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Deutschland & Welt

38 Grad - und es wird noch heißer

Sahara-Luft und Sonne satt treiben die Temperaturen zu neuen Rekorden. Wie es im Juli dann mit dem Wetter weitergeht, das hängt nun vom Omega ab.

Die Temperaturen steigen weiter, und das bereits im Juni: Mit mehr als 40 Grad  könnten es heute  die höchsten je in Deutschland gemessenen Temperaturen werden. Der bisherige Rekord liegt bei 40,3 Grad.
Die Temperaturen steigen weiter, und das bereits im Juni: Mit mehr als 40 Grad könnten es heute die höchsten je in Deutschland gemessenen Temperaturen werden. Der bisherige Rekord liegt bei 40,3 Grad. © Fredrik von Erichsen/dpa

Dresden/Leipzig.  Die bisherigen Hitzerekorde für Sachsen werden am Mittwoch fallen. Nie war es im Juni wärmer. Dresdens Rekord für die Innenstadt mit 36,1 Grad aus dem  Jahr 2013 wird dann Geschichte sein. Der für Görlitz mit bisher 35,2 Grad ebenso. 38 Grad sind im Laufe des Nachmittags drin, davon geht der Deutsche Wetterdienst (DWD) aus. In einigen Regionen wie dem Rheingebiet werden dann über 40 Grad erwartet. Und Gewitter sind nicht in Sicht, sagt Jens Oehmichen vom DWD Leipzig der Sächsischen Zeitung.

Eine sogenannte Omega-Wetterlage pumpt wie ein gigantisches Gebläse beständig warme Luft vom Mittelmeer und heiße aus der Sahara zu uns. Langfristig. Als stationäre oder auch blockierende Wetterlagen bezeichnen dies die Meteorologen. Westwinde mit feuchter kühler Luft werden derzeit blockiert. Stationär, das heißt aber auch lang anhaltend. Im Winter sorgt so etwas für lange Kälteperioden. Im Sommer für Hitzewellen auf der einen Seite der starken Luftströmung, und für anhaltenden Starkregen mit Fluten auf der anderen Seite.

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Solch eine Omega-Wetterlage wie derzeit hatte auch die großen Überschwemmungen an Elbe und Neiße ausgelöst. Diesmal befindet sich Sachsen aber auf der trockenen Seite der Witterung, sagt Oehmichen. „Wir sitzen auf dem Warmluft-Zweig.“ Nass werde es indes in Großbritannien, mehr noch in Rumänien, Bulgarien bis hin zur Ukraine. In Sachsen indes werden sich bis weit in den Juli hinein heiße Tage mit etwa kühleren abwechseln. Kühl heißt dann so um die 25 Grad. Und es bleibt weitgehend trocken. Eine Umstellung auf feuchte West-Witterung ist in den Modellen derzeit nicht erkennbar, sagt Jens Oehmichen.

Der Dürremonitor Deutschland zeigt an, wie weit die jetzige Bodenfeuchte vom normalen Wert  entfernt ist. Verglichen mit dem statistischen Mittel im Zeitraum 1951 bis 2015 ist es bereits wieder extrem trocken. 
Der Dürremonitor Deutschland zeigt an, wie weit die jetzige Bodenfeuchte vom normalen Wert  entfernt ist. Verglichen mit dem statistischen Mittel im Zeitraum 1951 bis 2015 ist es bereits wieder extrem trocken.  © ufz

Die Trockenheit in Sachsen nimmt rasch zu. Von Dienstag zu Mittwoch hat sich die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5 von etwa fünf Prozent der Landesfläche auf rund 30 Prozent ausgeweitet. Davon abgesehen und außer den obersten Mittelgebirgsregionen herrscht überall in Sachsen die ebenfalls hohe Risikostufe 4. Das hat Folgen, was das Betreten der Wälder und Parken an Waldrändern und auf Wiesen betrifft.

Wenngleich es 2018 im Boden um diese Zeit schon deutlich trockener war als derzeit, auch hier geht der erneute Trend hin zu Extremwerten. Im gesamten pflanzlich nutzbaren Erdreich bis 1,8 Meter Tiefe herrscht bereits wieder Wassermangel. Der Dürremonitor Deutschland des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig zeigt eine extreme Abweichung vom langjährigen Durchschnitt. Leipzig, Riesa und Dresden, die Lausitz von Hoyerswerda, über Görlitz bis Zittau sind besonders betroffen. Als „Außergewöhnliche Dürre“ bezeichnen die Wissenschaftler diese Situation, die bisher statistisch nur wenige Male in 100 Jahren auftritt. Nun allerdings immer öfter.

DWD-Agrar-Meteorologe Falk Böttcher sieht für Weizen bereits ähnliche Ertrags-Probleme wie vergangenes Jahr. Raps und Gerste indes haben die feuchten Wochen im Frühjahr noch mitnehmen können. Das Verbundsystem der Talsperren kann auch in solchen trockenen Zeiten zuverlässig Trinkwasser zu Verfügung stellen. Dörfer und Siedlungen mit eigenen Brunnen bekommen da jedoch Probleme. Hier ist sher wahrscheinlich so wie im vergangenen Jahr eine Versorgung mit Wasserwagen nötig werden.

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