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Horka ist in sieben Jahren schuldenfrei

Im aktuellen Haushalt wird nur das Nötigste ausgegeben. Auf dem „Zahnfleisch“ kriecht die Gemeinde finanziell aber trotzdem nicht.

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2020 soll der Kirchvorplatz in Horka saniert werden. Auch das Denkmal und die inzwischen abgestorbene Eiche werden in die Überlegungen mit einbezogen.
2020 soll der Kirchvorplatz in Horka saniert werden. Auch das Denkmal und die inzwischen abgestorbene Eiche werden in die Überlegungen mit einbezogen. ©  André Schulze

Noch Anfang des Jahres mussten sich die Horkaer Gemeinderäte mit einer „Liste der Grausamkeiten“ auseinandersetzen – mit Projekten, die wegen akuter Finanzprobleme der Kommune ins nächste oder in die Folgejahre verschoben werden mussten. Durch Umschichtungen und die Konzentration auf das Wesentliche ist es der Kämmerei des Verwaltungsverbandes Weißer Schöps/Neiße nun gelungen, den Doppelhaushalt 2019/2020 ausgeglichen zu gestalten.

Zwar ist das erste der beiden Jahre schon fast vorbei, doch zumindest für das zweite Jahr sind eine Reihe von Projekten geplant. Bürgermeister Christian Nitschke: „Wir gehen finanziell keineswegs auf dem Zahnfleisch. Für Investitionen greifen wir konsequent auf die investiven Schlüsselzuweisungen zurück. Mit Kassenkrediten haben wir es deshalb kaum zu tun.“

Die Gemeinderäte sahen dies ähnlich und beschlossen den Haushalt – allerdings mit zwei Gegenstimmen. Damit steht nun auch fest, dass neben der Bestellung des neuen Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr auch andere Projekte angegangen werden können. So will die Gemeinde den zwischenzeitlich auf der Kippe stehenden Gerätehaus-Neubau für die Wehren aus Mückenhain und Särichen gemeinsam mit Kodersdorf in Angriff nehmen – wenn es denn tatsächlich zu der vom Freistaat avisierten höheren Förderung für interkommunale Projekte kommt.

Um die abgestorbene Eiche will man sich kümmern

Außerdem steht die Sanierung des seit zwei Jahren im Eigentum der Gemeinde befindlichen Kirchenvorplatzes im Plan. Auch um das Denkmal und die abgestorbene Eiche will man sich kümmern. Schließlich soll die Oberflächenentwässerung entlang der Uhsmannsdorfer Straße verbessert werden, um Schäden wie in der Vergangenheit künftig zu vermeiden.

„Außer dem Bau des gemeinsamen Feuerwehrgerätehauses in Särichen haben wir uns in den Folgehaushalten für 2021, 2022 und 2023 keine verbindlichen Investitionsprojekte auferlegt. Damit kann der Gemeinderat entsprechend der aktuellen Finanzsituation flexibel reagieren“, erläutert Christian Nitschke die Strategie für die nächsten Jahre. Ob es dann die vom Freistaat an die Kommunen im Land überwiesene Kommunalpauschale, die in Horka 70.000 Euro beträgt, auch noch geben wird, ist ungewiss. In den Haushaltsplan 2019/20 wurde sie hineingerechnet.

Rund 100.000 Euro für Tilgung und Zinsen

Unterdessen läuft in Horka der Finanzdienst zur Rückzahlung von Krediten, die einst zum Neubau von Hort und Kindergarten aufgenommen wurden, weiter. Jeweils rund 100.000 Euro sind für Tilgung und Zinsen jedes Jahr nötig. „Die investiven Schlüsselzuweisungen waren damals nicht in der erforderlichen Größenordnung vorhanden, deshalb mussten wir auf Kredite zurückgreifen“, begründet der Bürgermeister das Zustandekommen der Schulden.

Allerdings gebe es Grund zur Hoffnung. „Unsere Zahlungen verringern sich mit jedem Jahr. 2022/23 müssen wir nur noch 60.000 Euro im Jahr überweisen, danach verringert sich die Summe jährlich um etwa 10.000 Euro.“ Dies bedeute: In circa sieben Jahren sei Horka schuldenfrei – wenn bis dahin nicht neue Kredite aufgenommen werden.

Damit geht auch die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde weiter zurück. Im Moment beträgt sie rund 400 Euro je Einwohner, 2020 wird sie nur noch bei 360 Euro je Einwohner liegen.

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