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Hoffnung für ein Sorgenkind

Bautzen bekommt aus einem Förderprogramm Geld für die südliche Innenstadt. Bringt das Schwung in die Entwicklung des Lauenareals?

Das Fördergebiet südliche Innenstadt
Das Fördergebiet südliche Innenstadt © SZ/Grafik Romy Thiel

Vor einem halben Jahr hat sich Bautzen beworben, Anfang der Woche kam die Zusage: Die Stadt wird in ein Förderprogramm aufgenommen, aus dem Geld für die südliche Innenstadt fließt. Die erfreuliche Nachricht verkündete Baubürgermeisterin Juliane Naumann am Dienstag bei einer Gesprächsrunde des SPD-Ortsvereins zum Thema Wohnungsbau und Stadtentwicklung. „Ich denke, dass da jetzt Steine ins Rollen kommen“, so Naumann. Immerhin geht es um ein Gebiet, in dem es noch viel zu tun gibt: Geschäfte stehen leer, es gibt sanierungsbedürftige Häuser und freie Flächen, die als Lücke im Stadtbild klaffen, allen voran das Lauenareal.

Das Lauenareal: Schrittweise Entwicklung möglich

Seit vor fünf Jahren das Projekt Lauencenter platzte, tut sich auf dem Karree zwischen Lauengraben, Äußerer Lauenstraße und Goschwitzstraße nichts. „Die Entwicklung dort stockt“, beklagt auch Roland Fleischer, Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat. Und eine Besucherin der Gesprächsrunde fragt: „Wo sind denn all jene, die damals die Pläne für das Lauencenter bekämpft haben? Wer setzt sich denn heute noch ein?“

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Juliane Naumann versichert: „Uns ist wichtig, dass die Fläche entwickelt wird.“ Sicher werde das aber nur schrittweise passieren. Unmittelbar bevor stehe eine Entscheidung zur Alten Posthalterei an der Goschwitzstraße. Dieses Grundstück könnte zusammen mit der dahinter liegenden Fläche und dem Haus am Lauengraben, in dem einst der Elektronikladen Truhel ansässig war, eine neue Nutzung finden – und zwar durch sorbische Institutionen.

Für das desolate Eckhaus Äußere Lauenstraße/Goschwitzstraße hat die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft seit Jahren Sanierungspläne. Bisher scheiterten die am Geld. Mit der Zusage für das Fördergebiet ist nun zumindest eine Hürde genommen.

Völlig offen ist derzeit laut Naumann, was auf der freien Fläche passieren wird, die der Projektgesellschaft Säurich und Sassenscheidt gehört. Nach dem Aus für das Lauencenter war mal eine Anlage für betreutes Wohnen im Gespräch. Doch diese Idee sei vom Tisch, Neues gebe es derzeit nicht. Ganz so dramatisch sieht Naumann es aber nicht, wenn so schnell nichts passiert. Schließlich „brauchten auch die Generationen, die nach uns kommen, noch Raum, um sich zu entwickeln“.

Die Geschäftsstraßen: Aktivitäten zur Belebung

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Doch für die Stadt ist mit der Zusage für das Fördergebiet nicht nur die Hoffnung auf eine Entwicklung des Lauenareals verbunden. Denn zum Gebiet gehört weit mehr, so auch das Karree zwischen Lauengraben, Seminar-/Goschwitz- und Karl-Marx-Straße. Dort steht eine ganze Reiche von Geschäften leer, und von ansässigen Händlern ist die Klage zu hören, dass sie sich abgehängt fühlen vom Stadtzentrum. Citymanagerin Gunhild Mimuß hatte daher schon im Frühjahr einige Ideen geäußert, wie das Gebiet wieder mehr belebt werden könnte. Ob Testshops oder Quartiermanager – auch solche Aktivitäten könnten nun bezuschusst werden. Denn aus dem Förderprogramm, mit dem Bund und Freistaat Kommunen bei der Entwicklung von „aktiven Stadt- und Ortsteilzentren“ unterstützen, gibt es nicht nur Geld für Investitionen, um die Bausubstanz zu erhalten.

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