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Hohes Lob für Insel-Plan

Wissenschaft. „Europäisierung des Alltags“ lautet das Thema des Collegium Pontes 2005, das gestern mit einer Konferenz im Theater eröffnet wurde.

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Von Peter Chemnitz

Von der Idee Frank Vaters, einen Brückenpark auf zwei künstlich geschaffenen Neißeinseln zu errichten, ist Professor Matthias Vogt begeistert. Ein „Architekturmuseum des 21. Jahrhunderts“ im Brückenpark wäre eine echte Herausforderung, schwärmte er gestern vor deutschen, polnischen und tschechischen Generalkonsulen, Politikern, Wissenschaftlern und Studenten. Zumal hier das Logo des von Vogt initiierten Collegiums Pontes aufgegriffen wird. Konkret handelt es sich um das Königsberger Brückenproblem, ein 1736 von Leonhard Euler gelöstes mathematisches Problem. Es bezieht sich auf die Frage, ob es einen Rundweg gibt, bei dem man alle sieben Brücken Königsbergs über den Pregel genau einmal überquert und wieder zum Ausgangspunkt gelangt. Euler bewies, dass ein Rundweg der gesuchten Art genau dann möglich ist, wenn sich an keinem der Ufer eine ungerade Zahl von Brücken befindet, was in Königsberg nicht der Fall war.

Vogt seinerseits hatte das Problem ganz anders gelöst: „Brücken sind für uns in der Europastadt keine Einbahnstraßen.“ Deswegen könne ihn auch die gegenwärtige Krise im Zusammenwachsen Europas auch nicht erschüttern.