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Auch ein Holzkopf bringt Geld ein

Für Hohnstein ist und bleibt der Kasper ein Wahrzeichen. Mit klugen Ideen soll er nun weiter vermarktet werden. Dafür gibt es Unterstützung.

Beide Daumen hoch. Als hätte Heike Krause vom Traditionsverein Hohnsteiner Kasper schon geahnt, dass der Holzkopf Geld einbringt.
Beide Daumen hoch. Als hätte Heike Krause vom Traditionsverein Hohnsteiner Kasper schon geahnt, dass der Holzkopf Geld einbringt. © Daniel Förster

In Hohnstein ist man derzeit für jeden Hoffnungsschimmer zu haben. Und deshalb war auch die Freude groß, dass die Stadt mit ihrem Projekt im Wettbewerb "Ideen für den ländlichen Raum" punkten konnte. "Es ist ein Lichtblick und hilft uns durch die Corona-Krise indem wir weitere freiwillige Projekte umsetzen können. Diese 200.000 Euro können wir mit Fördermitteln veredeln", sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). So wurden zum Beispiel über das Leader-Programm Zuschüsse für den Umbau des Gewandhauses der Hohnsteiner Blasmusik, für die Kasperwerkstatt und die Erweiterung des Kasperpfades mit der Aufstellung der Figuren beantragt. Dafür stünden nun die Eigenmittel zur Verfügung, so der Stadtchef. Auch das Projekt Röhrenweg, einem Rundweg,  kann die Stadt nun  angehen und mit der Planung beginnen.

Und wie ist man an die 200.000 Euro gekommen? Mit einer klugen Idee unter dem Motto "Der Hohnsteiner Kasper belebt das Hohnsteiner Land". An dem Projekt mitgearbeitet haben neben der Stadtverwaltung Vertreter vom Traditionsverein Hohnsteiner Kasper, von der Bürgerinitiative "Zur Rettung der Burg Hohnstein" und von der Interessengemeinschaft Innenstadtbelebung sowie von dem Verein Landschaf(f)t Zukunft. Herausgekommen sind drei markante Eckpunkte.

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Die Kasperriesen - nicht zu übersehen

Insgesamt besteht die Kasperfamilie, die von Max Jacob erdacht worden ist, aus 26 "Familienmitgliedern". Neben dem Kasper seien hier der Teufel, Gretel, Seppel, der Räuber, der Koch und die Königin genannt. Die Stadt Hohnstein möchte im Rahmen des Projektes lebensgroße Kasperfiguren im Stadtbild aufstellen, damit die Sichtbarkeit des Alleinstellungsmerkmals "Hohnsteiner Kasper" erhöht wird. So wären zum Beispiel die Aufstellung des Räubers vor dem örtlichen Kreditinstitut, des Kochs vor einer Gaststätte, des Krokodils oder des Wassergeistes im Polenztal und des Ritters am Ritterfelsen denkbar. Damit einhergehend soll der Hohnsteiner Kasperpfad erweitert und deutlich aufgewertet werden. Auch in den Ortsteilen sollen die Figuren aufgestellt werden.

Die Kasperwerkstatt - bei Kaspers Geburt zuschauen

Den zweiten Teil des Projekts bildet die Errichtung einer neuen Kasperwerkstatt in der Innenstadt. Dafür kommen mehrere Räumlichkeiten in Frage. Hier geht es um die Regelung der Nachfolge der Kasperwerkstatt von Familie Berger. Bewerber für die Fortführung dieser Schnitzkunst liegen der Stadtverwaltung vor. Diese öffentliche Schauwerkstatt soll die Geburt des Kaspers Besuchern und Touristen vermitteln, um neben der Burg Hohnstein und dem Max-Jacob-Theater eine weitere touristische Destination zu schaffen. Auch Schnitzlehrgänge wären denkbar, um speziell für Kinder und Erwachsene ein zusätzliches Angebot schaffen zu können. Neben der Werkstatt könnte in den Räumlichkeiten noch ein kleines Café inklusive eines Regionalladens dafür sorgen, den Aufenthalt in Hohnstein angenehmer zu machen. Kreative gebe es überall, auch oder speziell im ländlichen Raum, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Der Kaspermanager - einer, der allen hilft

Das Projekt soll die bestehende Infrastruktur mit den noch brachliegenden Potenzialen verbinden. Das macht sich nicht von allein. Deshalb möchte die Stadt Hohnstein einen Kaspermanager anstellen. Dem soll zwei Jahre Zeit gegeben werden, die Projekte anzubahnen. Ziel ist dabei die Vernetzung von Bürgern, Familien, Touristen und Künstlern. Davon könnte dann auch die regionale Wirtschaft und Hohnstein als Kulturstandort profitieren.

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