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Hoffen auf einen späten Winter

Zwei Wochen liegt der Wiederaufbau der Müglitztalbahn-Strecke zwischen Glashütte und Altenberg im Verzug. Dennoch geht die Bahn davon aus, dass am 20. Dezember der erste Triebwagen wieder bis in die Bergstadt fahren kann – wenn nicht vorher der Winter kommt.

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Von Jana Klameth

Der Engpass an der Müglitztal-Bahnstrecke ist die Stützmauer in Bärenhecke. Ehe die nicht steht, können keine Gleise verlegt werden. „Es macht technologisch einfach nur Sinn, von Glashütte Richtung Altenberg zu bauen“, sagt Arndt Eißmann, Leiter Regionalnetz Ostsachsen der DB Netz AG.

Zwei Wochen hinken die Arbeiten derzeit dem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Der Grund: Die Planungen haben länger gedauert als gedacht. „Wir bauen an einigen Stellen nicht einfach eins zu eins auf, da wir dem Hochwasserschutz Rechnung tragen müssen. Wenn aber etwas Neues entsteht, sind die Planungen umfangreicher und dauern länger“, so Eißmann.

Seit der 2. Septemberwoche bauen jetzt jedenfalls Arbeiter an der Bärenhecker Stützmauer. Bis zur ersten Novemberwoche soll dieses Bauwerk stehen. Erst danach kann der Oberbau beginnen. „Das geht dann aber schnell“, versichert Eißmann. Parallel zum Stützmauerbau laufen derzeit nur die Arbeiten an den Brückenbauwerken. In Bärenstein soll am 7. bzw. am 8. November die Ersatzbrücke eingesetzt werden. Dort hatte das Hochwasser die alte Brücke komplett weggespült. Die neue soll eine höhere Wasser-Duchlassfähigkeit bekommen.

Trotz des zweiwöchigen Bauverzugs geht Eißmann derzeit davon aus, dass die Bahn ab 20. Dezember wieder bis nach Altenberg rollen wird. „Allerdings gilt das nur, wenn es der Wettergott gut mit uns meint“, schränkt er ein. Schnee ist ebenso unerwünscht wie starke Minusgrade. „Denn dann können wir weder betonieren noch Kabel verlegen, die würden bei zu großer Kälte brechen“, erläutert Eißmann.

Doch auch wenn das Wetter gut mitspielt, ist der Zeitplan für den Wiederaufbau eng. „Komplett fertigstellen können wir die Strecke bis Dezember jedenfalls nicht“, sagt Eißmann. Neben den zwei provisorischen Brücken vor Glashütte und in Bärenstein wird es künftig auch weiter provisorische Bahnübergänge geben.

Schon jetzt muss der Lokführer an drei Übergängen auf der Strecke zwischen Heidenau und Glashütte laut hupend anhalten und sich vergewissern, dass kein Auto über die unbeschrankten Bahnübergänge rollt. Die Kraftfahrer müssten eigentlich anhalten, wenn ein Zug kommt, tun das aber leider nicht immer. An einem Übergang darf die Bahn außerdem ebenfalls aus Sicherheitsgründen maximal 10 km/h fahren. Im oberen Streckenabschnitt kommen zwei weitere vorerst unbeschrankte Übergänge hinzu. „Wir wissen, dass das für Bahnkunden, Anwohner und Kraftfahrer keine akzeptable Lösung ist, aber die Situation wird sich im kommenden Jahr verbessern“, versichert Eißmann. Bis spätestens Ende 2004 soll die Strecke sicherer sein, als je zuvor. Denn immerhin werden an vier Übergängen erstmals Schranken installiert.

Entlang der Strecke der Müglitztalbahn hat dieser Tage ein Fernsehteam gedreht. Der Film „Die Rückkehr der Müglitztalbahn“ wird in der Reihe „Eisenbahnromantik“ am 23. November, 16.45 Uhr im Südwestrundfunk zu sehen sein und am 28. November, 16.30 Uhr im MDR bei „Hier ab vier“.