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Sebnitz

Rückschlag für Treffpunkt im Dorf

Ehrenbergs Ortsvorsteher Tilo Müller muss zum "Kümmerer" werden. Erst dann hat der Hohnsteiner Ortsteil wieder eine Chance auf Zuschüsse.

Die Turnhalle im Hohnsteiner Ortsteil Ehrenberg. Hier sollte ein Gemeinschaftszentrum entstehen.
Die Turnhalle im Hohnsteiner Ortsteil Ehrenberg. Hier sollte ein Gemeinschaftszentrum entstehen. © Daniel Schäfer

Die Turnhalle in Ehrenberg sollte gänzlich zum neuen Treffpunkt für die Einwohner werden. In der untereren Etage ist viel Platz. Sie sollte für die Einwohner als Gemeinschaftszentrum hergerichtet werden. Ein Vorhaben, welches sich die Stadt Hohnstein außer der Reihe aber nicht komplett aus dem eigenen Haushalt leisten kann. Deshalb hatte man das Gemeinschaftszentrum in Ehrenberg, wie auch die Sanierung des Kulturhauses in Zeschnig sowie die Instandsetzung und Umgestaltung der Verkehrsfläche am Ortseingang von Zeschnig fürs Förderprogramm "Vitale Dorfkerne und Ortszentren im ländlichen Raum 2020" beantragt.

Jetzt kam die Absage. Keines der drei Projekte wird bezuschusst. Im Hohnsteiner Rathaus hatte man das wohl schon geahnt, aber wenigstens auf die Fördermittel für das Projekt in Ehrenberg gehofft. Doch nun müssen erst einmal alle drei Vorhaben verschoben werden. War Hohnstein bei der Antragstellung doch zu langsam? Die Vergabe von Zuschüssen erfolgt nach dem sogenannten Windhundprinzip.  Der Aufruf des Programmes erfolgte am 10. Dezember 2019. Die Stadt hat die Anträge am 13. Dezember eingereicht. Allerdings war das Programm wenige Stunden nach dem Aufruf bereits überzeichnet gewesen.  Zur Verfügung steht ein Budget von 3,35 Millionen Euro. In die Summe müssen sich aber der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Landkreis Meißen teilen. Deshalb war das Geld wohl auch schnell weg. Für Hohnstein sind das nun eher trübe Aussichten.

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Es gibt Ideen, wie man in Hohnstein trotzdem an Geld kommen will. So soll es zum Beispiel ein neues Förderprogramm für Soziale Orte geben.  Die Ortsvorsteher, in Ehrenberg wäre das Tilo Müller, müssten dann als sogenannte Kümmerer in Aktion treten. In Ehrenberg dürfte das funktionieren, weil das Gemeinschaftszentrum schließlich auch für alle gedacht ist und der Ortsvorsteher als Kümmerer dort mit einziehen sollte. 

Für die beiden anderen Vorhaben geht die Strategie so aber nicht auf. Deshalb will die Stadt für die Umgestaltung des Ortseinganges von Zeschnig den Verkehrsverbund Oberelbe mit ins Boot holen und über den Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge an Zuschüsse herankommen. Denn im Zuge der Umgestaltung soll auch die Bushaltestelle des öffentlichen Personennahverkehrs umgelegt werden.   Dass es dafür vorerst kein Geld gibt, stellt die Stadt Hohnstein vor ein Problem. 

Denn die kommunale Straße am Ortseingang von Zeschnig ist die einzige Zufahrt in den Hohnsteiner Ortsteil. Das Problem, die Straße und die Buswendeschleife liegen auf privatem Grund und Boden. Die Stadt Hohnstein will mit dem Eigentümer klare Verhältnisse schaffen. Doch die waren offenbar gar nicht so einfach zu regeln. Denn die Zufahrt muss bleiben, als auch die Buswendeschleife. Und Parkplätze werden benötigt, da einige am Klubhaus wegfallen. Um die Eigentumsverhältnisse zu regeln, müssen neun Grundstücksflächen verkauft, gekauft oder getauscht werden.  "Wir regeln hier eine Sache, die wir schon seit zehn Jahren vorhaben, und endlich ein Ergebnis mit den Eigentümern ausgehandelt haben", sagte Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Deshalb lässt er an dem Umbauplan auch nicht mehr rütteln.

 Für den Umbau des Kulturhauses in Zeschnig gibt es offenbar aber erst einmal keinen Plan. Ziel war es, das gesamte Gebäude so zu gestalten, dass es künftig auch behindertengerecht ist.

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