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Hitze und Trockenheit werden teuer für die Stadt

Um Straßenbäume und Pflanzen in Parks zu retten, musste Radebeul fast 120.000 Euro zusätzlich ausgeben.

Um die Pflanzen auf den Grünflächen, wie hier dem Rosa-Luxemburg-Platz, zu retten, musste die Stadt in den letzten zwei Jahren deutlich mehr gießen. Nicht nur das Wasser ging ins Geld.
Um die Pflanzen auf den Grünflächen, wie hier dem Rosa-Luxemburg-Platz, zu retten, musste die Stadt in den letzten zwei Jahren deutlich mehr gießen. Nicht nur das Wasser ging ins Geld. © Klaus-Dieter Brühl

Radebeul. Es gibt Abstimmungen, auf die freue man sich, und andere, die deutlich unangenehmer sind, sagte Radebeuls Bauamtsleiter Jan Pötschke am Mittwochabend im Finanzausschuss. Das Thema, das er dort vorstellte, gehörte zur zweiten Kategorie. Denn die Stadt muss deutlich mehr Geld für die Pflege ihrer Parks und Grünanalgen aufbringen, als geplant. Die Wetterverhältnisse der letzten beiden Jahre haben dem Rathaus einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach dem sehr trockenen und warmen Jahr 2018 gab es auch 2019 deutlich weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Darunter litten Bäume und andere Pflanzen auf städtischem Grund. Die Stadt musste viel mehr gießen als in den Jahren zuvor, zum Teil durchgängig. 

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So sollten ausgewählte Grünanlagen und insbesondere gefährdete Straßenbäume vor Hitzeschäden bis hin zum kompletten Absterben bewahrt werden. „Es wäre keine Alternative gewesen, einfach alles Grün vertrocknen zu lassen“, so Pötschke. Trotz des erhöhten Wassereinsatzes konnten aber nicht alle Pflanzen gerettet werden, es gab auch Schäden auf den Grünflächen.

Nicht nur das umfangreiche Gießen ging ins Geld, die Stadt versuchte auch, bestimmte Pflanzen und Bäume zusätzlich zu schützen, zum Beispiel wurden manche Stellen mit Rindenmulch abgedeckt, um noch größere Schäden zu verhindern. Hinzu kam, dass viele Bäume, die schon durch die Trockenheit von 2018 extrem geschädigt waren, in diesem Jahr zurückgeschnitten oder ganz gefällt werden mussten. Vor allem auf den Waldflächen habe es große Schäden gegeben und auch an etlichen Straßen sei Gefahr in Verzug gewesen, sagte Pötschke.

Um den großen Aufwand zu finanzieren, muss die Stadt 117.000 Euro mehr ausgeben als geplant. Einen Teil davon habe man im Bauamt zusammenkratzen können: 40 000 Euro, die beim Winterdienst eingespart wurden und weitere 40.000 Euro aus dem Topf für Hochbauprojekte, von denen manche aufs nächste Jahr verschoben wurden. Weil das noch nicht ausreichte, musste die Kämmerei zusätzliche 37.000 Euro umschichten, die eigentlich für Rückforderungen nach Hochwasserschäden gedacht waren. Die Stadträte im Finanzausschuss stimmten einstimmig zu.

Aktuell sollen noch etliche Bäume im Lößnitzgrund entlang des Meiereiweges und der Lößnitzgrundstraße gefällt werden, die nicht mehr standfest sind. Etwa 11.000 Bäume stehen an den Straßen und auf den Grünflächen von Radebeul – Pflanzen in Privatgrundstücken und Wäldern nicht mitgezählt. 

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