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Hochspannungsleitung hat ausgedient

Die Enso baut zwischen Rodewitz und Sohland 20 große Masten ab. Die Gegend wird jetzt auf anderem Weg mit Strom versorgt.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Rodewitz/Sohland. Jahrzehntelang standen die riesigen Teile auf Feldern zwischen Rodewitz und Kirschau, jetzt verschwinden sie einer nach dem anderen. Die Rede ist von den Masten einer Hochspannungsleitung. Nachdem bereits vor einigen Tagen mitten über den Acker Betonplatten dicht an dicht als provisorische Straße verlegt worden sind, werden jetzt die hohen Stahlgitterkonstruktionen abgebaut. Zuerst entfernen Arbeiter die starken Leitungen, dann demontieren sie die Masten und zerkleinern sie mit schwerer Technik so weit, bis die Teile in große Container passen.

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Die Arbeiten erfolgen im Auftrag des Energieversorgers Enso. Die 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung, die von Rodewitz über Kirschau und Schirgiswalde bis nach Sohland führte, wird künftig nicht mehr benötigt. Grund dafür ist, dass die Enso ihre Mittelspannungsnetze seit einiger Zeit schrittweise von der bisher üblichen Zehn-Kilovolt-Spannung auf 20 Kilovolt umstellt. Dadurch kann doppelt so viel Energie wie bisher übertragen und außerdem der elektrische Strom über längere Strecken transportiert werden. Im Oberlausitzer Bergland ist diese Umstellung bereits abgeschlossen. Infolge dessen werden weniger Umspannwerke sowie 31 Kilometer Mittelspannungsleitungen sowie sechs Kilometer Hochspannungsleitung weniger benötigt. „Durch die Umstellung der Mittelspannung von zehn Kilovolt auf 20 Kilovolt konnte das Umspannwerk in Sohland Ende 2016 außer Betrieb genommen und im vergangenen Jahr abgebaut werden“, berichtet Enso-Pressesprecherin Claudia Kuba. Es befand sich in Nähe des Kreisverkehrs am Ortseingang. Durch seine Außerbetriebnahme ist auch die ungefähr sechs Kilometer lange Hochspannungsleitung, die bisher von Rodewitz zum Sohlander Umspannwerk führte, überflüssig geworden. Jetzt wird sie beseitigt.

Insgesamt 20 große Stahlgittermasten sind dabei abzubauen, nachdem zuvor die Leitungen entfernt wurden. Außerdem werden die großen Fundamente, auf denen die Masten standen, aus der Erde geholt und zerkleinert. Die damit beauftragten Firmen arbeiten sich von Rodewitz aus schrittweise über Kirschau und Schirgiswalde bis nach Sohland voran. „Alles dabei anfallende Material geht in die Verwertung; als Schrott und Betonbruch“, sagt Claudia Kuba. Die Erdlöcher, die durch die Beseitigung der Fundamente entstehen, werden wieder verfüllt und rekultiviert.

Hohe Kosten

Die Arbeiten haben im März begonnen und sollen spätestens im Juni dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Kosten dafür sind laut Aussagen der Enso-Sprecherin mit 300 000 Euro veranschlagt. Der Bau einer neuen Leitung ist nicht notwendig – die Stromversorgung dennoch garantiert. Im Oberland wird sie jetzt von den beiden Umspannwerken im Schirgiswalde-Kirschauer Ortsteil Rodewitz und in Friedersdorf (Stadt Neusalza-Spremberg) übernommen. Ihre Aufgabe ist es, den ankommenden Strom von 110 Kilovolt elektrischer Spannung auf 20 Kilovolt zu transformieren und dann in die angeschlossenen Mittelspannungsnetze einzuspeisen. Diese belieferten die Niederspannungs-Ortsnetze.