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Dresden

Vier Dresdner, vier schweißtreibende Jobs

Wer denkt, im Schatten ist es heiß, sollte diese Dresdner kennenlernen.

Schwitzen unter der Sonne Dresdens.
Schwitzen unter der Sonne Dresdens. © René Meinig

Sahara-Hitze ist kein Spaß. Vor allem dann nicht, wenn man in brütender Hitze arbeiten muss. Sächsische.de hat vier Dresdner besucht, die am Mittwoch bei 36 Grad im Schatten besonders schwitzen mussten.

Schwitzen auf Dresdens höchster Baustelle

Elektroinstallateur Marco Walther ist der Sonne am nächsten. Er arbeitet in 40 Metern Höhe.
Elektroinstallateur Marco Walther ist der Sonne am nächsten. Er arbeitet in 40 Metern Höhe. © René Meinig

Der Sonne noch näher ist Marco Walther. Sein Arbeitsplatz liegt in 40 Metern Höhe. Auf der letzten Etage des neuen Hochhauses am Straßburger Platz zieht der Elektroinstallateur Stromkabel durch den Bewehrungsstahl. Die Sonne kennt schon am Mittwochvormittag kein Pardon: Mit 40 Grad prasselt sie auf Walthers Kopf. Wie er das aushält? „Vier, fünf Flaschen Wasser trinke ich am Tag“, sagt er. Ansonsten weht auf dem Dach fast immer ein frischer Wind. Was auch gefährlich ist. Denn so fühlt sich die Sonne zwar nicht so heiß an, doch die UV-Strahlen gelangen trotzdem auf die Haut. Sonnenbrandgefahr! Für Erfrischung sorgt außerdem ein angepiekster Schlauch, aus dem eine dünne Wasserfontäne sprudelt. Der feine Nebel auf der Haut kühlt.

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Damit Sie nicht ganz ohne die Inszenierungen des Staatsschauspiels Dresden auskommen müssen.

Schattensuche im Dresdner Zoo

Das gibt's nur im Sommer: Orang-Utan-Männchen Toni durfte sich am Mittwoch mit einer Eisbombe erfrischen.
Das gibt's nur im Sommer: Orang-Utan-Männchen Toni durfte sich am Mittwoch mit einer Eisbombe erfrischen. © Sven Ellger

Eigentlich haben Zootiere wie Orang-Utan-Mann Toni nur einen Job - Faulenzen. Vielen sollte der Sommer nichts ausmachen. Aus der trockenen Steppe oder dem tropischen Regenwald dürften sie Hitze gewöhnt sein. Doch eine direkte Sonnenstrahlung von 35 Grad und mehr sei für alle Tiere schwierig, sagt Zookurator Matthias Hendel. „Im Gegensatz zum Menschen suchen sich die Tiere schattige Plätze und knallen sich nicht direkt in die Sonne.“ Tiere aus kälteren Regionen wie das gehörnte Takin würden sich an heißen Tagen ganz auf den kalten Betonboden ihrer Hütten verziehen. 

Der Pandabär dagegen hat sich bereits am frühen Morgen hoch oben im Baum verkrochen, wo er - geschützt vom Blätterdach - den meisten Wind abbekommt. „Bei den Tieren ist der Selbsterhaltungstrieb da stärker ausgeprägt.“

Geht es allerdings um die Art der Erfrischung, unterscheidet die Zootiere nicht allzu viel von den Menschen. Denn heute steht Eis ganz oben auf dem Futterplan. Je nach Vorliebe gibt es gefrorene Erdbeeren, Karotten oder auch Heuschrecken - für die Orang-Utans das Highlight in der heißen Jahreszeit. Gierig stürzen sich die Affen auf die gefrorenen Früchte. Der Streit um das Eis beginnt.

Mehr als die Erfrischung stehe allerdings der Beschäftigung der Tiere im Vordergrund, so Hendel. Was in der Winterzeit die Futterkugel ist, sind an den heißen Tagen die Eisbomben. Da kann in Ruhe geschleckt und geknabbert werden. Schnell lösen sich die mächtigen Eisblöcke jedenfalls nicht auf. Was von den Orang-Utans jedes Jahr aufs Neue gut angenommen wird, sollte in diesem Jahr eigentlich auch die Erdmännchen bei Laune halten. Doch Fehlanzeige. „Alles was neu ist, wird von den Tieren als Gefahr eingestuft“, so Hendel. Allerdings ist die Versuchung zu groß, als die Sonne die ersten Erdbeeren antaut. Die ersten Erdmännchen trauen sich schließlich doch noch an die großen Eisklötze. Als sie mit Kratzen und Schlecken beginnen, folgen ihnen die anderen Mitbewohner. Schmeckt also doch.

Sauna-Feeling in der Wäscherei

Und draußen soll es schwül sein? Kathrin Möbius weiß, was Dampf ist.
Und draußen soll es schwül sein? Kathrin Möbius weiß, was Dampf ist. © René Meinig

Zwischen Bügeltisch und Wäschemangel arbeitet Kathrin Möbius – das heißt, die Hitze kommt von allen Seiten. Auch die Waschmaschinen im Laden „Die Kleidermeister“ bringen Wärme. Laut Inhaber Andreas Hirtes sind teils 35 Grad in der Wäscherei. Was hilft da? „Es gibt kostenlos Wasser und Eis. Wir haben auch kürzer geöffnet“, sagt er. Das liege aber auch an der Baustelle auf der Kesselsdorfer Straße. Deshalb kämen gerade ohnehin weniger Kunden.

Luft fächeln auf Dresdens Altstadt-Pflaster

Touristen dürfte die Sonne gerade recht sein. Kerstin Riedel, die für die Stadtrundfahrt Tickets an Urlauber verkauft, bevorzugt derzeit lieber Schatten. Den spendet ihr der Sonnenschirm.
Touristen dürfte die Sonne gerade recht sein. Kerstin Riedel, die für die Stadtrundfahrt Tickets an Urlauber verkauft, bevorzugt derzeit lieber Schatten. Den spendet ihr der Sonnenschirm. © René Meinig

Mitten auf der Verkehrsinsel zwischen Prager Straße und Dr.-Külz-Ring steht Kerstin Riedel. Ihr Schutz vor der Sonne: ein Schirm und eine Mütze. „Trotzdem fühlt es sich an wie 50 Grad“, sagt die Mitarbeiterin der Stadtrundfahrt. Seit 9 Uhr am Morgen und noch bis zum späten Nachmittag steht sie dort und versucht, Touristen eine entspante Rundfahrt durch Dresden schmackhaft zu machen. Ihre Tricks: immer einen Fächer und Lächeln dabei haben.

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