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Hohnstein ist Erholungsort

Die Jury, die den Titel vergibt, hat die Ortsteile lange auf die Folter gespannt. Jetzt wurde das Ergebnis verkündet.

Von Anja Weber

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Auf so eine Nachricht haben vor allem alle diejenigen gewartet, die in Hohnstein mit Touristen ihr Geld verdienen. Der Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ soll dem Fremdenverkehr in der Stadt und den Ortsteilen Flügel verleihen und jede Menge Urlauber in Quartiere bringen, aber auch Tagesgäste. Das zumindest erhoffen sich Hohnsteins Touristiker.

„Die Freude bei uns ist groß“, sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Immerhin hatte die Stadt einen langen Weg zu absolvieren, bis alle Unterlagen so weit waren, dass der Titel auch beantragt werden konnte. Fünf Jahre hat das Rathaus gebraucht, um den Titel für die Gesamtgemeinde mit ihren etwa 3 500 Einwohnern in den Orten Hohnstein, Rathewalde, Zeschnig, Hohburkersdorf, Goßdorf, Kohlmühle, Waitzdorf, Lohsdorf, Ehrenberg, Cunnersdorf und Ulbersdorf beantragen zu können. Im April 2014 wurde der Antrag mit zahlreichen Unterlagen über das Landratsamt beim Ministerium eingereicht.

Inspektion mit nassen Füßen

Am 15. Oktober letzten Jahres besuchte eine siebzehnköpfige Delegation des Sächsischen Landesbeirates die Stadt mit allen Ortsteilen. Das Wetter war denkbar schlecht. Die Jury-Mitglieder holten sich überall nur nasse Füße, und die Landschaft sah grau in grau aus. Doch das hat sie offenbar nicht beeindruckt. Mutig stapften die Gäste durch die Ortsteile. Eine Schrecksekunde war noch einmal, als im Vorfeld der Titelvergabe in Hohnstein die Diskussion über eine mögliche Privatisierung oder Schließung des Stadtbades entflammte. „Die spannende Frage war bis zum Schluss, ob wir den Titel für die Gesamtgemeinde bekommen, oder ob einzelne Ortsteile herausfallen“, sagt der Bürgermeister.

Die Stadtverwaltung und die Tourismusgesellschaft der Stadt hätten beim Rundgang der Jury durch die Orte noch einmal deutlich gemacht, dass es das Bestreben der letzten fünf Jahre war, eine gemeinschaftliche touristische Entwicklung und Bewerbung aller Orte voranzubringen. Denn alles andere hätte keinen Sinn gemacht. „Daher freuen wir uns, dass die Kommission diese Entwicklung gesehen hat und uns nun mit dem Titel belohnt“, resümiert der Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft der Stadt, André Häntzschel. Bürgermeister Daniel Brade bedankt sind bei allen Beteiligten, die zum Erfolg beigetragen haben. „Der Titel wird unserer Tourismusgemeinde in der Nationalparkregion weiteren Auftrieb geben.“

Dass Hohnstein und auch die Ortsteile einiges zu bieten haben, hat die Jury festgestellt und auch in den abschließenden Bemerkungen festgehalten. In Hohnstein werde das Naturerlebnis Sächsische Schweiz greifbar, heißt es in der Bewertung. Das kulturelle Angebot und die reizvolle Umgebung würden zum Wandern, zum Entdecken und zum Entspannen einladen, heißt es. Hohnstein als auch das Umfeld würden sanften und nachhaltigen Tourismus für Jung und Alt ermöglichen. Die Burgstadt biete optimale Bedingungen als Ausgangspunkt für Wander- und Klettertouren im Nationalpark.

Als Plus wurde der Stadt auch zugerechnet, dass der Malerweg als „Schönster Wanderweg Deutschlands“ auf zwei Etappen durch das Gemeindegebiet führt. Besondere Attraktionen im Frühjahr seien die Märzenbecherwiesen im Polenztal. Und die Jurymitglieder haben sich bei ihrem Rundgang durch die Ortsteile offenbar auch ganz genau die Eigenheiten jedes Ortes angeschaut und bewertet, wie zum Beispiel die Familienfreundlichkeit.

Die Jury kommt zu dem Schluss: Mit Spielplätzen, dem Max-Jacob-Theater oder der Erlebniswelt Stein-Reich in Rathewalde gebe es auch für Familien mit Kindern ideale Möglichkeiten, um die Urlaubstage in Hohnstein zu genießen. Bewertet wurden auch die Angebote für aktiven Urlaub. Auch da fanden die Jurymitglieder einiges, das sie lobend nennen: Wandern, Klettern, Rad fahren, Schwimmen sowie Kegeln sind möglich.

Neben den beiden Kurorten Bad Schandau und Rathen sowie dem Erholungsort Sebnitz ergänzt Hohnstein nun als zweiter Erholungsort den Tourismus in der Sächsischen Schweiz. Damit gibt es in Sachsen derzeit 15 Kurorte und 34 Erholungsorte.

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