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Hochzeitslabyrinth für die Kulturinsel

Der Freizeitpark in Zentendorf wird drei Hektar größer. Am neuen Teil sollen die Besucher mitbauen.

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Von Jenny Thümmler

Die Kulturinsel Einsiedel wächst. Der Freizeitpark in Zentendorf bekommt einen weiteren Parkteil. Hochzeitslabyrinth nennt Jürgen Bergmann es. Er ist nach wie vor der geistige Vater, der Ideengeber, auch wenn seine Lebensgefährtin Doreen Stopporka die Geschäftsführung offiziell übernommen hat. Und was jetzt als Hochzeitslabyrinth entstehen soll, trägt eindeutig Bergmanns Handschrift.

Es geht wieder ums Volk der Turiseder, an dessen erfundener Geschichte sich schon so viele Attraktionen der Kulturinsel orientieren, unter anderem das Krönum als nachgebaute Krönungshalle. Nun also Hochzeit. „Die Frage ist ja noch immer, warum ist das Volk der Turiseder eigentlich verschwunden?“, sagt Jürgen Bergmann. „Wir sind da auf eine ganz alte Weissagung und ein schicksalhaftes Hochzeitslabyrinth gestoßen.“ Demnach mussten sich die jungen Turisederpaare vor ihrer Hochzeit erst im Labyrinth finden – als Test für die Wirren des Lebens, als Training für die Ehe, deren Wege oft verschlungen sind. Hatte sich ein Paar gefunden, musste es gemeinsam einen neuen Stein ans Labyrinth anbauen. Irgendwo, an irgendeinen Weg … „Man kann sich denken, was nach und nach passiert ist“, sagt Jürgen Bergmann und lacht schelmisch hinter seinem grauen Vollbart.

Diese Erfahrung sollen bald auch die Besucher der Kulturinsel machen können. Das drei Hektar große Hochzeitslabyrinth entsteht neben dem jetzigen Park, auf der Wiese zwischen Kulturinsel und den Häusern von Kahlemeile. Letztere werden durch einen Erdwall vor möglichem Lärm geschützt, auch ein Feuerlöschteich wird gebaut. Das Gelände, das einige noch als Jakobswiese kennen, gehört schon seit Jahren zur Kulturinsel, aber der Bebauungsplan hat gedauert.

Nun soll es losgehen. Bagger modellieren dort demnächst ein Gelände mit Hügeln und Tälern. Ein Zauberwald entsteht, dazu drei Erlebnis- und Spieltürme. Ein Zirkuszelt wird aufgebaut und in einem tiefen Tal die ersten Wege des Labyrinths. Für die dafür nötigen Steine und Mauern sollen die Besucher selbst sorgen. In einer Ziegelbrennerei entstehen sie und werden dann nach eigenem Gutdünken verteilt. Wie früher bei den Turisedern eben in ihrem Hochzeitslabyrinth. Jürgen Bergmann nennt es lieber Irrgarten. „Ein Labyrinth zeigt den Weg des Lebens als Spirale. Es gibt nur einen Weg, der ans Ziel führt. Das bauen wir nicht.“ Es geht eher um verschlungene Wege, die sich auch mal zu Plätzen öffnen. Wie eine Stadt, die zum Verirren einlädt. Mit unterschiedlich großen Pflanzen dazwischen, mit Wegen, die auf und ab führen. Es soll kein künstlicher Park werden, sondern eine Landschaft.

Das Hochzeitslabyrinth wird ein eigener Teil des Freizeitparks mit einem Extra-eintritt. Eingang bleibt die Trollpforte, der jetzige Haupteingang. Im nächsten Jahr soll alles fertig sein. Und auch wenn die neue Attraktion schon viel weiter sein sollte, passt der Zeitpunkt doch. Das Unternehmen wird im Sommer 25 Jahre alt. Ein genaueres Datum kann Jürgen Bergmann nicht sagen. Schleichend begann damals alles, nur mit ein paar Holzklettergerüsten und Spielmöglichkeiten. Heute ist daraus ein Dutzende Hektar großer Park entstanden – angeschlossen an eine Holzgestaltungsfirma als zweites Unternehmen vor Ort. 120 Beschäftigte sind es aktuell, davon 39 Polen. Allein im Mai beschäftigte die Kulturinsel neben vielen deutschen auch 35 polnische Aushilfen stundenweise in Gastronomie und Hotellerie. Weniger werden es mit dem neuen Parkteil sicher nicht werden.