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Hokuspokus – Fahrradrahmen

In der „Wintermächen“-Reihe der KulturFabrik Hoyerswerda ging es am vergangenen Sonntag ausgesprochen magisch zu.

Wer braucht schon Schraubendreher und Maulschlüssel, wenn er einen Zauberstab sein Eigen nennt?
Hartmut Schirrock zeigte in der KuFa eines seiner Lieblingsprogramme.
Wer braucht schon Schraubendreher und Maulschlüssel, wenn er einen Zauberstab sein Eigen nennt? Hartmut Schirrock zeigte in der KuFa eines seiner Lieblingsprogramme. © Foto: Juliane Mietzsch

Von Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Während der kühleren Jahreszeit verwandelt die KulturFabrik einmal monatlich den Ballsaal des Bürgerzentrums in eine Spielstätte für Kinder-Theater. Neben Puppenspiel und Märchen findet sich auch Magie im Programm. So erwarteten am Sonntag etwa 40 Mädchen und Jungen in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern den Auftritt von Hartmut Schirrock als „Zaubermeister in der Fahrradwerkstatt“. Der aus Weißwasser stammende Künstler ist gelernter Uhrmacher, entwickelte aber schon in früher Jugend das Interesse an der Zauberei. 

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Mittlerweile hat sein Sohn den Handwerksbetrieb übernommen, den er einst in Weißwasser gegründet und aufgebaut hat. Auch seine Frau Annette ist im Unternehmen tätig, hat zu dessen Gunsten vor mehr als zwei Jahrzehnten sogar ihre eigene Bühnentätigkeit aufgegeben. Bis zur Wende stand vor allem die Uhren-Reparatur im Vordergrund. Handelstätigkeit war untersagt. Nach 1989 konnte auch der Verkauf ausgebaut werden – mit weiteren Filialen in der näheren Umgebung. Hartmut Schirrock ist bis heute im Familienbetrieb tätig, aber auch als Zauberer unterwegs. Im vergangenen Jahr konnte er in Weißwasser mit einer kleinen Galaveranstaltung sein 45-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Am Sonntag nun gab der Zaubermeister ein Programm zum Besten, dass er sehr gerne spielt. Es ist dank Zauber-Wettbewerben sogar ein ausgezeichnetes Stück. 2004 nutzte Hartmut Schirrock die Chance, an einem Vorentscheid in Görlitz teilzunehmen, von dem er sagt, dass er sich „wie ein Heimspiel“ angefühlt habe. Die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften des Magischen Zirkels von Deutschland 2005 in Sindelfingen gelang. Dort trat er in der Sparte „Zauberkunst für Kinder“ an. Der Titel ist ihm geblieben, denn seine Punktzahl in der Wertung wurde seither nicht übertroffen.

Etwa zwei Jahre Vorbereitungszeit hat er für das Programm benötigt. Das Stück dreht sich um die Versuche, mithilfe von Magie und Zaubersprüchen ein Kinderfahrrad zu reparieren. Am Anfang gibt es lediglich einen Rahmen. Die Kinder im Publikum sind gefordert und können viele Einzelteile benennen, die es vervollständigen würden. Neben Sattel, Pedalen und Rädern fehlen auch Klingel, Bremse und Lampen. Und so werden verschiedene Einzelteile im Laufe der Zeit mit eigenen kleinen Nummern vorgestellt. Doch trotz der vereinzelten Hilfe der Kinder auf der Bühne fruchtet nichts. Alles wird beiseitegelegt und der Rahmen bleibt unvollendet. Abschließend versucht Hartmut, der Zaubermeister, die Kiste mit den Einzelteilen verschwinden zu lassen, wobei ein überdimensionaler Zauberstab auftaucht, das Ganze wendet und für ein positives Ende sorgt.

„Das Spiel vor Kindern ist viel reizvoller als das vor Erwachsenen“, schätzt Hartmut Schirrock aus seiner langjährigen Erfahrung heraus ein, denn Kinder seien viel aufmerksamer und hielten mit ihrer Meinung in keinem Augenblick hinterm Berg. Doch als seinen größten Kritiker bezeichnet der Magier aus Weißwasser seine Frau. Sie ist nicht nur maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt, sondern auch ausschlaggebend für die Zukunft. „Wenn sie sagt «lass es», dann höre ich auf.“ Vorausgesetzt die Gesundheit spielt mit, wendet sich Hartmut Schirrock bis dahin alten und neuen Programmen zu. Gerade arbeitet er an einem Stück, das auf einem Jahrmarkt spielt und dessen Verlockungen betrifft.

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