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Hitze-Krise bei der Großenhainer Tafel

Weil ältere Ehrenamtler gestern wegen des schwülen Wetters absagten, war die Ausgabe eingeschränkt. Und am Freitag?

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Aufgeregt ruft ein junger Vater von der Auenstraße in der SZ-Redaktion an: „Ich stehe hier an der Großenhainer Tafel, doch es wird fast nichts ausgegeben, nur Brot und Gemüse. Das kann doch nicht sein“, schimpft der junge Mann. Er wolle seine Kinder nicht hungern lassen. Doch von der Diakonie Lebensmittelausgabe für Bedürftige werde man heute nicht satt. Schon gingen Gerüchte um, die Stadt Großenhain habe Mitarbeiter abgezogen.

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„Das stimmt nicht“, sagt Philipp Schleinitz, kaufmännischer Geschäftsführer bei der Diakonie. Die Hitze hätte der „Tafel“ diese Sondersituation beschert. „Wir arbeiten mit vielen älteren Ehrenamtlichen, davon haben drei heute wegen der Schwüle absagen müssen“, so Schleinitz. Von sechs Mitarbeitern sei also nur die Hälfte da. Die reguläre Mittwochausgabe von 10 bis 12 Uhr wollte man aber nicht ganz absagen. Deshalb habe man sich entschieden, wenigstens Gemüse und Brot bzw. Backwaren auszugeben, weil diese Lebensmittel sowieso leicht verderblich sind.

Personeller Engpass

Sollte aber jemand über diesen „Grundbaustein“ hinaus dringenden Bedarf an weiteren Grundnahrungsmitteln haben, könnte man auch das weitergeben. „Das machen wir auch bei Leuten, die kurzfristig nicht an Geld kommen, weil Zahlungen ausstehen“, sagt Philipp Schleinitz.

Der Diakonie-Mitarbeiter erklärt auch, dass man nicht irgendjemand an die Tafelausgabe lassen könnte. „Diese Kräfte haben alle einen Lebensmittelausweis. Das ist Vorschrift“, so Philipp Schleinitz. Für die Freitagausgabe in der Auenstraße von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr hofft die Tafel wieder auf volle Besetzung. Ebenso für die heutige Öffnungszeit im Pfarramt Radeburg. Tatsächlich gibt es aber einen dauerhaften personellen Engpass bei der Leitung der Großenhainer Tafel. Andreas Leder, der bisherige Leiter der Diakonie-Sozialprojekte, hat das Unternehmen Ende März verlassen. Philipp Schleinitz als kaufmännischer Leiter und Jana Gerhold als Assistentin des Diakonie-Geschäftsführers halten derzeit die Stellung in der Großenhainer Auenstraße, bis ein neuer Leiter gefunden ist.

Drei Ausgabestellen

Circa 200 bedürftige Familien werden wöchentlich durch die Großenhainer Tafel versorgt. Die Einrichtung gibt pro Woche für 720 Bedürftige Lebensmittel aus. Neben der Auenstraße und dem Radeburger Pfarrhaus ist auch der Seniorenclub Pulsen dienstags eine Ausgabestelle.

Immer wieder ist die Tafel allerdings auf Spenden angewiesen, um den Diesel für die zwei Kühlfahrzeuge zu finanzieren. Eine große Sorge bereitet auch die Lieferbereitschaft. Denn viele Supermarktketten haben ihre Warenbestellung optimiert. Da bleibt nicht mehr so viel übrig.