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Höckendorfer Kinder trainieren mit Artisten

Ruppendorf/Höckendorf

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Diese Woche werden 112 Kinder aus der Grundschule und 36 aus der großen Gruppe des Kindergartens Höckendorf zu Akrobaten. Ein Team vom Projektzirkus Andre Sperlich trainiert seit gestern mit den Mädchen und Jungen. Höhepunkte werden am Freitag und Sonnabend drei Aufführungen im Zirkuszelt in Ruppendorf sein. „Dabei stehen allein die Kinder in der Manege im Mittelpunkt. Wir Artisten geben nur Hilfestellung“, sagt Marko Sperlich.

Auf dem Festplatz in Ruppendorf steht bereits das Zirkuszelt. Dort treffen sich jetzt jeden Morgen die Kinder zum Training. Tina und Marleen aus der vierten Klasse haben sich für die Seiltanzgruppe gemeldet. „Ich habe das noch nie gemacht. Aber das werde ich jetzt lernen. Das macht bestimmt Spaß. Darum habe ich mich dafür gemeldet“, sagt Tina.

Lukas, Marvin und Kenneth haben sich für die Fakirschau gemeldet. „Wir müssen uns da auf Scherben legen oder auf ein Nagelbrett, Feuer spucken oder Schlangen halten“, berichtet Lukas. „Wir finden das ziemlich spannend. Vielleicht ist es auch gefährlich. Aber deswegen haben wir das ja genommen“, sagt Marvin. Ludwig und Julian machen bei der Schwerterkiste mit. „Da fragen sich alle Leute, wie das wohl geht, wenn ein Mensch in einer Kiste liegt und Schwerter durchgesteckt werden. Wir werden das erfahren“, erwartet Julian.

Eltern staunen über die Kinder

Jede der Gruppen trainiert jetzt mit einem der Artisten als Trainer und einer betreuenden Lehrerin ihren Auftritt ein. „Die Eltern sind meist sehr erstaunt, was ihre Kinder können, wenn sie in der Manege stehen“, sagt Marko Sperlich. Das Einstudieren der Clownsnummern ist seiner Erfahrung nach oft der schwierigste Part. „Die Kinder müssen den Text lernen und ihn vor dem Publikum rüberbringen. Dazu gehört ein wenig schauspielerisches Talent“, berichtet er. Auch das Jonglieren ist eine große Herausforderung für die Kinder. „Mit Bällen zu spielen oder zu werfen, das sind heute viele Kinder nicht mehr so gewöhnt“, sagt Sperlich.

Am Donnerstag findet die Generalprobe statt. Am Freitag und Sonnabend werden die Scheinwerfer im Zelt die jüngsten Artisten aus Höckendorf ins rechte Licht setzen.

Zirkus ist bis 2012 ausgebucht

Der Projektzirkus ist zum ersten Mal in Höckendorf. Marion Grund, Klassenlehrerin der vierten Klasse, erzählt: „Ich habe von einer Studienkollegin aus Görlitz von dem Projektzirkus erfahren. Die hat mir das wärmstens empfohlen und wir haben uns bei dem Zirkus beworben.“ Es ist gar nicht so einfach, einen Termin zu bekommen. Der Projektzirkus ist bis 2012 ausgebucht. „Wir besuchen jede Schule nur einmal in vier Jahren. So hat jedes Kind einmal die Chance, das zu erleben und es bleibt etwas Besonderes“, sagt Marko Sperlich.

Die Zirkusarbeit bringt Spaß und Abwechslung in das Schulleben, verfolgt dabei aber ernsthafte Ziele. „Hier trainieren die Kinder Fähigkeiten, die wir ja auch in der Schule entwickeln wollen“, sagt Marion Grund. „Dazu zählen Teamgeist, Zusammenarbeit, Disziplin oder Verantwortung füreinander. All das gehört zu einer gelungenen Vorführung.“ Das bereiten die Höckendorfer Kinder jetzt vor.