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Hoffnung auf baldigen Baustart

Beim EKZ in Radeberg soll das Genehmigungsverfahren schnell abgeschlossen werden. Händler sind verunsichert.

Das Einkaufszentrum EKZ in Radeberg beherbergt große und kleine Anbieter. Im kommenden Jahr wird das Haus für 8,5 Millionen Euro umgebaut.
Das Einkaufszentrum EKZ in Radeberg beherbergt große und kleine Anbieter. Im kommenden Jahr wird das Haus für 8,5 Millionen Euro umgebaut. © Air Control

Mehrmals musste der Termin schon verschoben werden: Erst sollte der Umbau des Einkaufszentrums EKZ in Radeberg ab Juli stattfinden, dann wurde ein Start zum Jahresbeginn 2020 bekanntgegeben, jetzt ist Februar im Gespräch. Die Verunsicherung unter den Händlern im EKZ ist groß, ob dieser Termin gehalten werden kann. Noch Anfang September lagen dem Eigentümer, der „DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG“, keine Genehmigung für die Arbeiten vor. Jetzt kommt offenbar Bewegung in die Sache. Ende September stimmte der Radeberger Stadtrat der Neufassung des Bebauungsplans zu. Nun will auch das Landratsamt schnell reagieren. „Die Baugenehmigung ist in Arbeit. Das Verfahren soll zeitnah abgeschlossen sein“, sagt Sarah Günther vom Landratsamt Bautzen. Einen konkreten Termin für die Erteilung nannte sie aber nicht. Matthias Schrade, Vorstand der Firma DEFAMA, hofft, dass das Genehmigungsverfahren schnell abgeschlossen ist. „Wenn wir die Unterlagen zeitnah erhalten, dann bin ich zuversichtlich, dass wir im Februar mit der Modernisierung beginnen können.“

Den Händlern liegt noch keine offizielle Mitteilung vor, wann das EKZ für den Umbau geschlossen wird. „Uns ist gesagt worden, dass die Arbeiten im beginnen sollen“, sagt Dominic Müller vom Center Bistro. „Aber unklar ist, was dann mit dem Bistro wird. Ob wir eine Zwischenlösung angeboten bekommen. Die Unsicherheit ist groß. Hier hängen ja einige Arbeitsplätze dran.“ Sicher ist allerdings, dass das Center Bistro nach den Umbauarbeiten wieder in das EKZ einziehen wird. Kunden und Mitarbeiter werden dann mehr Platz haben. Für die kleine Firma heißt es aber auch, dass das Bistro neugestaltet werden muss und das kostet. Carmen Neumann wird mit ihrem Nagelstudio nach dem Umbau nicht mehr im EKZ vertreten sein. „Mir ist gesagt worden, ich bin zu alt. Es würden nur langjährige Verträge gemacht und da passe ich nicht mehr“, sagt sie. Sie würde jetzt gerne einen verbindlichen Termin haben, bis zu dem sie im EKZ bleiben kann. „Optionen, wo ich hingehe habe ich mehrere. Aber ich kann ja niemandem zusagen, da ich nicht weiß, wie lange es hier noch geht.“ Sie habe zum Glück viele Stammkundinnen. So ist sie nicht auf Laufkundschaft angewiesen, denn die käme immer weniger ins EKZ. „Von den Läden, die noch hier sind, öffnen einige später am Tag oder schließen eher. Das ist kein guter Zustand“, sagt sie.

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Mehrere Mieter sind aus dem Einkaufszentrum bereits ausgezogen. Darunter sind ein Sportgeschäft, eine Confiserie und ein Geschenkeladen. 
Mehrere Mieter sind aus dem Einkaufszentrum bereits ausgezogen. Darunter sind ein Sportgeschäft, eine Confiserie und ein Geschenkeladen.  © René Plaul

Die DEFAMA will rund 8,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Einkaufszentrums stecken. Unter anderem wird die Einkaufsfläche der Supermärkte vergrößert. Durch einen Fehler in den Planungsunterlagen aus den 90er Jahren musste der zunächst angepeilte Baubeginn verschoben werden. Im Text hatte die Stadt Radeberg 1991 festgelegt, dass auf dem Gelände nur großflächiger Einzelhandel angesiedelt werden darf, im Plan war der Standort mit „Einkaufszentren und großflächige Handelsbetriebe“ bezeichnet. Dem Bau eines EKZ mit kleinen Läden hätte daraufhin nie zugestimmt werden dürfen, schätzte im Frühjahr 2019 das Landratsamt in Bautzen ein. Dieser Widerspruch musste erst durch neue Beschlüsse unter anderem im Stadtrat ausgeräumt werden. Das kostete Zeit.

Der DEFAMA AG gehören nach eigenen Angaben 34 Einkaufszentren in ganz Deutschland mit fast 140 000 Quadratmetern Nutzfläche. Zu den größten Mietern zählen Aldi, Edeka, Lidl, Netto, Norma, Penny, Rewe und andere Anbieter.

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