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Bautzen

Hoffnung für krebskranken Benedikt

Bei dem Jungen aus Guttau wurde 2016 Leukämie festgestellt. 2018 dachten alle, dass er geheilt ist. Doch der Krebs kam zurück. Beim Gesundwerden hilft nun auch ein Verein.

Benedikt ist gern im Garten. Lange Zeit durfte er dort nicht spielen, denn der Achtjährige hat Leukämie, Blutkrebs. Mutter Mandy Pietschmann hofft, dass die zweite Transplantation nun erfolgreich war.
Benedikt ist gern im Garten. Lange Zeit durfte er dort nicht spielen, denn der Achtjährige hat Leukämie, Blutkrebs. Mutter Mandy Pietschmann hofft, dass die zweite Transplantation nun erfolgreich war. © SZ/Uwe Soeder

Guttau. Es sind schöne Momente, wenn Benedikt sich wohlfühlt und mit Mutti Mandy Pietschmann im kleinen Garten Ball spielen kann. Benedikt hat Leukämie, Blutkrebs. Festgestellt wurde die Krankheit im November 2016. 

Eine Odyssee für den kleinen Jungen und seine Familie begann. Doch dann die Hoffnung: Benedikts älterer Bruder Dominik wurde als Stammzellenspender ausgemacht. Und die Hoffnung auf Heilung stieg. Bis zu jener Jahresuntersuchung im September 2018. Ein Jahr nach der Transplantation fanden die Ärzte wieder Krebszellen im Knochenmark.

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Für Familie Pietschmann begann alles wieder von vorn. „Das war ein Schock für alle. Nach einem Jahr hatten wir die Angst erfolgreich verdrängt. Wir haben den Sommer genossen“, sagt Mandy Pietschmann. Und Benedikt war ein stolzes Schulkind. Er war nach den Winterferien in Guttau eingeschult worden und konnte nun mit seinen Freunden, die er noch aus dem Kindergarten kannte, lernen. „Dieses Mal kamen wir schneller in die Charité nach Berlin, wo eine andere Form der Stammzellentransplantation erfolgte“, sagt Mandy Pietschmann. 

Die haploidente Transplantation kann eine Option sein, wenn kein passender Familien- oder Fremdspender gefunden werden kann. Mutter und Sohn richteten sich ihr Leben in Berlin ein. Sie im Ronald McDonald Elternhaus, er in seinem Zimmer in der Charité. „Es war schwer, aber zum Glück ging es ihm nie so schlecht wie beim ersten Mal“, sagt Mandy Pietschmann, die im vergangenen Jahr endlich wieder einmal arbeiten gehen konnte. Die studierte Betriebswirtin hatte einen befristeten Job zwischen Mai und September. Dann war sie wieder krankgeschrieben, um für Benedikt da zu sein. 

Doch wenn das Krankengeld ausbleibt, dann kommt bei Familie Pietschmann nur das Gehalt des Vaters, der Agraringenieur ist und bei einer Steuerberatungsgesellschaft landwirtschaftliche Betriebe berät. Da wird es manchmal eng bei einer fünfköpfigen Familie, denn neben dem Jüngsten Benedikt sind da noch die Geschwister Dominik (14) und Annalena (10). „In Deutschland ist solch ein Fall nicht geregelt. Wir bekommen nur über den Pflegegrad von Benedikt noch Geld“, sagt Mandy Pietschmann. 

Die sympathische, ruhige Frau ist deshalb froh, dass sie über Himmelfahrt mit Benedikt an die Ostsee fahren konnte. Der Verein Sonnenstrahl aus Dresden hat ihr einen Platz vermittelt. Dieser Verein kümmert sich um krebskranke Kinder und Jugendliche und ihre Familien. Mit anderen Vereinen gibt es ein Netzwerk, das solche Angebote wie die Ferienwohnung an der Ostsee zur Verfügung stellt. „Ich habe gemerkt, dass ich mal raus muss“, sagt Mandy Pietschmann. Und weil sie die Arbeit des Vereins bereits kannte, hat sie dort angerufen und gefragt. Jetzt freut sie sich, dass Sonnenstrahl im Sommer sogar eine Fahrt für die gesamte Familie bezahlt.

Eine Kette aus Mutperlen

Damit der Verein Sonnenstrahl arbeiten und viel für die krebskranken Kinder und ihre Familien tun kann, ist er auf Spenden angewiesen. Derzeit läuft eine Charity-Aktion von drei Fitness- und Gesundheitsstudios in der Region. Großräschen, Schwarzheide und das Prima Klima in Malschwitz beteiligen sich daran. Henri Kern vom Prima Klima ist auf die Idee gekommen, den Verein Sonnenstrahl zu unterstützen. Der Grund sind Benedikt und seine Familie. „Ich habe damals vom Mutperlenprojekt des Vereins erfahren. Dort wird für jede Untersuchung, jede Spritze und jede Chemo eine andere Perle aufgefädelt“, sagt Henri Kern. Benedikt hatte seine Mutperlenkette damals mit in die Schule genommen, um seinen Mitschülern von seiner Krankheit zu erzählen. 5,60 Meter war sie damals lang. Nun musste er eine neue beginnen.

Doch auch dieses Mal hoffen Pietschmanns. Seit Februar ist Benedikt wieder zu Hause, die Haare sind nachgewachsen. Benedikt lächelt wieder . Als er das Fenster im Wohnzimmer ankippen will, klemmt es etwas. „Das ist wohl auch krank, bin ich nicht so allein“, sagt Benedikt. Mit seinen acht Jahren strahlt er so viel Optimismus aus. Obwohl es ihm eben auch mal richtig schlecht geht. „Am blödsten war es, als ich erfahren habe, dass der Krebs zurück ist“, sagt er. Nun hoffen alle, dass Ende des Monats der Katheter entfernt werden kann, über den alle Medikamente gegeben werden. „Außer die zum Schlucken“, ergänzt Benedikt fachmännisch. Er lernt nun wieder zu Hause – mit einer Hauslehrerin, die in Bautzen unterrichtet, aber im Nachbarort wohnt. Wenn alles gut läuft, kann er nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen. Was er später mal werden will? „Koch oder was im Tierpark“, sagt Benedikt. Doch seine Mutter erweitert die Antwort leise: „Gesund.“

Die Angst bei Familie Pietschmann, dass Benedikt nicht gesund wird, bleibt bestehen. Mandy Pietschmann sagt, dass ihr Glaube ihr dabei hilft, mit der Situation fertig zu werden. „Und selbst wenn er es nicht schaffen sollte, weiß ich, dass Benedikt trotzdem gut aufgehoben sein wird.“

Spendenaktion für den Verein Sonnenstrahl: Jeder Neukunde kann vier Wochen lang für 50 Euro trainieren. Alles Geld, das dadurch zusammenkommt, geht an den Verein.

Kontakt Prima Klima:  035932 30828

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