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Radeberg

Hohe Eigenheimpreise in Radeberg

Laut Bausparkasse LBS liegt die Stadt noch vor Bautzen. Allerdings blieben die Preise an der Röder seit 2018 konstant.

Unmittelbar an der Heide gelegen und ein kurzer Weg nach Dresden: Ullersdorf gehört zu den begehrten Wohnlagen in Radeberg. Überhaupt ist die Nachfrage nach Grundstücken in der Stadt sehr hoch.
Unmittelbar an der Heide gelegen und ein kurzer Weg nach Dresden: Ullersdorf gehört zu den begehrten Wohnlagen in Radeberg. Überhaupt ist die Nachfrage nach Grundstücken in der Stadt sehr hoch. © Archivfoto: Thorsten Eckert

In Bautzen werden die Immobilien immer teurer. In Radeberg sieht das anders aus. In der Bierstadt sind sie gegenüber 2018 nicht gestiegen. Das zeigt ein Blick in den neuen Marktbericht für Wohnimmobilien der Bausparkasse LBS. Allerdings liegen sie bereits auf sehr hohem Niveau.

Wo in der Region sind Immobilien derzeit besonders teuer?

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Die LBS vergleicht in ihrem Bericht die Werte für etwa 1 000 Städte in Deutschland, darunter Bautzen, Radeberg, Hoyerswerda und Görlitz. Spitzenreiter der vier Städte in der Region ist ganz klar Radeberg: Hier mussten Käufer besonders tief in die Tasche greifen. Als Durchschnittswert gibt die LBS den Modalwert an, also den Preis, der am häufigsten auftritt. Ein Eigenheim auf dem Gebrauchtwohnungsmarkt kostet in Radeberg im Schnitt 220 000 Euro. Auch Baugrundstücke sind hier besonders teuer, 110 Euro kostet hier der Quadratmeter. Der Bierstadt dicht auf den Fersen ist Bautzen: Hier kostet ein gebrauchtes Eigenheim im Schnitt 190 000 Euro. In Görlitz kostet das Haus 170 000 Euro, in Hoyerswerda müssen Käufer am häufigsten 150 000 Euro für ein gebrauchtes Eigenheim hinlegen.

Wo in der Region steigen die Preise für Eigenheime am meisten?

Aufsteiger in der Region ist klar Bautzen; hier steigen die Preise für bereits stehende Einfamilienhäuser besonders deutlich. Fast zwölf Prozent mehr als im Vorjahr mussten Käufer 2018 für ein solches gebrauchtes Heim zahlen. Auch in Görlitz mussten Käufer tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr; hier stiegen die Preise im Schnitt um sechs Prozent. In Radeberg, wo die Preise für die Region bereits im Vorjahr im Vergleich so hoch waren, stiegen die Preise nicht weiter, hat die Bausparkasse LBS ermittelt. In Hoyerswerda, der Stadt, wo die Eigenheime auch im Vorjahr schon vergleichsweise günstig waren, stiegen die Preise allerdings auch nicht.

Warum sind die Preise für Eigenheime generell gestiegen?

Thomas Thiet, Sprecher der Ostdeutschen Landesbausparkasse LBS, erklärt den generellen Preisanstieg durch die derzeitige wirtschaftliche Lage: „Angesichts niedriger Zinsen und einer insgesamt positiven Beschäftigungslage sind die Bedingungen, Wohneigentum zu erwerben, nach wie vor gut“, sagt er.

Die niedrigen Zinsen böten kaum Möglichkeiten, Kapital gewinnbringend anzulegen – deshalb wollen auch wenige Menschen ihre Häuser verkaufen. Das enge den Markt ein, so der Immobilienexperte. Deutschlandweit steigen die Baupreise, erzählen auch Immobilienmakler aus der Region. „Der Stundenlohn für die Handwerker steigt, auch die Baustoffe kosten immer mehr“, sagt Makler Jens Zuschke. Das sind alles Faktoren, die sich als Richtwert natürlich auch auf den Gebrauchtwohnungsmarkt auswirken.

Warum sind die Häuser ausgerechnet in Bautzen so viel teurer geworden?

Die Ostdeutsche Landesbausparkasse hat in ihrem Marktbericht die Preise von 170 verkauften Eigenheimen in Bautzen verglichen. Aber wie erleben die Makler in der Region die Lage? Der Bautzener Makler Jan Hornig erklärt: „Der Markt ist quasi leer gefegt.“ Aus seiner Erfahrung weiß er: „Man könnte in Bautzen pro Woche zehn Häuser verkaufen. Die Nachfrage ist da, aber das Angebot fehlt.“ Insbesondere in der Stadt Bautzen verkaufen sich Eigenheime gut, das erzählt nicht nur er. Zum Beispiel der Mangel an Baugrundstücken in der Stadt wirke sich auf die Preise für Gebrauchteigenheime aus. „Die Anbindung hier ist gut, die Nähe zu Dresden wirkt sich auf die Preise aus“, sagt er.

„Es gibt drei Faktoren, die eine Rolle spielen: Lage, Lage, Lage“, scherzt auch Makler Jens Zuschke und betont die Nähe Bautzens zu Dresden. Auch der Makler Michael Anders hat das beobachtet. Die dichter besiedelten Kreisgebiete und die, die näher an der Landeshauptstadt sind, also die südlichen und westlichen Teile des Landkreises, seien die hochpreisigeren Regionen, sagt er. Zudem empfindet er Bautzen als besonders altersgerechte Stadt. Dass in Hoyerswerda die Immobilienpreise nicht steigen, schiebt Jens Zuschke auch auf die Debatte um den Kohleausstieg. „Wenn Jobs wegfallen, wirkt sich das negativ auf die Immobilienpreise aus“, sagt er. Auch in Görlitz erlebe er, wenn er Häuser vermittle, keinen Anstieg der Preise. Im Gegenteil – er erkenne eher ein Sinken: „Dort wollen die Leute eher verkaufen.“

Wo in Bautzen sind die Häuser besonders teuer?

Eigentlich sind die Eigenheime überall in Bautzen teuer, erklärt Jan Hornig. Eine Ausnahme seien einige wenige Reihenhäuser aus den 30er-Jahren, beispielsweise in der Paul-Neck-Straße. „Manche davon haben nur 70 Quadratmeter, das reicht nicht für eine Familie“, berichtet er. „Besonders beliebt sind Immobilien im Villenviertel“, sagt Michael Anders vom gleichnamigen Maklerbüro. „Vor allem ruhige Wohnlagen sind gefragt“, sagt er.

Welche Immobilien sind besonders beliebt?

Neben der Lage haben natürlich auch der Zustand und die Ausstattung eines Hauses einen großen Einfluss auf den Preis. „Häuser, die um 1900 gebaut wurden und nun saniert werden müssen, sind weniger beliebt“, ordnet Jens Zuschke ein. Zudem kostet ein Haus mit Garage oder Parkplatz mehr als ohne, die Fußböden und auch die Fenster wirken sich auf den Preis aus.

Preisspiegel

Neubaumarkt

Baugrundstücke (pro m² Grundstücksfläche): 2018 – 2019 – Änderung

Bautzen 70 Euro – 85 Euro – 21 Prozent

Radeberg 110 Euro – 110 Euro – 0 Prozent

Hoyerswerda 50 Euro – 50 Euro – 0 Prozent

Görlitz 60 Euro – 80 Euro – 33 Prozent

Neubaumarkt

Eigentumswohnungen (pro m² Wohnfläche): 2018 – 2019 – Änderung

Bautzen 1.000 Euro – 1.400 Euro – 40 Prozent

Radeberg keine Angaben

Hoyerswerda 1.700 Euro – 1.700 Euro – 0 Prozent

Görlitz 1.200 Euro – 1.200 Euro – 0 Prozent

Gebrauchtwohnungsmarkt

Eigenheime (pro m² Wohnfläche): 2018 – 2019 – Änderung

Bautzen 170 Euro – 190 Euro – 12 Prozent

Radeberg 220 Euro – 220 Euro – 0 Prozent

Hoyerswerda 150 Euro – 150 Euro – 0 Prozent

Görlitz 160 Euro – 170 Euro – 6 Prozent

Gebrauchtwohnungsmarkt

Eigentumswohnungen (Euro pro m² Wohnfläche): 2018 – 2019 – Änderung

Bautzen 900 Euro – 1.000 Euro – 11 Prozent

Radeberg 900 Euro – 900 Euro – 0 Prozent

Hoyerswerda 800 Euro – 800 Euro – 0 Prozent

Görlitz 500 Euro – 600 Euro – 20 Prozent

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