merken
PLUS

Bautzen

Hitziger Streit um kaltes Essen

Ein Veranstalter klagt öffentlich über schlechte Verpflegung in der Blauen Kugel in Cunewalde. Wirt Romano Porsche denkt nun über rechtliche Schritte nach.

In der Blauen Kugel in Cunewalde gibt es derzeit Zoff zwischen dem Wirt und einem Programmveranstalter.
In der Blauen Kugel in Cunewalde gibt es derzeit Zoff zwischen dem Wirt und einem Programmveranstalter. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Cunewalde. Eigentlich war alles abgemacht: Für den Abend des 1. Februar hatte Rudolf Hauptmann sich mit seiner Musikveranstaltung im Saal der Blauen Kugel in Cunewalde eingemietet. 19.30 Uhr sollte das Programm beginnen. Zuvor wollten die Künstler etwas essen. Hauptmann bestellte im Restaurant Blaue Kugel ein entsprechendes Catering: zehnmal Nudeln mit Hähnchenfleisch, Salat und Gemüse. Restaurant und Veranstalter verständigten sich dafür auf 17 Uhr.

Die Künstler, erzählt Hauptmann, hätten sich dann aber doch entschlossen, den Soundcheck vor dem Abendbrot zu erledigen. Er selbst habe beim Servicepersonal angefragt, ob es möglich sei, das Essen auf 18 Uhr zu verlegen. Als ihm im Restaurant signalisiert wurde, dass das nicht möglich wäre, sei die Crew wenig später zum Essen erschienen. Die Gerichte seien da schon kalt, das Fleisch außerdem hart gewesen.

Anzeige
Mit uns geht deine Ausbildung hoch hinaus

Für das Ausbildungsjahr 2020/21 suchen wir Hochbaufacharbeiter/in in der Fachrichtung Beton- und Stahlbaubauer.

Seinen Vorwurf formulierte Hauptmann auf der Facebook-Seite des Restaurants Blaue Kugel einen Tag nach der Veranstaltung so: „Wir kamen aber erst um 17.20 Uhr. Der Wirt hatte aber schon gegen 17 Uhr das Essen auf Tellern angerichtet und in der Küche stehen lassen, somit war alles nicht nur kalt, sondern auch die Qualität vom Fleisch war unterirdisch.“

Preisnachlass abgelehnt

Weil man mit den servierten Speisen unzufrieden war, habe er Romano Porsche, dem Wirt der Blauen Kugel, angeboten, den vereinbarten Preis von 100 auf 70 Euro zu reduzieren, so Hauptmann. „Aber als es ums Geld ging, gingen die auf die Barrikaden. Das hat doch mit Gastronomie nichts zu tun“, sagt Rudolf Hauptmann später.

Romano Porsche kennt Hauptmanns Argumentation. Im Zusammenhang mit dessen Äußerungen in den sozialen Medien spricht er von massiver Rufschädigung: „Herr Hauptmann wusste, dass ich seine Künstler nur bis 17 Uhr bewirten kann, weil ich danach komplett ausgebucht war.“ Aus Porsches Sicht war mangelnde Organisation seitens des Veranstalters der maßgebliche Grund für die unbefriedigende Qualität der servierten Mahlzeit: „Ich persönlich sehe es als Qualitätsmerkmal, wenn ich mich an zeitliche Absprachen halte. Die Künstler haben auch ihre Abläufe, und ich muss meinem Kunden schließlich die Möglichkeit geben, sich an seinen Zeitplan zu halten.“

Anwalt ist informiert

Ähnliche Probleme wie jene, die Rudolf Hauptmann schildert, habe es im Bezug auf das Künstlercatering der Blauen Kugel bislang noch nie gegeben, versichert Romano Porsche. Im Gegenteil: „Über das Verhalten von Herrn Hauptmann haben sich die Gäste meines Restaurants an diesem Abend beschwert.“

Porsche äußert eine klare Vermutung: „Ich denke, Herr Hauptmann wollte auf diese Art den vereinbarten Preis drücken.“ Gut möglich, dass sich hierüber bald Juristen streiten. Wie Romano Porsche sagt, habe er seinen Anwalt bereits über die Vorfälle informiert.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.