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Hohes Gras und ausgeblichene Infos

Die Großenhainer Grundlinie gehört zu den wenigen sächsischen Besonderheiten der Stadt. Doch ein gutes Bild gibt sie gerade nicht ab.

Frieder Henker, Experte für die Großenhainer Grundlinie, zeigt die Basismitte mit Infotafel. Die ist ausgeblichen und der Platz total zugewachsen und verwildert.
Frieder Henker, Experte für die Großenhainer Grundlinie, zeigt die Basismitte mit Infotafel. Die ist ausgeblichen und der Platz total zugewachsen und verwildert. © Anne Hübschmann

Großenhain. 2006 war es ein großes Ereignis: Die Einweihung dreier Erinnerungspunkte an die legendäre Großenhainer Grundlinie. Die besteht aus den Basis-Enden Quersa und Kleinraschütz (Exer) und der Basismitte auf dem Flugplatz. Als Basislinie diente sie im 19. Jahrhundert der Königlich-Sächsische Triangulation unter Landvermesser August Nagel. Die Grundlinie ist Sachsens Beitrag zur Mitteleuropäischen Gradmessung. Vor 14 Jahren wurden zur Erinnerung an diese bedeutende Vermessungsleistung die drei geodätischen Festpunkte mit symbolischen Steinen, Infotafeln bzw. dem noch vorhandenen Basishäuschen in Quersa nach der Restaurierung eingeweiht. Zahlreiche Spenden hatten seinerzeit dazu beigetragen, ist auf den Tafeln zu lesen.  

So sah die Basismitte auf dem Flugplatz noch aus, als sie neu angelegt wurde.
So sah die Basismitte auf dem Flugplatz noch aus, als sie neu angelegt wurde. © privat

Doch gut zu erkennen ist zumindest eine Seite der Infotafel auf dem Flugplatz nicht mehr. Darauf machte jetzt Falk Terrey (SPD) im Stadtrat aufmerksam. Er war die Grundlinie mit dem Fahrrad abgefahren - die direkte Länge beträgt knapp neun Kilometer. "Die Tafel ist schon ziemlich verblichen", so der Großenhainer. 

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Die Recherche der SZ mit Lehrer Frieder Henker, dem Grundlinien-Kenner in Großenhain, ergab, dass die kleine "Gedenkstätte" links am Weg vom Tower zur Landebahn zudem sehr zugewachsen ist. Besucher dieser Basismitte - die es laut Frieder Henker immer wieder gibt - kommen fast nicht an die Infotafel heran. Am Anfang sei der Platz eingezäunt gewesen. Doch die Fläche liegt in Verantwortung der Stadtverwaltung. Der Bauhof ist für die Unterhaltung und Pflege in Abstimmung mit den städtischen Tourismus-Fachleuten zuständig. Aber Stadtsprecherin Diana Schulze schränkt ein, dass die Pflege immer von den Kapazitäten des Bauhofes abhängig sei.

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Grundsätzlich ist die Basismitte der Grundlinie in der Sommerzeit öffentlich zugänglich, wenn auch der Tower am Flugplatz geöffnet ist. Dies ist in der Sommerzeit täglich von 9 bis 18 Uhr der Fall. Diana Schulze weiter: "Im Moment prüfen wir den Ersatz der beiden Tafeln. Derzeit gibt es noch keine konkreten Pläne, was mit der Grundlinie passieren muss/sollte, falls sich ein oder mehrere Investoren für die Ansiedlung auf dem Industriegelände Großenhain-Nord entscheiden." Das werde zur gegebenen Zeit geprüft und entschieden. 

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