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Hoffnung auf weißen Weihnachtsmarkt

Für die Meteorologen hat der Winter am Sonntag begonnen. Dietmar Pscheidt gibt einen Ausblick und zieht Herbstbilanz.

Herr Pscheidt, pünktlich zu Nikolaus soll es auch im Flachland schneien. Dürfen wir also zum Bischofswerdaer Weihnachtsmarkt auf das erste Winterwochenende hoffen?

Die Hoffnung besteht – auch dass sich der Frost über das kommende Wochenende hält. Für Prognosen hinsichtlich des Weihnachtswetters ist es jedoch noch zu früh. Je später der Winter kommt, umso größer sind die Chancen auf weiße Weihnachten.

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Im vergangenen Jahr hatten wir am 27. Oktober den ersten Schnee. In diesem Jahr war der 27. Oktober einer der wenigen goldenen Herbsttage. Die einzige Besonderheit des meteorologischen Herbstes vom 1. September bis 30. November?

Der meteorologische Herbst wies wieder einige Besonderheiten auf. Es gab kaum einen Spätsommer und keinen richtigen Altweibersommer. Vom 4. bis 8. September war es warm, das letzte Badewetter der Saison. Ein Sommertag mit 24 Grad Celsius wurde in den Orten um Bischofswerda nicht mehr registriert. In der Stadt gab es zumindest am 7. und 8. September mit 25 Grad noch Sommertagswerte, bedingt durch den Wärmeinseleffekt der geschlossenen Bebauung. Ende September, Anfang Oktober erreichten wir dagegen durch den Böhmischen Wind nur Höchstwerte von zehn Grad oder knapp darüber. Erst in der letzten Oktober-Dekade kam er, der „Goldene Herbst“. Mit südwestlichen und südlichen Winden wurde warme Luft zu uns herangeführt und die Temperaturen in Sachsen stiegen. In Goldbach wurden Werte von 19 Grad am 22. und 23. Oktober gemessen. Für diese Tage sind solche Temperaturen ungewöhnlich hoch. Von Extremwetter zu sprechen, wäre jedoch übertrieben.

War der Herbst zu warm?

Der Durchschnittswert lag bei 9,0 Grad – wie im Vorjahr. Er entspricht etwa dem 18- jährigen Mittel. Der September war etwas zu kühl, der Oktober zu mild. Von einem richtigen Wintereinbruch blieben wir trotz einiger Frosttage im November verschont.

Ein durchwachsener Herbst. Wie schlägt sich das in der Niederschlagsbilanz nieder?

Die Niederschlagssumme pendelte sich wie im Vorjahr um die 200 Millimeter, also 200 Liter auf den Quadratmeter, ein. Obwohl etwa die Hälfte an nur sieben Tagen fiel, davon 69 Millimeter vom 10. bis 12. Oktober, war der Niederschlag in diesem Herbst gleichmäßiger auf die Monate verteilt. Zum Glück war das Orkantief „Christian“ am 28. Oktober in unserer Region nicht so wetterwirksam. Ein in der Wirkung vergleichbares Sturmtief fand ich in den Unterlagen zum 28. Oktober 1998 heraus.