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Höheres Niveau – größeres Repertoire

Beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ war ein erfreulicher Trend auszumachen.

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Fabian Karl Schulze aus Hoyerswerda wird im Rahmen des Eröffnungskonzertes der Hoyerswerdaer Musikfesttage den Ehrenpreis der Stadt Hoyerswerda im Wettbewerb „Jugend musiziert“ erhalten.
Fabian Karl Schulze aus Hoyerswerda wird im Rahmen des Eröffnungskonzertes der Hoyerswerdaer Musikfesttage den Ehrenpreis der Stadt Hoyerswerda im Wettbewerb „Jugend musiziert“ erhalten. © Foto: Angela Donath

Von Angela Donath

Hoyerswerda. Musikalische Darbietungen von hoher Qualität sind im Hoyerswerdaer Lessing-Gymnasium nichts Neues. Schließlich wird im Haus die vertiefte musikalische Ausbildung angeboten, Konzerte sind hier nicht selten. Doch wenn die Besten aus dem Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ Anfang Februar eines jeden Jahres in die Aula des Gymnasiums zum Preisträgerkonzert eingeladen sind, ist die Atmosphäre noch einmal eine andere: Blumensträuße und Einzelblüten sowie große und kleine Geschenke in großer Zahl stehen am Rand, bald werden sie von aufgeregten Grundschulkindern an fast vierzig ebenso aufgeregte junge Künstler übergeben.

Die musikinteressierten Mädchen und Jungen haben sich für Hoyerswerda qualifiziert. Sie kommen aus der Region Sachsen/Lausitz, hinter ihnen liegen Anfahrtswege aus Bautzen, Görlitz und Zittau, oft auch aus kleineren Orten an den Landesgrenzen zu Polen oder Tschechien, sie kommen aus dem Randgebiet von Dresden – und erfreulicherweise auch aus Hoyerswerda.

Bereits am vorausgegangenen Wochenende hatten sie am Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen und dies mit großem Erfolg. Dennoch kann man die Aufregung vor dem Preisträgerkonzert deutlich spüren. Nicht nur die Musikschüler selbst, auch Eltern und Großeltern verfolgen das Konzert mit Spannung. Im Publikum haben auch die „Betreuer“, die Musikpädagogen, Platz genommen. Für sie bietet das Preisträgerkonzert eine gute Möglichkeit zu schauen: Wo steht mein Schützling? Wo stehe ich selbst? Wo stehen die Nachbareinrichtungen?

Gleich beim ersten Stück, der Darbietung der 10-jährigen Harfenistin Viann Stübner von der Musikschule Dreiländereck, wurde deutlich, wie sehr sich das Repertoire in der jüngeren Vergangenheit gewandelt hat: Zeitgenössische Komponisten werden spannend interpretiert, oft sind Perkussions-Elemente oder überraschende Sequenzen enthalten, die jungen Musiker bieten dies mit großer Freude und mit Selbstverständlichkeit dar.

Das gilt besonders auch für den neunjährigen Valentin Simon aus Panschwitz-Kuckau. Er erreichte im Wettbewerb am Klavier mit 25 Punkten die höchste Punktzahl. Am Samstag überraschte er mit dynamischen Fähigkeiten und musikalischem Einfühlungsvermögen. Diesem Talent werden wir in den nächsten Jahren sicher wieder begegnen. Für seine Leistung und die höchste Punktzahl aller Solo-Wertungen in seiner Altersklasse erhielt Valentin den Sonderpreis des Lions-Clubs Hoyerswerda.

Mit eben solcher Leidenschaft und großem spielerischen Können interpretierte sein vier Jahre älterer Bruder Adrian die Toccata für Klavier von Paul Constantinescu. Er durfte, stellvertretend aus den Händen von Bürgermeister Mirko Pink, den Sonderpreis des Oberbürgermeisters der Stadt Hoyerswerda entgegennehmen.

Einem jungen Mann aus Hoyerswerda werden wir im April in der Lausitzhalle wieder begegnen: Fabian Karl Schulze. Er erhält im Rahmen des Eröffnungskonzertes der Hoyerswerdaer Musikfesttage den Ehrenpreis der Stadt Hoyerswerda. Fabian war bereits zweimal Teilnehmer am Wettbewerb, sowohl im Fach Gesang als auch als Teil eines Gitarrenquartetts. Der Absolvent des Lessing-Gymnasiums trat in diesem Jahr wieder im Fach Gesang an und erfreute mit der Arie des Papageno und Beethovens „Der Kuss“. Fabian beeindruckt nicht nur mit seinen sängerischen Fähigkeiten, er begeistert vor allem durch seine Ausdrucksstärke.

Wie schon eingangs erwähnt: Das Niveau und die Breite des Repertoires haben sich sehr gesteigert. Das gilt für die Holz- und Blechbläser, die Streicher und Akkordeonisten im Duett oder in den Ensembles und auch für die Solisten am Klavier, der Harfe und für die Gesangssolisten. Die Zeiten der Darbietung von Beethovens „Elise“, weil die so schön ist, sind vorüber. Spannendes und modernes dominiert. In Zeiten, in denen bei Wettbewerben und in den sozialen Medien vor allem Aussehen und Körpermaße in die Wertung eingehen, stimmt das optimistisch.

TAGEBLATT wünscht allen Delegierten zum Landeswettbewerb im März in Zwickau viel Erfolg. Aber erst mal: Schöne Ferien!