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Hochwasser-Lehrpfad an Weißeritz geplant

Dresdens gefährlichster Fluss ist jetzt ausgebaut. Bürgern soll vermittelt werden, was ihn so gefährlich macht.

Ungeheure Kraft: Bei der Juniflut 2013 war die Weißeritz stark angeschwollen, wie hier an der Brücke Löbtauer Straße. Der dortige Weißeritzknick ist die gefährlichste Stelle im Stadtgebiet.
Ungeheure Kraft: Bei der Juniflut 2013 war die Weißeritz stark angeschwollen, wie hier an der Brücke Löbtauer Straße. Der dortige Weißeritzknick ist die gefährlichste Stelle im Stadtgebiet. © Foto: SZ/Peterr Hilbert

Dresden. Die Vereinigte Weißeritz ist zwar wesentlich schmaler als die Elbe, aber dennoch Dresdens vielleicht gefährlichster Fluss. Deshalb wurde er in den vergangenen Jahren zwischen Altplauen und der Mündung in die Elbe so ausgebaut, dass er selbst eine 500-jährliche Flut wie 2002 sicher ableiten kann. Damals kamen 400 Kubikmeter Wasser je Sekunde die Weißeritz hinabgeschossen. Der Ausbau des Flussbetts auf einer Länge von 4,7 Kilometern ist jetzt komplett abgeschlossen.

Doch bei der Übergabe am vergangenen Mittwoch wurde noch mehr angekündigt: Entlang der Vereinigten Weißeritz soll in Dresden ein Hochwasser-Lehrpfad entstehen. Gefahren, aber auch den Ausbau des Flussbetts informieren. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) bereitet jetzt die nötigen Schritte vor. Zum Tag des Wassers am 22. März 2021 soll der Hochwasser-Lehrpfad eröffnet werden, kündigte Birgit Lange, Leiterin des LTV-Betriebs Oberes Elbtal, an.

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Oberbürgermeister Dirk Hilbert (l.) und Umweltminister Wolfram Günther enthüllen bei der Übergabe am Weißeritzknick eine Tafel für den künftigen Hochwasser-Lehrpfad. Der Minister zeigt eine SZ vom August 2002. Genau hier schossen die Wassermassen damals i
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (l.) und Umweltminister Wolfram Günther enthüllen bei der Übergabe am Weißeritzknick eine Tafel für den künftigen Hochwasser-Lehrpfad. Der Minister zeigt eine SZ vom August 2002. Genau hier schossen die Wassermassen damals i © Foto: Rene Meinig

Gefahr durch Gefälle und Geschwindigkeit

Besonders gefährlich ist die Weißeritz deshalb, weil das Wasser wegen des starken Gefälles besonders schnell im Flussbett hinabfließt. Bei Hochwasser gibt es deshalb nur ganz kurze Vorwarnzeiten, hatte Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) bei der Übergabe am 13. Mai erklärt. Bei Hochwasser schießen die Fluten dermaßen schnell hinab, dass binnen zwei bis drei Stunden gehandelt werden muss. Ab dem 12. August 2002 hatte die Weißeritz gezeigt, welche Kraft in ihren Wassermassen steckt. Sie war zum reißenden Strom geworden und hatte sich vor allem an einer Stelle ihren Weg in die Innenstadt gebahnt – am Weißeritzknick zwischen den Brücken Kesselsdorfer und Löbtauer Straße.

Das war kein Zufall. Denn genau dort verlässt der Fluss sein früheres Bett, das einst weiter in Richtung Zentrum führte. Unweit der Marienbrücke mündete die Weißeritz früher in die Elbe. Aber zwischen 1891 und 1893 war sie umverlegt worden, sodass sie seitdem entlang des heutigen Emerich-Ambros-Ufers weiterfließt und an der Flügelwegbrücke in die Elbe mündet. Der Ausbau dieses fast rechtwinkligen Abschnitts war am aufwendigsten. Das zeigen die Investitionen. Insgesamt gaben Freistaat und Stadt rund 37 Millionen Euro für den Flussausbau aus. Mit etwa 11,5 Millionen Euro war ein knappes Drittel davon für den Weißeritzausbau nötig.

Ein Blick in den ausgebauten Weißeritzknick. Das Flussbett wurde hiere um bis zu 20 Meter verbreitert. Außerdem wurde der einst fast rechtwinklige Knick so ausgebaut, dass er jetzt nur noch eine leichte Kurve schlägt.
Ein Blick in den ausgebauten Weißeritzknick. Das Flussbett wurde hiere um bis zu 20 Meter verbreitert. Außerdem wurde der einst fast rechtwinklige Knick so ausgebaut, dass er jetzt nur noch eine leichte Kurve schlägt. © Foto: Rene Meinig

Ein Härtetest absolviert

Die Weißeritz wurde ab 2014 im Bereich des Knicks so ausgebaut, dass sie dort nur noch eine leichte Kurve schlägt. So können bei Hochwasser die Fluten in diesem zuvor gefährlichen Bereich besser abfließen. Im Weißeritzknick wurde auch eine 90 Meter lange Mittelwand gebaut. Schwillt der Fluss an und fließen mehr als 100 Kubikmeter je Sekunde, was einem zehnjährlichen Hochwasser entspricht, läuft das Wasser über die Mittelmauer. So kann es sich über eine neu gebaute Flutmulde gut verteilen und besser durch die anschließende Brücke abfließen. Experten der TU Dresden hatten bei einem Modellversuch bereits getestet, dass dies auch bei einer so großen Flut wie 2002 so wäre.

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Einen ersten Härtest gab es bereits. Bei der Juniflut 2013 war der Ausbau schon so weit, dass die Weißeritz nicht über die Ufer getreten war.

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