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Schwieriger Hochwasserschutz

Die Stadt Wilsdruff hat den Plan nicht aufgegeben, Grumbach vor Überschwemmungen zu schützen. Doch das Verfahren zieht sich.

Das Tauwetter sorgte im März 2003 für Überschwemmungen in Grumbach. Ein Damm soll das künftig verhindern.
Das Tauwetter sorgte im März 2003 für Überschwemmungen in Grumbach. Ein Damm soll das künftig verhindern. © Steffen Unger

Noch immer ist nicht in Sicht, ab wann die Stadt Wilsdruff den Ortsteil Grumbach besser vor Überschwemmungen schützen kann. Dabei liegen die Pläne für einen fast 400 Meter langen Erdwall schon lange in der Schublade. Wie Bürgermeister Ralf Rother (CDU) in der jüngsten Ratssitzung informierte, laufen zu dem Thema immer noch Abstimmungen mit der Landeshauptstadt Dresden. 

Diese bot Wilsdruff Hilfe an. Denn mit dem  geplanten Bau eines Dammes muss Wilsdruff in die Natur eingreifen. Der Gesetzgeber fordert, dass dafür Ausgleichsmaßnahmen an anderer Stelle ergriffen werden. Da Wilsdruff nicht auf solche Flächen zurückgreifen kann, werde man das in der Landeshauptstadt tun. Dort gab es eine fertig geplante und genehmigte Maßnahme, für die Wilsdruff sogenannte Wertpunkte übernehmen kann. Deren Wert entspricht dem Eingriff, den Wilsdruff als Ausgleich für das Rückhaltebecken erbringen muss. Deshalb möchte Wilsdruff diese Wertpunkte von der Stadt Dresden kaufen.

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"Die Stadt Wilsdruff erspart sich dadurch ein langwieriges Planungs- und Genehmigungsverfahren für eine eigene Ausgleichsmaßnahme in dieser Größenordnung", erklärte Rother das Verfahren. Ursprünglich wollte Wilsdruff die Verhandlungen um die Wertpunkte bis Ende Januar abschließen. Doch das Ziel wurde nicht gehalten. Inzwischen liegt ein Vertragsentwurf vor, der in der Dresdner Stadtverwaltung geprüft werde, so Rother. 

Offen ist noch, nach welchem Verfahren der Bau erfolgen kann. Die Landesdirektion hat das noch nicht entschieden.

Ein Millionenprojekt ist in Planung

Wilsdruff plant an der Wilden Sau oberhalb des Dorfes die Errichtung eines 379 Meter langen Erddammes, der später begrünt werden soll. Der Damm wird knapp zwei Millionen Euro kosten und soll im Normalfall 94.300 Kubikmeter Wasser anstauen. Im Bedarfsfall soll das Becken bis zu 124.500 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Ähnliche Sperranlagen gibt es bereits in Reinhardtsgrimma (Lockwitz), Glashütte (Prießnitz) und Lauenstein (Müglitz). Sie arbeiten nach demselben Prinzip. Steigt der Pegel, wird das Wasser vor dem Damm angestaut. Der lässt dann nur so viel Wasser abfließen, dass es in Grumbach nicht zu Zerstörungen kommt.

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