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Hochzeitsbitter und Braut mit frischer Farbe

Driewitz will Sonderpreis im Ideenwettbewerb Sächsischer Mitmachfonds gezielt einsetzen.

In Driewitz am Feuerwehr-Haus steht seit 2004 die Holzstele mit dem Motiv „Sorbischer Hochzeitsbitter und Braut“. Sie soll jetzt erneuert werden. Dafür setzen sich Einwohner wie Werner Bunk (li.) und der heutige Ortsvorsteher Frank Linge (re.) engagi
In Driewitz am Feuerwehr-Haus steht seit 2004 die Holzstele mit dem Motiv „Sorbischer Hochzeitsbitter und Braut“. Sie soll jetzt erneuert werden. Dafür setzen sich Einwohner wie Werner Bunk (li.) und der heutige Ortsvorsteher Frank Linge (re.) engagi © Foto: Andreas Kirschke

Driewitz. Morsch und verwittert ist das Holz. Die Farben auf den Eichenbohlen blättern bereits ab. Immer mehr verblasst die Schrift. Das Motiv „Sorbischer Hochzeitsbitter und Braut“, 2004 gemalt durch die Weißkollmerin Maren Behrens und aufgestellt durch die Gemeinde Lohsa an der vorderen Driewitzer Dorfkreuzung am Feuerwehr-Haus – soll erneuert werden. Der Sonderpreis Sorbisch im Ideenwettbewerb Sächsischer Mitmachfonds 2020 ermöglicht das. Driewitz, vertreten durch den Heimatverein Driewitz 99 e. V., kann jetzt rund 900 Euro gezielt einsetzen.

„Darüber freuen wir uns sehr. Es geht um die Aufwertung der Ortsmitte. Die Einwohner wünschen sich das. Es geht auch um die Aufwertung für den Tourismus“, unterstreichen die Initiatoren Frank Linge und Werner Bunk. Beide engagieren sich seit 1993 im Ortschaftsrat. Werner Bunk war bis 2010 über 20 Jahre Wehrleiter in Driewitz. Heute bringt er sich ein im Heimatverein. Frank Linge ist seit 2017 Ortsvorsteher für Driewitz und Lippen. „Immer wieder fragten uns Einwohner und Besucher nach der Stele im Ort“, erläutert er. „Sie ergab kein gutes Dorfbild mehr.“ Der Ortschaftsrat wollte sie nach 16 Jahren Standzeit erneuern. Ein erster Versuch der Finanzierung – beantragt aus dem jährlichen 5.000-Euro-Fonds „Sorben“ der Gemeinde Lohsa aus dem Sächsischen Kommunalprogramm zur Förderung der sorbischen Sprache – schlug fehl. „Wir wandten uns daher an die Stiftung für das sorbische Volk“, sagt Werner Bunk. Von dort kam der Hinweis auf den Ideenwettbewerb Sächsischer Mitmachfonds. Der Heimatverein Driewitz 99 e. V. unterstützte sofort das Anliegen. Er trat als Träger für den Antrag auf. Am 4. Juni kam die Nachricht aus Dresden: Driewitz ist einer drei Gewinner in der Kategorie „Sonderpreis Sorbisch“ im Mitmachfonds.! „Dank Vermittlung durch Unternehmer Rainer Gosdschan aus Lübben nahmen wir Kontakt zur Lübbener Spreewald-Malerin und Grafikerin Ingrid Groschke auf.“ Sie wird jetzt das Motiv „Hochzeitsbitter mit Braut“ frisch aufarbeiten und neu zeichnen. Sowohl der Hochzeitsbitter als auch die Braut als auch das Hinweis-Schild sollen künftig in Deutsch und Sorbisch beschriftet sein. „Wir wollen das Motiv so original, so farbenreich, so ursprünglich wie möglich wieder herstellen lassen“, unterstreicht Frank Linge. „Ziel ist die Wiedereinweihung im Oktober.“

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Der Ortschaftsrat stellte noch einen zweiten Antrag auf Förderung – für die zweisprachige Beschriftung der Hinweis-Schilder nach „Litschen – Złyčin“, „Hermsdorf Spree – Hermanecy, „Drehna – Tranje“, „Rauden – Rudej“, „Milkel – Minakał“, „Uhyst Spree – Delni Wujězd“ und „Neu-Driewitz – Borduc“. „Das wurde leider abgelehnt. Ein solches Konzept für die Schilder passe nicht ins künftige Wegeleitsystem im Lausitzer Seenland. Das hat uns natürlich enttäuscht“, sagen Frank Linge und Werner Bunk. „Wir bleiben jedoch dran.“ In der Verantwortung sehen beide die Gemeinde Lohsa. Sie sollte, wie Schleife und Boxberg schon, für ein einheitliches zweisprachiges Wegeleitsystem in der Gemeinde sorgen. Darauf könnten die wichtigsten Kultur-, Freizeit- und Tourismus-Einrichtungen sowie die Radwander-Hinweise vermerkt sein. „Wir brauchen eine stabile, robuste, dauerhafte und witterungsbeständige Lösung mit Schildern. Dafür wäre ein einheitliches Wegeleitsystem für alle 15 Ortsteile geeignet. Gemeinde und Gemeinderat sollten sich damit befassen.“

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