merken
PLUS Döbeln

Hoffnung für den Flemmingener Hof

Das Hotel ist seit zwei Jahren geschlossen. Der Besitzer wohnt weit weg. Es gibt jedoch einige Interessenten für die Anlage.

Auf den Stufen zum Eingang des Hotels „Flemmingener Hof“ wächst Unkraut. Seit zwei Jahren ist das Hotel geschlossen.
Auf den Stufen zum Eingang des Hotels „Flemmingener Hof“ wächst Unkraut. Seit zwei Jahren ist das Hotel geschlossen. © Dietmar Thomas

Hartha. Von weitem betrachtet, sieht das Hotel und Restaurant Flemmingener Hof in Hartha aus wie immer. Kommt man jedoch näher, fällt das Unkraut auf den Stufen zum Hoteleingang auf.

Der Vorgarten wirkt verwahrlost. Die Schrift auf einem Schild im Fenster ist verblasst. Dennoch kann man erkennen, was darauf geschrieben steht: „Restaurant und Hotel Flemmingener Hof geschlossen.“ Ein anderes Schild weist auf die Sommerpause im Juli und August hin. Die Inneneinrichtung ist teilweise abgebaut, von der Decke hängen Elektrokabel herunter. Im Foyer stehen einige Topfpflanzen, die aber völlig vertrocknet sind.

Anzeige
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner
Eine Automatikuhr für Sammler und Kenner

Die sportlich elegante 29er Casual aus dem Hause Mühle-Glashütte gibt es ab sofort in der auf 300 Stück limitierten Sonderedition „30 Jahre Deutsche Einheit“.

Der Zustand des Gebäudekomplexes bereitet nicht nur einigen Anwohnern Sorgen. Auch die Stadt beobachtet die Entwicklung. Allerdings sind der Verwaltung die Hände gebunden, weil es sich um Privateigentum handelt. Bürgermeister Ronald Kunze (parteilos) ist jedoch mit dem Besitzer in Kontakt. „In den vergangenen Monaten haben sich drei Interessenten bei uns gemeldet“, erklärt Kunze. Sie hätten verschiedene Visionen, was sich aus dem Komplex machen ließe. Ob diese umsetzbar sind, könne er nicht beurteilen. Jedoch hat der Bürgermeister die Interessenten an den Eigentümer weitervermittelt.

Im Oktober 2017 wurde die Schließung von Hotel und Restaurant Flemmingener Hof durch das Hinweisschild bekannt gemacht. Zu diesem Zeitpunkt war der Komplex schon im Besitz von Fritz Wamser, der in Süddeutschland wohnt. Nachdem er das Hotel und Restaurant übernommen hatte, war es zunächst noch einige Jahre weitergeführt worden. Warum es 2017 zur Schließung kam, darüber hüllen sich die Beteiligten in Schweigen.

Fritz Wamser bestätigt, dass es Anfragen zur Übernahme des Hotels gibt. „Es gibt jemanden, der es kaufen möchte“, sagt Wamser. Allerdings habe er selbst in den vergangenen Monaten gesundheitliche Probleme gehabt, sodass er sich nicht um seine Immobilie kümmern konnte. Jetzt will er sich aber wieder dem Flemmingener Hof widmen. Der Interessent habe gesagt, dass er bei Wamser vorbeikommen wolle, um alles zu besprechen. Einen genauen Zeitpunkt konnte er nicht nennen.

Der Flemmingener Hof war nicht nur als Hotel und Restaurant beliebt, sondern auch als Ort für viele Veranstaltungen, seien es Line-Dancer-Partys, Jugendweihen oder Klassentreffen. Aber auch als Bühne für Kleinkunst wurden die Räumlichkeiten genutzt. Beliebt waren auch die jährlichen Höhepunkte von der Spargelzeit bis zur Silvesterfeier, auf die eine große Tafel am Gebäude hinweist.

Seit 1862 war die Lokalität als Gasthof „Flemmingen“ in Familienbesitz. Fürchtegott Grünberg bekam eine Ausschankgenehmigung. Von 1895 bis 1919 führte Richard Feiste den Gasthof, danach wechselten die Besitzer mehrfach. Mit der Übernahme durch Gerhard Feiste wurde die Familientradition wieder belebt. Er nahm umfangreiche Renovierungsarbeiten am Gasthaus vor. Von 1965 bis 1990 führte Elisabeth Hutschenreiter, geborene Feiste, den Gasthof. Ab 1974/75 wurde Jugendtanz angeboten. Nach der Wende wurde viel investiert. 1992 wurde der Saal umgebaut. In diesem Jahr wurde mit dem Anbau des Hotels begonnen, das 1994 eingeweiht wurde.

Mehr zum Thema Döbeln