marie-Curie-Gymnasium gibt es für Schüler derzeit kein Hitzefrei. Weil Lehrer auf Klassenfahrt oder Schulausflügen sind, fällt derzeit ohnehin Unterricht aus. Die Fächer, die abgesichert sind, würden nach vorn gezogen in die Vormittagsstunden, so Schulleiterin Annette Hähner. Ob Hitzefrei gegeben wird oder verkürzter Unterricht stattfindet, entscheide letztlich jede Schule eigenverantwortlich, sagt Petra Nikolov, die Sprecherin des Landesamtes für Schule und Bildung. Eine pauschale Regelung für alle Dresdner Häuser gebe es nicht. Sicherlich gebe es aber auch Altbau-Schulen, die aufgrund ihrer dicken Mauern die Schüler nicht eher in den Feierabend entlassen.

Stadt warnt vor Abkühlung in Brunnen, bei Verstoß droht ein Bußgeld

Wer baden möchte, kann die Dresdner Freibäder besuchen. Für Brunnen gilt dagegen ein striktes Badeverbot. Darauf weist die Stadt hin. „Springbrunnen und Wasserspiele sind, auch wenn sie bei hochsommerlichen Temperaturen dazu verlocken, keine Bade- und Planschbecken. Dafür sind weder die hygienischen, noch die baulichen Voraussetzungen gegeben“, sagt Detlef Thiel, der das Amt für Stadtgrün leitet. Darüber hinaus bestehe die Gefahr, sich zu verletzen, zum Beispiel durch Überlaufkanten aus Stahl, Düsen und Scheinwerfer. Wer dennoch beim Baden ertappt wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Zum Wochenende hin lässt die extreme Hitze nach, aber es bleibt sehr warm

Der Höhepunkt der Hitzewelle wird am Mittwoch erreicht. Danach gehen die Temperaturen zurück. Am Donnerstag werden um die 28 Grad erwartet, am Freitag etwa 26 Grad. Wolken werden sich nur selten vor die Sonne schieben. Laut DWD könnte es am Wochenende wieder heiß werden.

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