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Hohnstein will Schandfleck kaufen

Ein neues Stadtsanierungsgebiet ist geplant. Das soll nicht nur der Burg Hohnstein helfen.

Der Hohe Stein am Marktplatz in Hohnstein. Es soll das älteste Gasthaus in Hohnstein sein. Bereits 1807 wurde hier Bier ausgeschenkt. Das Gebäude steht aber seit langem leer.
Der Hohe Stein am Marktplatz in Hohnstein. Es soll das älteste Gasthaus in Hohnstein sein. Bereits 1807 wurde hier Bier ausgeschenkt. Das Gebäude steht aber seit langem leer. © Dirk Zschiedrich

Das Hotel Am Hohen Stein, das wohl älteste Hohnsteiner Gasthaus, steht seit 1990 leer. Der Eigentümer wollte es sanieren lassen und dem Haus wieder zur alten Blüte verhelfen.

Allerdings kamen ihm andere Geschäftsprojekte dazwischen, sodass er sich nicht mehr viel um das Hotel kümmern konnte. Seit einiger Zeit will er nun verkaufen. Das Haus wurde teilweise entkernt, Putz und Farbe blättern ab. Verwundert bleiben oft Touristen vor der farblosen Fassade am Marktplatz stehen. Die markante Architektur des Hauses prägt das Stadtbild. Das Gebäude gilt zudem als Hohnsteins ältestes Gasthaus, da es bereits 1807 die Konzession zum Bierausschank erhalten hat. Hohnsteins Einwohner ärgern sich schon seit längerem über den Schandfleck. Und so gab es bereits auch Ideen, was damit werden könnte. An eine Brauerei wurde gedacht oder auch an ein Museum. Noch vor einigen Jahren glaubte man, dass es auch wieder ein Hotel werden könnte. Doch mit dem Weißen Hirsch nur wenige Meter entfernt, ist der Bedarf an Hotels am Marktplatz abgedeckt. Interessant blieb das Gebäude allemal. Dazu kommt die Nähe zur Burg und zur Kirche, ebenfalls das Stadtbild dominierende Gebäude. Und deshalb gibt es im Hohnsteiner Rathaus nun die Idee, den Hohen Stein zu erwerben.

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„Für das eventuelle neue Stadtsanierungsgebiet ist es erforderlich, dass in diesem Programm zu ertüchtigende Grundstücke und Gebäude im kommunalen Eigentum sind“, sagt Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Denn das Städtebauprogramm zielt nur auf kommunale Grundstücke ab, nicht mehr auf private Vorhaben wie im alten Programm. Und es gibt noch weitere Ideen. Neben der Burg sieht der Bürgermeister auch die Aufnahme der Hänge an der Dresdner Straße sinnvoll. Hier könnten Parkplatzterrassen mit einem direkten Zugang zum Burggarten und dem lange geforderten Fußweg an der Dresdner Straße entstehen. Auch die Aufnahme des Marktplatzes mit der Erledigung des noch offenen dritten Bauabschnittes, die Errichtung des Marktbrunnens, könnte erfolgen. Da keine privaten Grundstücke einbezogen werden, steht laut Innenministerium auch die Frage der nachträglichen Ausgleichsbeträge nicht. Das neue Stadtsanierungsgebiet ist Voraussetzung, dass Fördermittel von Freistaat und Bund fließen können. Dafür ist ein städtebauliches Entwicklungskonzept notwendig, was die Stadt aufstellt. Der Freistaat hat bereits signalisiert, eine Absichtserklärung für die Fördermittel für das Stadtsanierungsgebiet zu unterzeichnen. Und das wäre eben auch die Chance für den Hohen Stein. „Aufgrund des städtebaulichen Missstandes mit diesem Gebäude haben wir einen Ankauf vorsorglich im Haushalt aufgenommen, um handeln zu können, wenn wir aufgenommen werden sollten“, sagt der Bürgermeister. Er weist auch darauf, dass es eine Vorsorgemaßnahme im Haushalt ist und für die tatsächliche Umsetzung noch vieles zu klären ist. Bekannt ist auch, dass umliegende Nachbarn Interesse am Erwerb von Teilflächen des Grundstückes haben. So gehören neben dem großen Hauptgebäude auch eine Hoffläche und ein weiteres Seitengebäude an der Marktgasse mit dazu.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/ort/pirna und www.sächsische.de/ort/sebnitz vorbei.

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