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Großenhain

Wer folgt auf Hoffmann?

Mit diesen drei Bürgermeister-Kandidaten ist in Lampertswalde gegenwärtig zu rechnen. Bis 27. Juni kann man sich bewerben.

Die Amtszeit des dienstältesten Bürgermeisters im Großenhainer Raum neigt sich dem Ende. Seit der Wende hat Wolfgang Hoffmann die Geschicke der Gemeinde Lampertswalde geleitet. Am 1. September soll ein Nachfolger gewählt werden.
Die Amtszeit des dienstältesten Bürgermeisters im Großenhainer Raum neigt sich dem Ende. Seit der Wende hat Wolfgang Hoffmann die Geschicke der Gemeinde Lampertswalde geleitet. Am 1. September soll ein Nachfolger gewählt werden. © Brühl

Lampertswalde. Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte. Wer folgt Wolfgang Hoffmann auf den Chefsessel im Gemeindeamt Lampertswalde? Darüber wird in den Dörfern rund um dem Raschütz-Wald viel spekuliert. Sogar der Bürgermeister selbst beteiligt sich daran und bringt Namen ins Spiel.

So zum Beispiel den von Sven Wiedemann-Schulze. Der Weißiger engagiert sich im Verein Sächsisch-Brandenburgischer Höhenzug und weiß, wie man konsequent Bürgerinteressen vertritt. Noch vor einem halben Jahr hat er mit dem Gedanken gespielt, für das Bürgermeister-Ehrenamt zu kandidieren. Wohl auch deshalb haben Hoffmann und viele andere in der Gemeinde mit Wiedemann-Schulze als Bewerber gerechnet. Doch er dementiert. „Ich stehe nicht zur Wahl“, sagt der Weißiger auf Anfrage der SZ. Das habe berufliche Gründe.

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Diese werden wohl auch andere haben, die mit einer Kandidatur liebäugelten, aber sich dann dagegen entschieden haben. Denn das hiesige Bürgermeisteramt ist vom Papier her ehrenamtlich, auch wenn es seit dem 1. Januar 2018 in Lampertswalde entsprechend der Einwohneranzahl mit 2410 Euro monatlich vergütet wird.

Doch in Wahrheit war es bisher eine Vollzeitstelle. Zumindest hat Wolfgang Hoffmann dieses Ehrenamt so ausgefüllt. „Er hat versucht, alles selbst zu regeln. Das geht dann nicht mehr.“, sagt Gemeinderat Roland Thiele. Der oder die Neue müsse die Aufgaben mit dem Amtsantritt am 1. November auf alle Fälle besser verteilen.

Auch Thiele haben viele Leute auf dem Schirm. „Mich haben schon viele gefragt, ob ich es nicht machen wolle“, erzählt er. Doch der Fahrlehrer aus Brockwitz, der sich aus dem Familienunternehmen nach und nach zurückziehen möchte, winkt lächelnd ab. „Ich werde jetzt 60 und tue mir das nicht mehr an“, sagt er. Außerdem würde er die Kandidatur von René Venus unterstützen, mit dem er gemeinsam für den SV Lampertswalde in den Gemeinderat wiedergewählt wurde.

Venus bestätigt seine Kandidatur gegenüber der SZ. „Ja, ich möchte zur Wahl antreten“, sagt der bisherige stellvertretende Bürgermeister, der in letzter Zeit schon die eine oder andere Gemeinderatssitzung souverän leitete.

Venus hat seine Kandidatur vorher mit seiner Familie abgestimmt. Die ist gleichzeitig auch sein Arbeitgeber. Denn er arbeitet im elterlichen Schmiedebetrieb in Schönborn. Die Familie steht hinter seinem Vorhaben, Bürgermeister von Lampertswalde zu werden. René Venus drückt auf die Erwartungsbremse und sagt: „Am Ende entscheiden aber die Wähler.“

Der Schönborner habe die Bewerbungsunterlagen noch nicht ausgefüllt. Spätester Abgabetermin ist der 27. Juni. Hauptamtsleiterin Kerstin Sulak, die zur Wahlleiterin berufen wurde, nimmt die Bewerbungen entgegen. Wie viele bisher eingegangen sind, konnte am Montag niemand in der Schönfelder Verwaltungsgemeinschaft sagen. Denn Kerstin Sulak ist momentan im Urlaub und nur sie wisse, wie viel mögliche Kandidaten die Bewerbungsunterlagen abgeholt haben.

Dazu gehört neben René Venus auch Martina Höllerl. Die Lampertswalder Heilpraktikerin wurde bei den Kommunalwahlen Ende Mai ebenfalls wieder in den Gemeinderat gewählt. Auch sie bestätigt der SZ, dass sie kandidieren wolle. Die gelernte Kauffrau trat bereits vor fünf Jahren an. 

Aber damals, um Wolfgang Hoffmann wenigsten einen Kandidaten entgegenzusetzen. Bereits zu diesem Zeitpunkt war der Lampertswalder Bürgermeister nicht unumstritten. Doch niemand bot ihm Paroli. Also tat es Martina Höllerl und erreichte beachtliche 23 Prozent. Hoffmann wurde mit 77 Prozent wiedergewählt. Die SZ titelte damals „Wahlsieg mit Denkzettel“.

Diesmal könnte es drei Bewerber um das Lampertswalder Bürgermeisteramt geben. Auch Michael Thiel denkt ernsthaft darüber nach. „Ja, das Interesse ist da“, sagt er. Als Bauamtsmitarbeiter verfügt er über reichlich Kenntnisse über Verwaltungsabläufe. Auch deshalb weiß er, was bei einer Kandidatur noch alles schiefgehen kann. Ob es geklappt hat, könne er hundertprozentig erst am 27. Juni nach 18 Uhr sagen.

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