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Löbau

Hitzefrei! Lausitz wird zur Sachsen-Sahara 

Am Mittwoch knackten die Temperaturen das sächsische Allzeit-Hoch für den Monat Juni. Für die Schüler bedeutet das stundenweise vorgezogene Sommerferien.

Das Thermometer stieg am Mittwoch auf einen historischen Juni-Höchstwert.
Das Thermometer stieg am Mittwoch auf einen historischen Juni-Höchstwert. © Anja Beutler

Der kalendarische Sommer ist noch keine Woche alt, da purzeln hierzulande auch schon die Allzeit-Hitzerekorde für den Monat Juni. Die Oberlausitz wird zur Sachsen-Sahara. Den erwarteten Spitzenwert für den 26. Juni erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit 39 Grad in Bad Muskau. Dort wurde am 21. Juni 2000 mit 36,8 Grad die bisher höchste Temperatur in Sachsen in einem Juni gemessen. Gegen 14 Uhr am Mittwoch war diese Marke mit 36,9 Grad bereits überschritten - und im Steigen. Die Wetterstationen in Niesky und Kubschütz erwarten für 17 Uhr die Höchstmarke von 38 Grad.

"Der sächsische Allzeitrekord von 39,8 Grad wird heute wohl nicht geknackt", sagt DWD-Meteorologe Andreas Friedrich auf SZ-Anfrage. Dieser Wert lag am 20. August 2012 in Dresden an. Anders ist es jedoch mit der gefühlten Temperatur. "Wie wir die Temperatur empfinden, ist etwa abhängig vom Wind und der Luftfeuchtigkeit", erklärt Friedrich. Dieser Wert erreicht heute bis 43 Grad in Sachsen. Und dieser Wert ist auch Grundlage für offizielle Hitzewarnungen. "Ab 32 Grad gefühlter Temperatur geben wir eine Hitzewarnung aus, ab 38 Grad eine vor extremer Hitze", so der Wetterexperte.

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Freuen darf sich über diesen Umstand die überwiegende Zahl der Schüler in der Region Löbau-Zittau und kann den Sommer in vollen (Schwimm-)Zügen genießen. Denn die Schulen geben massenhaft hitzefrei. "Wir haben die Schüler um 11.50 Uhr nach Hause geschickt, sagt Hans-Jürgen Gerk, Schulleiter der Löbauer Pestalozzi-Oberschule. Vorher habe man die Schulstunden bereits von 45 auf 30 Minuten verkürzt. Damit endet das Schuljahr wie es begonnen hat. "Im August 2018 nach den Sommerferien haben wir auch mit Kurzunterricht begonnen", erinnert sich Gerk. Er muss die Temperatur für seine Hitzefrei-Entscheidung gar nicht mehr messen. "Ich bin schon so lange hier, ich habe das im Gefühl", sagt er.

Genauso ist auch Gorden Stoldner, Stellvertretender Schulleiter des Zittauer Christian Weise-Gymnasiums verfahren. "Seit der 1. Stunde haben wir den Unterricht auf 30-Minuten-Einheiten verkürzt und um 11.45 Uhr Schluss gemacht", sagt er. Sein Kollege Dietmar Stephan vom Löbauer Geschwister-Scholl-Gymnasium hat die letzten Schüler um 12.15 Uhr heim geschickt. Auch am Vortag war er bereits so verfahren. "Aber hitzefrei ist die absolute Ausnahme", sagt er. Noch früher durften vielerorts die Grundschüler nach Hause gehen. Die Kittlitzer Grundschule etwa beendete den Unterricht bereits nach der 3. Stunde um 9.50 Uhr. Am längsten mussten die Schüler der Schkola in Ebersbach-Neugersdorf durchhalten. "Bei uns war um 13.30 Uhr Schluss", sagt Sarah Heinrich von der Schkola. Gewöhnlich gehe hier der Unterricht bis 14.40 Uhr.

Allgemeine amtliche Vorgaben, wann Schüler hitzefrei bekommen, gibt es nicht. "Das entscheidet jede Schulleitung selbstständig", sagt Pressesprecher Jens Drummer vom Bautzner Landesamt für Schule und Bildung. Die Behörde gebe lediglich eine Empfehlung aus. Demnach könne kein Unterricht stattfinden, wenn die Temperatur in einem Klassenraum 30 Grad übersteigt. Dann empfiehlt die Behörde Kurzunterricht oder ab der 3. Schulstunde hitzefrei - sofern die Beaufsichtigung der Schüler gewährleistet sei.

Dem Sahara-Mittwoch war in der Oberlausitz auch eine tropische Nacht vorausgegangen. Das heißt, vielerorts sanken die Temperaturen nachts nicht unter 20 Grad. Für Görlitz meldete der Deutsche Wetterdienst etwa 23 Grad Nachttemperatur. Doch nun kühlt es deutlich ab. Weil der Wind auf Nordwest dreht, blieben die Nachttemperaturen zum Donnerstag unter 20 Grad, erklärt Meteorologe Peter Zedler vom DWD in Leipzig. Für Donnerstag erwartet er nur noch Höchsttemperaturen bis zu 28 Grad in der Oberlausitz. 

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