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Hochwasseropfer erholen sich im Erzgebirge

Familie Höppe war auf dem Weg in den Urlaub, als ihr Haus im Juni geflutet wurde. Das war aber nicht das einzige Unglück, das die Gohliser ereilte.

Das Hochwasser vom Juni ist inzwischen fast vier Monate vorüber. Nach wie vor aber leben Hunderte Familien in den betroffenen Teilen Sachsens in provisorischen Verhältnissen. Und noch ist für viele von ihnen kein Ende in Sicht. Damit sich fünf dieser sehr schwer von der Flut betroffenen Familien ein wenig Ruhe und Erholung gönnen können, haben die Rathaushotels Oberwiesenthal Gutscheine konzipiert, die von der Stadtmission Zwickau und dem Diakonischen Werk der evangelischen Landeskirche Sachsen ausgegeben wurden. Einen davon erhielt das Gohliser Ehepaar Dirk und Peggy Höppe.

Für die beiden Eltern und ihre Kinder Nele (7) und Leni (5) fing der Sommer eigentlich schön an. Kurz vor der Flut machten sie sich mit dem Auto auf den Weg in den Kroatien-Urlaub. Von dort aus verfolgten sie die Berichterstattung in den Medien zur Hochwasserlage in Deutschland. Wegen der drohenden Sperrung verschiedener Autobahnen beschloss die vierköpfige Familie schließlich, den Urlaub abzubrechen und die Heimreise anzutreten.

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Mehr als 100 000 Euro Schaden

Zu Hause angekommen traf sie der Schock: „Wir durften nicht zu unserem Haus, weil dort alles unter Wasser stand. Nachdem wir einen Tag anderweitig untergebracht wurden, brachte man uns mit Schwimmpanzern zu unserem Haus, damit wir uns selbst ein Bild von der Lage machen konnten. Es war furchtbar. Mittlerweile wissen wir, dass wir allein am Haus einen Schaden von 65 000 Euro haben, da die Bodenplatte des Hauses zerstört wurde“, sagt die 35-jährige Peggy Höppe. Mit der Garage und dem Nebengelass erhöht sich die Summe auf über 100 000 Euro, so die Altenpflegerin weiter.

Die Zeithainer Pfarrerin Grit Skriewe-Schellenberg erkannte die Notsituation der Familie, die seit dem Hochwasser auf Feldbetten und in einem mittlerweile von Schimmel befallenen Haus leben muss, und schlug sie als Familie, der geholfen werden muss, vor. Da die siebenjährige Nele in diesem Jahr eingeschult wurde, verschoben die Höppes den Urlaub auf die Herbstferien. Eine Möglichkeit, dem ganzen Chaos und den Problemen daheim zu entkommen. „Am meisten habe ich mich darauf gefreut, endlich mal wieder in einem richtigen Bett schlafen zu dürfen“, verrät Peggy Höppe, die in den letzten Monaten nur noch auf Feldbetten genächtigt hat.

Happy End trotz Flut

„Die Tage in Oberwiesenthal tun uns sehr gut. Wir wandern sehr viel und genießen die Natur. Wir als Familie danken den Rathaushotels ganz herzlich, dass sie uns die Möglichkeit gegeben haben, dem Alltag zu entfliehen“, so Dirk Höppe.

Den Familienvater traf das Hochwasser seinerzeit auch beruflich hart: Die in Zeithain ansässige Firma, in der Dirk Höppe bis dahin als Maurer beschäftigt war, fiel den Fluten zum Opfer.

Aber auch hier gibt es ein Happy End: „Mittlerweile bin ich bei einer Riesaer Firma beschäftigt und sehr froh darüber“, sagt Dirk Höppe. (SZ)