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Döbeln

Hochzeit trotz Corona-Krise

Verbieten können die Verwaltungen Hochzeiten jetzt nicht. Manche Paare verschieben von sich aus den Termin.

Nähe gehört bei einer Hochzeit dazu. Einige Trauungen finden auch während der Corona-Krise statt. Aber nicht alle.
Nähe gehört bei einer Hochzeit dazu. Einige Trauungen finden auch während der Corona-Krise statt. Aber nicht alle. © Claudia Hübschmann

Döbeln. Es soll der schönste Tag im Leben eines Paares werden. Für manche ist es auch das Fest des Jahres, mit vielen Gästen in der Kirche oder auch im Trauzimmer. Doch Corona macht auch den angehenden Eheleuten derzeit einen Strich durch die Rechnung.

Mit Verfügung vom Donnerstag hat das Landratsamt Mittelsachsen angekündigt, dass selbst private Feiern mit mehr als 20 Teilnehmern verboten werden sollen. Die Verfügung soll spätestens ab dem Wochenende gelten. Betroffen seien von den Regelungen nicht nur private Geburtstagsfeiern, sondern auch Hochzeits- sowie Trauerfeiern.

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Für Freitag war noch einmal eine Trauung im Standesamt in Leisnig geplant, so Uwe Dietrich, der Leiter des dortigen Ordnungsamtes. Auch für die kommende Woche gebe es Anmeldungen. Eine Hochzeit sei ohnehin in kleinem Rahmen geplant gewesen, für die andere seien ursprünglich 30 Personen eingeladen gewesen. Das Paar muss die Gästeliste nun aber reduzieren.

Eine Trauung absagen, das könne die Verwaltung nicht. Das gehe nur nach richterlicher Verfügung. Demnach würden die Trauungen auch stattfinden. Allerdings mit einer begrenzten Gästezahl sowie mit ausreichendem Abstand zueinander, erklärte Dietrich am Freitagvormittag.

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Die Stadtverwaltung Roßwein hat bezüglich der Teilnehmerzahlen bei Trauungen eine klare Festlegung getroffen. Nicht mehr als zehn Personen dürfen demnach an teilnehmen – das Paar sowie acht Gäste. Darüber informierte Standesbeamtin Claudia Boschnigk am Freitag. Für Ende April sind in Roßwein zwei Trauungen geplant, für Mai vier, im März keine mehr. Neben der Teilnehmerzahl hat die Stadtverwaltung auch festgelegt, dass die Eheschließungen im großen Sitzungssaal durchgeführt werden, um den notwendigen Abstand zwischen den Gästen ermöglichen zu können. 

Trauungen in Ossiger Landhotel Sonnenhof sind zurzeit nicht möglich. Auch weil das Hotel dort geschlossen hat. Wie das in Zukunft aussieht, weiß die Standesbeamtin nicht. Die Zweigstelle des Standesamtes wird immer mehr angenommen. Im vergangenen Jahr gab es dort 19 Trauungen von insgesamt 54. Im Jahr zuvor waren es 16 von 38.

Besondere Orte für die Hochzeit in der Region sind auch die Burgen. Diese sind jedoch seit Sonnabend geschlossen. Auf der Burg Kriebstein stehen für Ende April die ersten Hochzeiten im Kalender. „Mit den Paaren sind wir im Gespräch. Wir verfallen jetzt aber nicht in Hektik und warten erst einmal ab“, erklärte Burgchefin Susanne Tiesler. Die Hochzeitssaison auf Burg Mildenstein beginne erst im Mai.

Auch in den Kirchen startet die Saison für Eheschließungen erst im Mai. „Sie sind vor Ostern während der Passions- und Fastenzeit eher unüblich“, erklärte Pfarrer Reinald Richber aus Waldheim. Die bereits ausgemachten Termine warte auch er nun erst einmal ab. In Hartha starten die Eheschließungen ebenfalls erst in Mai, heißt es aus der Stadtverwaltung. Einige Trauungen seien bereits durchgeführt worden. Doch für März gebe es keine weiteren Anmeldungen mehr. Zwischen 20 und 50 Personen seien pro Trauung im Schnitt als Gäste im Saal der Stadtverwaltung üblich. „Wir hatten auch schon bis zu 70 Personen da“, so eine Mitarbeiterin der Verwaltung. Kleine Trauungen werden in Hartha im Büro des Bürgermeisters durchgeführt. Die Zahl der Anmeldungen für 2020 sei noch überschaubar.

Nur sechs Gäste erlaubt

​Die Stadtverwaltung Döbeln hat die Zahl der Teilnehmer an einer Eheschließung noch drastischer begrenzt. Nur maximal sechs Personen dürfen teilnehmen, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher am Freitag auf Nachfrage. Die Gäste säßen in einem Abstand von 1,50 Metern voneinander entfernt. „Die Standesbeamtinnen handeln damit auf Grundlage einer Empfehlung des Gesundheitsamtes beim Landratsamt“, erklärte Mettcher. 

Nachfragen nach neuen Terminen gebe es im Standesamt derzeit keine. Für März waren insgesamt neun Trauungen geplant, fünf wurden bereits durchgeführt, vier stehen noch an. Absagen gab es bis Donnerstag nicht. Dafür allerdings für April und Mai. In beiden Monaten waren jeweils acht Trauungen geplant, zwei wurden inzwischen abgesagt.

Auch in Waldheim hat ein Paar sich aufgrund der aktuellen Lage dazu entschieden, seine Trauung auf den Sommer zu verschieben, wie Standesbeamtin Andrea Kettner sagte. Drei waren insgesamt für März und April geplant gewesen. Paaren, die im April heiraten wollen, rät Kettner in Anlehnung an die Empfehlungen der Sächsischen Staatsregierung zu einer Verschiebung des Termins. Sollte dies nicht möglich sein, werde die Trauung nur mit wenigen Gästen und einer kürzeren Rede durchgeführt werden können.

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