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Görlitz

Hört der erste neue Stadtrat in Görlitz schon auf?

Bei der AfD sollen zwei Räte nicht antreten wollen. Der eine dementiert, der andere nicht.

Ex-OB-Kandidat Sebastian Wippel reagiert zurückhaltend auf Gerüchte um AfD-Stadträte.
Ex-OB-Kandidat Sebastian Wippel reagiert zurückhaltend auf Gerüchte um AfD-Stadträte. ©  Archiv/Nikolai Schmidt

Auf die Interviewanfrage der SZ zur Arbeit im neuen Stadtrat antwortete Sebastian Wippel vorigen Mittwoch freundlich, aber bestimmt. „Die mutmaßlich gewählten Stadträte der AfD möchten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen“, schrieb der Ex-OB-Kandidat. Das sei darin begründet, „dass die Stadtverwaltung uns noch keine offizielle Benachrichtigung hat zukommen lassen, dass wir überhaupt gewählt sind und ob wir das Mandat auch wirklich antreten dürfen.“ Sobald die Formalia erledigt sind, stünden die Räte gern für ein Interview zur Verfügung.

Inzwischen mehren sich jedoch Gerüchte, dass zumindest zwei der 13 gewählten Räte ihr Mandat gar nicht antreten wollen, weil sie beruflich sehr eingespannt sind. Thomas Seliger (43), Inhaber des Gasthauses „Zur Altstadt“ an der Elisabethstraße, weist das Gerücht auf Nachfrage zurück: „Da ist nichts dran.“ Ganz anders Matthias Volprich (48), Inhaber des Autohandels M.V. FineCars in der Rothenburger Straße. „Dazu will ich am Telefon nichts sagen“, erklärt er ebenfalls in freundlichem Ton. Er müsse das erst einmal mit seiner Partei besprechen. „Wenn es akut werden sollte, können wir uns gern mal darüber unterhalten“, sagt Volprich, der auf Listenplatz 10 stand und 501 Stimmen erhielt.

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Sollte er tatsächlich sein Mandat nicht annehmen wollen, müsste er dafür Gründe vorbringen. Allein die Doppelbelastung von Beruf und Ehrenamt als Stadtrat dürfte dafür nicht ausreichend sein: Das wusste er auch schon vor der Wahl. Um ausscheiden zu können, müsste er zum Beispiel älter als 65 Jahre oder anhaltend krank oder mindestens zehn Jahre ehrenamtlich tätig sein. Ob ein wichtiger Grund vorliegt, entscheidet laut sächsischer Gemeindeordnung der Stadtrat. Sagt er nein, muss der Betroffene sein Mandat annehmen – schließlich hat er kandidiert und wurde gewählt.

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