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Wie aus einem Dorfclub ein Forsthaus wird

Vor 30 Jahren entstand in Holschdubrau bei Neschwitz ein Treff am Waldesrand. Den Verein gibt es nicht mehr, trotzdem geht es dort weiter - dank zweier Rentner.

Das Gebäude des ehemaligen Dorfclubs von Holschdubrau soll zum Forsthaus umgestaltet werden. Besitzer Ulrich Kluge und seine Frau Margrit freuen sich darauf, dass die Pläne Wirklichkeit werden.
Das Gebäude des ehemaligen Dorfclubs von Holschdubrau soll zum Forsthaus umgestaltet werden. Besitzer Ulrich Kluge und seine Frau Margrit freuen sich darauf, dass die Pläne Wirklichkeit werden. © Carmen Schumann

Holschdubrau. „Dorfclub Waldesruh“ steht noch immer an der Fassade des Flachdach-Gebäudes am Rande von Holschdubrau, einem Ortsteil von Neschwitz. Doch den Dorfclub gibt es nicht mehr. Er hat sich altershalber aufgelöst. Als das Haus vor rund 30 Jahren aufgebaut wurde, waren fast alle Holschdubrauer Mitglied im Club. Doch sie wurden immer älter.

An dem Haus hängen aber viele Erinnerungen: Hier wurden Hexenbrennen und Himmelfahrt gefeiert, auch Frauentag, Geburtstage und Jubiläen. Einen kleinen Sportplatz gibt es auf dem Gelände  und Spielgeräte für Kinder.

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Damit das alles nicht verloren geht, entschloss sich der Neschwitzer Ulrich Kluge, das Haus und das Gelände zu kaufen. Der Gedanke lag nahe, denn der passionierte Jäger hat gleich angrenzend sein Jagdrevier. Deshalb möchte er das Gebäude in ein Forsthaus umwandeln. Der Gemeinderat hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Die Bauunterlagen sind bei der Behörde in Kamenz eingereicht. Jetzt heißt es, auf die Bestätigung zu warten, damit der Umbau beginnen kann.

Die gravierendste Maßnahme ist der Aufbau eines Spitzdaches, um den Eindruck eines Forsthauses zu erwecken. Auch Holzverschläge ringsum sollen den anheimelnden Eindruck verstärken. Ganz am Schluss kommt dann noch ein prächtiges Hirschgeweih über den Eingang. 

Frische Farbe für die Spielgeräte

Derzeit sitzen Ulrich Kluge und seine Frau Margrit voller Vorfreude über den Umbau-Unterlagen und sehen das fertige Forsthaus in ihrer Fantasie schon lebhaft vor sich. Doch auch bislang waren sie nicht untätig. Im Mai 2019 begannen sie mit der Renovierung. So wurde gemalert, und die Terrasse erhielt einen neuen Belag aus Natursteinen. Die Küche bekam neue Möbel und Geräte. Margrit Kluge ist jetzt stolz auf ihre Blumenrabatte, die die Terrasse einrahmt und in voller Blüte steht. Dort wurden auch neue rustikale Sitzgruppen aufgestellt. Die Spielgeräte bekamen ebenfalls einen frischen Anstrich. 

Inzwischen fanden im und am Clubhaus schon erste Feiern statt. Allerdings mussten  aber sowohl das Hexenbrennen als auch die Aktivitäten zu Himmelfahrt corona-bedingt ausfallen. Doch diese Höhepunkte möchten Ulrich und Margrit Kluge unbedingt weiterführen. Deshalb hoffen sie, dass das nächstes Jahr wieder möglich sein wird. Auf alle Fälle sind noch in diesem Jahr Schuleingangs- und Jugendweihefeiern geplant.

Freitags mit Jägern ein Bier trinken

Im Inneren des Gebäudes ist Platz für 40 Leute. Wer die Räume mietet, muss sich um den Party-Service selbst kümmern. Jeden Freitag ist ab 18 Uhr Stammtisch. Da treffen sich die Jäger zum Biertrinken. Doch das Haus ist an diesem Abend für alle geöffnet. Bei Ulrich Kluge kann man zudem Wildfleisch bestellen. Denn der Jäger betreibt ein Damwildgehege in Holscha und verfügt dort auch über eine Kühlzelle. Vor allem zu Weihnachten wird gerne von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Wild auf den Festtagstisch zu bringen. Und wenn beispielsweise Klassentreffen im Clubhaus stattfinden, lässt Ulrich Kluge durchaus mal ein Wildschwein am Spieß rotieren.

Auch wenn keine Gäste da sind, hält sich Ulrich Kluge mit seiner Frau Margrit gern in der Idylle am Waldrand auf. Das Paar genießt dann die Ruhe und die schöne Aussicht auf den Wald. „Und überstürzen müssen wir ja nichts, denn wir sind Rentner und haben Zeit“, sagt Ulrich Kluge mit Blick auf die anstehenden Veränderungen.

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