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Hochwertige Kunst hat eben ihren Preis

Hochwertige Produkte, so Christoph Dittrich, haben ihren Preis. So lautet eine Begründung des Geschäftsführers der Neuen Elbland Philharmonie für die „nicht unerhebliche Preiserhöhung“ für Veranstaltung des Klangkörpers in Riesa.

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Von T. Riemer und L. Zschörnig

Hochwertige Produkte, so Christoph Dittrich, haben ihren Preis. So lautet eine Begründung des Geschäftsführers der Neuen Elbland Philharmonie für die „nicht unerhebliche Preiserhöhung“ für Veranstaltung des Klangkörpers in Riesa. Seit 1997 seien die Preise konstant geblieben, der Aufwand wurde jedoch immer größer. Man habe den unpopulären Schritt allerdings „schlecht rübergebracht“, entschuldigte sich Dittrich.

Und zeigte auch gleich die unschöne Alternative auf, wenn alles beim Alten bliebe: weniger Konzerte. Auch Katja Otto, Geschäftsführerin der Riesaer Förder- und Verwaltungsgesellschaft (FVG) räumte Kommunikationsprobleme ein. Derzeit suche die FVG nach neuen Wegen und Konzepten, um generell mehr Tickets verkaufen zu können. Christoph Dittrich indes hat schon eine erfreuliche Folge aus den Preissteigerungen in Riesa festgestellt: Der Verkauf der günstigen Abonnement-Karten sei um rund 50 Prozent gestiegen. Und auch die Nachfrage nach den so genannten Vierer-Karten. Diese wiederum sind nicht ausschließlich als Familienkarte zu sehen, sondern auch als Angebot, Freunde und Bekannte in die Konzerte mitzubringen.

In Vereinbarung mit der FVG Riesa soll es künftig, sozusagen als kleinen Ausgleich, spezielle Projekte für den Familien-, Jugend- und Sozialsektor geben. Für diese Veranstaltungen soll der Eintrittspreis dann möglichst niedrig gehalten werden. Die Projekte erheben jedoch wegen des zu erwartenden gemischten Publikums einen besonderen Anspruch: Die Programme nämlich müssen auf die gesamte Familie abgestimmt sein. Schon am 1. Advent findet die „Generalprobe“ statt. Dann können die Besucher im Riesaer „Stern“ die Geschichte von der Weihnachtsgans Auguste erleben – als musikalisches Märchen. Mitwirkende werden neben dem Riesaer Orchester der Philharmonische Kinderchor Dresden und die Mädchen vom „Tanzstudio live“ aus der Elbestadt sein.

Klar ist für Christoph Dittrich, dass die neuen Preise für Veranstaltungen in Riesa die Ansprüche an die Philharmonie gleichermaßen erhöhen. Überdies glaube er, dass auch andere Städte, zum Beispiel Großenhain, irgendwann bei ihren Eintrittspreisen nachziehen.

Jörg Rietdorf, Geschäftsführer der Großenhainer Kulturzentrums GmbH, macht keinen Hehl daraus, dass es auch in seinem Haus bald neue Eintrittspreise geben wird. Aber es gehe nicht um eine bloße Preiserhöhung, betont er.

Damit verbunden sei eine neue Qualität der Programme. „Wir sind gegenwärtig dabei, neue Angebote, neue Anrechte zusammenzustellen sowie die Konditionen und entsprechende Vergünstigungen zu erarbeiten.“

Wenn die Qualität auf der Bühne stimmt, sind die Leute auch bereit, etwas mehr auszugeben, sagt Rietdorf, wohl wissend, dass es Schallgrenzen für Großenhain gibt. „Die Programme in unserem Haus werden auch weiterhin bezahlbar bleiben“, versichert er.