merken
PLUS

Hohnsteiner surfen jetzt schneller im Internet

Die Telekom schließt den Breitbandausbau ab. Das nützt trotzdem nicht allen.

Von Anja Weber

Fast acht Monate lang haben sich die Mitarbeiter der Sebnitzer Firma Wärme- und Energieanlagenbau (WEA) durch Hohnsteins Untergrund gebuddelt. Damit die Einwohner der Gemeinde schneller im Internet surfen können, verlegten sie fast 15 Kilometer neues Glasfaserkabel und bauten acht Verteilerstationen auf. Jetzt ist das Großprojekt beendet.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Daher gibt es für die Internetnutzer in den Ortsteilen Cunnersdorf, Ehrenberg, Hohburkersdorf, Lohsdorf, Rathewalde, Ulbersdorf und Zeschnig eine gute Nachricht: Die Telekom hat jetzt fast zwei Monate früher als vertraglich vereinbart, ihr Breitbandnetz in Betrieb genommen. Fast 900 Haushalte, die bisher unversorgt waren, haben nun die Möglichkeit, sich mit Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde durchs weltweite Netz zu klicken. Damit bietet die Telekom als Grunddienstleister Einwohnern, aber auch Gewerbetreibenden, Gastronomen und Vermietern eine verbesserte Internetversorgung als bisher an – für Hohnstein ist das ein wichtiger Standortfaktor.

Denn für Menschen, die hierher ziehen wollen oder für Firmen, die sich niederlassen oder ihr Unternehmen ausbauen wollen, wird ein schneller Internetzugang immer mehr zu einem Hauptentscheidungs-Kriterium. Aber auch für Einheimische ist ein flotter Internetzugang sehr wichtig.

Deshalb hatten die Betroffenen auch gefordert, dass sich die Stadt Hohnstein schnell am Breitbandausbau beteiligt. Nach Sebnitz und Neustadt ist Hohnstein inzwischen die dritte Kommune im Altkreis Sebnitz, in der der DSL-Ausbau abgeschlossen ist. Allerdings war das Projekt in einem ländlichen geprägten Gebiet wie Hohnstein nicht ganz einfach, denn die Kabel mussten über lange Strecken verlegt werden. „Wir freuen uns, dass wir mit der Telekom eine Lösung gefunden haben, um die Einwohner in unseren Ortsteilen mit hochwertigen Breitbandzugängen zu versorgen“, sagt Hohnsteins Bürgermeister Daniel Brade (SPD). Ganz billig ist der schnelle Klick ins Netz allerdings nicht.

Hohnstein muss Investitions- und Betriebskosten von reichlich 500 000 Euro finanzieren. 90 Prozent davon bezuschusst der Freistaat. „Dafür profitieren die Einwohner von Übertragungsraten, die es bisher überwiegend nur in Ballungsgebieten gibt“, sagt Ralf Thiem, Telekom-Projektleiter für den Breitbandausbau in Hohnstein.

Allerdings können noch nicht alle Einwohner von Hohnstein von der schnellen Internetverbindung profitieren. So werden sich beispielsweise die Kohlmühler noch etwas gedulden müssen. Die Hauptverteilerstation der Telekom in Rathmannsdorf wurde bei dem Hochwasser im Juni dieses Jahr so stark beschädigt, dass sie aufwendig repariert werden muss. Deshalb können die Kohlmühler frühestens im April 2014 schneller im Internet surfen.

Für die Bewohner des Bereiches Bockmühle in Cunnersdorf im Polenztal wird das hingegen ein Traum bleiben. Sie werden sich wohl um andere Angebote bemühen müssen. Einen Ausbau des Breitbandnetzes in diesem Bereich wird es nicht geben. Die Telekom müsste reichlich drei Kilometer Glasfaserkabel verlegen, um vier Haushalte anzuschließen. Das sei nicht wirtschaftlich, sagt Brade. Stolpen kann die fehlende Summe ebenfalls nicht zahlen, Fördermittel sind keine in Sicht.